Regelmäßig trainiert die Ettenheimer Beach-Tennis-Abteilung auf verschiedenen Plätzen – etwa im Freibad. Foto: Gerasimov

Seit diesem Jahr wird in der Rohanstadt regelmäßig Beach-Tennis gespielt. Trainer Andrej Gerasimov erklärt, warum sich die Trendsportart so schnell etabliert hat.

Der Tennisclub Ettenheim wagte in diesem Jahr etwas neues: Die Disziplin Beach-Tennis wird seit März angeboten – und das Angebot wird angenommen. Rund 20 erwachsene und zehn Kinder und Jugendliche trainieren inzwischen regelmäßig die Trendsportart, berichtet Initiator und Beach-Tennis-Trainer Andrej Gerasimov im Gespräch mit unserer Redaktion. In der noch jungen Geschichte gab es für die Spieler bereits einige Höhepunkte – und sogar eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

 

Gerasimov ist die Begeisterung für „seinen Sport“ anzumerken. Seit fast sechs Jahren spielt er Beach-Tennis. Angefangen hat Gerasimov mit klassischem Tennis. Die Disziplin im Sand hat aus seiner Sicht aber viel Vorteile – gerade für Neulinge. „Die Einstiegshürde ist sehr niedrig“, erklärt er.

Um auf dem Tennisplatz die richtige Technik zu erlernen, brauche es viel Zeit, verdeutlicht Gerasimov. Das sei beim Beach-Tennis anders. Schon nach kurzer Zeit könnten sich Neulinge die Grundlagen antrainieren. Und so sind die Beach-Tennis-Sportler des TC Ettenheim bunt gemischt.

Das Spielen im Sand hat gesundheitliche Vorteile

„Viele Leute, die überhaupt nichts mit Tennis zu tun haben, sind dabei“, berichtet der Trainer. Selbst bis ins hohe Alter sei Beach-Tennis eine Option, meint Gerasimov. So hätten etwa ein 73-Jähriger und eine 71-Jährige über den TCE zu dem Sport gefunden. Wieder andere hätten zuvor mit Sport wenig zu tun gehabt, berichtet Gerasimov. Zwar ist das Spielen im Sand anstrengend, aber es hat auch Vorteile. Der weiche Untergrund dämpft die Stöße und schone so die Gelenke. Das Verletzungsrisiko sei geringer.

Seit März werden beim TC die Beach-Tennis-Schläger geschwungen. Dabei wird auf sogenannte Paddel-Schläger zurückgegriffen. Während der warmen Jahreszeit treffen sich die Ettenheimer im örtlichen Freibad. Dort wird auf der Fläche, die auch für Beachvolleyball genutzt wird, trainiert. Lediglich das Netz habe dann eine andere Höhe. Angesichts der großen Nachfrage ist Gerasimov aber auch auf der Suche nach weiteren Spielstätten in der Region. Fündig geworden ist er auch in Lahr: Auf dem Beach-Volleyballfeld beim Schlachthof trainieren die Sportler.

Der Sport ist in der Rohanstadt so schnell gewachsen, dass inzwischen nicht nur Gelegenheitsspieler am Start sind. Der TCE nimmt an Ligaspielen teil – und für einige stand sogar ein Ausflug zur ganz großen Bühne an: der Beach-Tennis-Weltmeisterschaft.

Mehrere Mannschaften wollen 2026 antreten

Das Turnier an der italienischen Adriaküste lockte Profis und Amateure an. Fünf Mitglieder des TC Ettenheim vertraten den Verein in Cesenatico. In den Kategorien „Mixed 12+“, „Damen 35+“ und Mixed“, „Herren 50+“ sowie „Herren 40+“ gingen sie an den Start.

Zwar reichte es nicht für eine Medaille, die Erfahrung sei dennoch unbezahlbar gewesen, schwärmt der Verein in einem Bericht. Gerade für die Jugend sei die WM ein gutes Ziel, erklärt Gerasimov. Da in den jüngeren Altersklassen der Wettbewerb noch nicht so stark ist, konnten sich die Ettenheimer hier – anders als bei der Profi-Klasse – einfach anmelden.

Angesichts der guten Resonanz ist für den TC Ettenheim klar: Auch im kommenden Jahr wird es Beach-Tennis-Angebote geben. Zwei Erwachsenenmannschaften werden am Ligabetrieb teilnehmen, blickt Gerasimov voraus. Ein Wermutstropfen bleibt aber: der Platz im Freibad genügt nicht den Ansprüchen für den Ligabetrieb.

Im Winter wird in der Halle trainiert

Für ihre „Heimspiele“ weichen die Ettenheimer daher auf Plätze in Bühl und Rheinmünster aus. Gerasimov hofft, dass sich in und um Ettenheim die Situation für Beach-Tennis verbessert. „Ein bisschen professioneller“, meint Gerasimov. Immer wieder sei er mit den Städten Ettenheim und Lahr im Gespräch. Trainiert wird auch im Winter, auf Volleyballfeldern in der Halle. „Nur leider ohne Sand“, bedauert Gerasimov. Aber die Hauptsache in der kalten Jahreszeit sei, die Spieltechnik zu üben.

Infos zum Beach-Tennis

Gespielt wird laut dem Deutschen Tennisbund meist als Doppel oder Mixed. Das Spielfeld wird in der Mitte durch das 1,70 Meter hohe Netz getrennt. Der Ball darf von jedem Team vor Netzüberquerung nur einmal berührt werden. Ein Punkt ist verloren, wenn der Ball auf der jeweiligen Seite des Platzes den Boden berührt oder ins Netz/Aus gespielt wird. Aufgeschlagen wird von einer beliebigen Position hinter der Grundlinie. Das erste Team, das sechs Spiele (mit zwei Spielen Abstand) für sich entscheidet, gewinnt den Satz, bei fünf zu fünf wird bis sieben, bei sechs zu sechs ein Tiebreak bis sieben Punkte gespielt.