Sascha Lein (links) und Thomas Ritzinger wollten die zwölfköpfige Jury mit der Frankfurter Grünen Soße überzeugen. Foto: Melanie Bauer/mb-photodesign

Sascha Lein hat am Halbfinale von „Koch des Jahres“ in München teilgenommen. Das Motto der Gerichte: Kindheitserinnerungen.Doch kam seine Grüne Soße an?

Als großer Fußballfan war es für Sascha Lein ein besonderer Moment, in der Allianz Arena in München für eine Jury und hunderte Gäste kochen zu können. Der Koch des „Loch19“ am Golfplatz in Freudenstadt war einer von 16 Kandidaten, die am Halbfinale von „Koch des Jahres“ teilgenommen haben.

 

Das Motto des Abends waren Kindheitserinnerungen: Für Lein, der ursprünglich aus Marburg in Hessen stammt, sei die Entscheidung schnell klar gewesen. Er kochte für die Jury die Frankfurter Grüne Soße in zwei Varianten, inspiriert von seiner verstorbenen Großmutter.

Für die Oldschool-Variante habe er ein Schnitzel zubereitet, seine moderne Eigenkreation sei mit einem Kalbsherz serviert worden. Der Garpunkt habe gestimmt, mit dem Teller sei er sehr zufrieden gewesen. Und die ungewöhnliche Wahl der Zutaten – vor allem das Kalbsherz – sei bei der Jury gut angekommen, erzählt der 35-Jährige.

Kein Finaleinzug – und dennoch eine gute Erfahrung

Für ein Weiterkommen hat das jedoch nicht gereicht – Lein und sein Assistent und guter Freund, Thomas Ritzinger, der im Bayerischen Wald ein Fünf-Sterne-Lokal betreibt, sind im Halbfinale ausgeschieden. „Die Enttäuschung, es nicht ins Finale geschafft zu haben, war sehr groß“, meint Lein, lange habe sie aber nicht gehalten. „Nach drei, vier Tagen hat sich die Enttäuschung zu Stolz umgewandelt.“

Zur Grünen Soße servierte Lein ein Kalbsherz. Foto: Melanie Bauer/mb-photodesign

Lein ist sich sicher: „Die Oma wäre sicher stolz gewesen“, auf das, was sein Kollege und er auf die Teller gezaubert haben. „Es war schön und emotional“, sagt er, „das Kindheitsthema berührt natürlich und weckt Erinnerungen“. Er sei sehr glücklich darüber, beim Wettbewerb mitgemacht zu haben. „Es ist immer eine tolle Erfahrung, die einen Mehrwert für die eigene Weiterentwicklung bietet.“

Im November geht es wieder nach München

Ganz abgeschlossen hat er mit dem Wettbewerb aber noch nicht. Im November will er beim Finale in der Motorworld, ebenfalls in München, dabei sein – wahrscheinlich nur als Zuschauer, oder vielleicht sogar als Koch während der großen Küchenparty zum Abschluss.

Jetzt geht es für ihn ohne große Pause im Alltag weiter. Das Restaurant lief auch während seiner Reise weiter: „Da gibt es keine Zeit zum Ausruhen.“ Ohne seine Frau Bianca hätte er es aber kaum geschafft, betont er. Sie habe den Laden geschmissen, solange er in München war. „Ich bin dankbar, dass ich sie habe“, so Lein, „ohne sie hätte ich nicht teilnehmen können“.