Dem Rathaus in Neuweiler steht ein Umbau bevor. Foto: Thomas Fritsch

Das Verwaltungsgebäude soll teils abgerissen, neu gebaut und auf Vordermann gebracht werden. Diskussionen gab es nun, ob ein Aufzug gebraucht wird. Und den Appell, dass nicht dieselben Probleme auftauchen dürfen wie beim Feuerwehr-Neubau.

Das Rathaus in Neuweiler soll energetisch saniert und künftig barrierefrei zugänglich sein. Dieses Projekt im Rahmen der Ortskernsanierung steht bereits seit langem auf der Agenda der Gemeinde.

 

Architekt Carol Eibach präsentierte nun in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen Entwurf. „Im Prinzip haben wir einen Bestand, in dem man gut arbeiten kann“, meinte der Architekt.

Der Plan

Sein Ansatz sieht dabei vor, rund ein Drittel des Gebäudes abzureißen – jenen Bereich, in dem sich derzeit der Sitzungssaal befindet. Statisch sei das möglich, da das Rathaus in dieser Hinsicht aus drei Teilen bestehe.

Bislang ist das erste Obergeschoss dieses Bereichs, namentlich der Sitzungssaal, nur über eine kleine Treppe erreichbar. Durch einen Neubau würde hier Barrierefreiheit erreicht.

Der neue Sitzungssaal könnte dann im Erdgeschoss des Neubaus seinen Platz finden, einschließlich eines kleinen Foyers. Diese Flächen, so ist es geplant, sollen auch öffentlich für Veranstaltungen genutzt werden können. Im Obergeschoss darüber entstünden mögliche Büroflächen.

Nochmals im Detail betrachtet

Dort, wo jetzt noch die Feuerwehr residiert, könnte das Bürgerbüro seinen Platz finden. Im hinteren Bereich des Gebäudes sind ein Fahrstuhl sowie Toiletten vorgesehen.

Das bisherige Treppenhaus sowie viel Substanz im Gebäudeteil, der nicht abgerissen werden soll, könnten erhalten bleiben.

Die großen Raumhöhen im Bestand würden zudem den Vorteil bieten, dort die Technik in abgehängten Decken unterzubringen.

Welche Räume letztlich wo untergebracht werden sollen, müsse vor einer Umsetzung nochmals im Detail betrachtet werden.

Parkplätze

Anton Höschele vermisste bei der Konzeption unter anderem einen Vesperraum. Eibach erwiderte, dass dafür Platz sei, es müsse nur entschieden werden, wo genau.

Noch mehr beschäftigte den Rat aber die Frage nach zusätzlichen Parkplätzen, die nun gleich mitgeplant werden sollte. Klar sei, dass die bisherige Anzahl nicht ausreiche und auch der Hof frei bleiben solle. Bürgermeister Martin Buchwald erklärte, dass es hinter dem Gebäude Flächen gebe, die man dafür untersuchen könne.

Fahrstuhl

Bernd Greule stellte in Frage, ob der Fahrstuhl denn unbedingt gebraucht werde. Einerseits verursache dieser Bau-, anderseits Wartungskosten. Eibach erklärte, auch das erste Obergeschoss könne über den Hintereingang barrierefrei gestaltet werden.

Jonathan Stockinger schloss sich Greule an. Er sei sehr für Barrierefreiheit, würde aber ebenfalls gerne auf den Aufzug verzichten, wenn dies auch über eine Stahlrampe zum Hintereingang erreicht werden könne. Dies sei sicher bei Weitem günstiger.

Höschele wiederum war für den Aufzug. Und Buchwald meinte, dass es wohl rein rechtlich kaum möglich sein werde, darauf zu verzichten. Das soll nun geklärt werden.

Weitere Sparmöglichkeiten

Micha Stockinger schlug vor, die Bücherei zur Schule zu verlegen. Die bislang dafür vorgesehenen Räume im Erdgeschoss könnten dann für Büros genutzt werden. Das Dachgeschoss könne somit Büro-frei bleiben, wodurch dort eventuell auch auf Toiletten verzichtet werden könne.

Buchwald hielt das für schwierig, da im Dachgeschoss das Archiv unterkommen und somit öffentlich zugänglich sein soll. Aber „das wird die Feinplanung zeigen“, meinte der Bürgermeister.

Samuel Wolf fragte, ob es nicht möglich sei, den Sitzungssaal ins neue Feuerwehrmagazin zu verlagern, um sich die Baukosten im Rathaus zu sparen.

Buchwald zeigte sich skeptisch. Übergangsweise, während der Bauphase, sei das zulässig; für eine dauerhafte Nutzung müssten wohl andere Vorschriften eingehalten werden – was wiederum einen An- oder Umbau im neuen Feuerwehrhaus erfordern würden.

Nicht wie bei der Feuerwehr

Greule stellte indes in den Raum, ob für das Rathaus-Projekt überhaupt der richtige Partner angepeilt werde. Er zielte damit auf Eibach ab, der auch am Projekt Feuerwehrhaus beteiligt war. Und mit diesem, so der Rat, sei er nicht zufrieden.

Das Feuerwehrhaus war im Laufe des Projekts immer teurer geworden. Das beim Bau Risiken bestehen, sei ihm klar, meinte Greule. „Aber in diesem Ausmaß ist es für mich haarsträubend.“

In diesem Zusammenhang hakte auch Jonathan Stockinger ein. Er forderte, die ganze Planung, auch für den Innenausbau, im Detail zu besprechen, vielleicht in einer außerordentlichen Sitzung zum Thema, bevor etwas in Auftrag gegeben werde. Hieran habe es beim Feuerwehrhaus massiv gefehlt.

Eibach räumte ein, dass es Versäumnisse bei der Entwurfsplanung gegeben habe. Es sei zwar ein bereits vorhandenes Gebäude nachgebaut worden; unkalkulierbar wurde das Ganze aber durch die ganz andere (technische) Ausstattung, über die dann jeweils erst im Einzelnen gesprochen werden musste.

Zeitplan, Kosten

Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden aktuell auf rund vier Millionen Euro geschätzt. Bürgermeister Buchwald rechnet mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 50 bis 60 Prozent der Kosten, also zwei bis 2,4 Millionen Euro.

Was den Bauzeitraum betrifft, meinte Buchwald: Zwei bis zweieinhalb Jahre „werden sicherlich ins Land gehen“, bis alles fertig sei.