Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet „Kiesgrube Käppelin“ schafft neuen Lebensraum für bedrohte Amphibien.
Das Naturschutzgebiet „Kiesgrube Käppelin“ verwandelte sich kürzlich in einen lebendigen Lern- und Arbeitsort für den Naturschutz: 15 engagierte Teilnehmer machten sich gemeinsam mit dem Trinationalen Umweltzentrum (Truz) und dem BUND Regionalverband Hochrhein auf den Weg, um die ökologische Vielfalt des Gebiets zu erkunden – und aktiv zu fördern.
Die Aktion fand im Rahmen des Erlebnisprogramms „Mutmacher: Gemeinsam fürs Klima – Inspirierende Projekte in unserer Region“ statt.
Der Fokus lag auf der Renaturierung zweier Kleingewässer, die für Amphibien – insbesondere die gefährdete Gelbbauchunke – künftig wertvolle Laichplätze bieten sollen.
Der Klimawandel setzt dieser Art und die weitere Amphibien stark zu: Geeignete Fortpflanzungsgewässer werden seltener, Tümpel trocknen oft zu früh aus.
Im Rahmen des Pflegeeinsatzes wurden zwei in die Jahre gekommene Teiche überarbeitet. Die alten, durch UV-Strahlung spröde gewordenen und eingerissenen Folien wurden entfernt. Anschließend modellierten die Helfer die Böschungen flacher, um flache, sonnenexponierte Wasserzonen zu schaffen – optimale Bedingungen für die Entwicklung von Kaulquappen und Jungtieren.
Rückzugsräume
„Gerade die Gelbbauchunke ist auf temporäre, gut besonnte Kleingewässer angewiesen“, erklärt Jérémie Tudoux vom Truz.
„Durch solche gezielten Maßnahmen schaffen wir echte Rückzugsräume für bedrohte Arten. Solche Aktionen sind für den Erhalt der Natur und für das Truz eine riesige Unterstützung – in nur einem halben Tag haben wir Arbeiten geschafft, für die wir sonst deutlich mehr Zeit gebraucht hätten oder sogar einen Minibagger hätten einsetzen müssen.“
Die Aktion war nicht nur ein praktischer Beitrag zum Amphibienschutz, sondern auch ein inspirierendes Erlebnis für alle Beteiligten – ganz im Sinne des „Mutmacher“-Programms, das zeigen möchte, wie aktiver Klimaschutz in der Region konkret aussehen kann.
Mitmachen
Wer Interesse hat, sich bei konkreten Mitmachaktionen des Truz zu engagieren, kann sich gerne direkt beim Trinationalen Umweltzentrum melden. Das Truz bereitet derzeit den Start eines neuen Projekts vor, das den Aufbau eines Freiwilligennetzwerks zur Umsetzung von Pflegeeinsätzen in der Dreiländerregion zum Ziel hat. Über dieses Projekt wird im Jahr 2026 ausführlicher informiert.