Jan Dempewolf (Mitte) und die Teilnehmer im Technologiezentrum. Foto: /Louisa Speicher

Die St. Georgener Firma „I Am Hydro“ hat diese Woche bei einem Entwicklungsprojekt unterstützt.

Überwachung, Spionage oder Luftaufnahmen – das sind wohl die ersten Assoziationen, die man mit Drohnen verbindet. Dabei können die unbemannten Flugobjekte eine große Entlastung für die menschliche Arbeit sein, wie in der Forstwirtschaft oder in Bewässerungen.

 

Das St. Georgener Unternehmen „I Am Hydro“ spezialisiert sich mit seiner Arbeit unter anderem auf die Datenerfassung von Bewässerungen und arbeitet hierfür mit Drohnen. Die Drei-Personen-Firma bearbeitet Aufträge weltweit und ist auch nun Teil eines Entwicklungsprojekts der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GiZ), worin Ruanda, die Elfenbeinküste und Deutschland eng miteinander arbeiten. 14 Teilnehmer aus Ruanda und der Elfenbeinküste waren diese Woche in St. Georgen zu Besuch, um über die komplexe Materie der zivilen Drohnennutzung zu lernen.

Worum es sich bei dem Konzept handelt, erzählen Philipp Thumser, einer der beiden Geschäftsführer von „I Am Hydro“, und Benjamin Cornils, Technischer Berater im Bereich der Digitalisierung der GiZ.

„Training of Trainers“ bietet Rundum-Wissen zu Drohnen

Konkret fokussiert sich die Dreieckskooperation auf die Förderung von Wissensaustausch im Bereich der Innovation unter der zivilen Drohnennutzung, erklärt Cornils. „Dabei geht es um verschiedene Anwendungsfälle im Umweltbereich, in der Biodiversität, Land- und Forstwirtschaft.“

Für die Zusammenarbeit mit Ruanda und der Elfenbeinküste habe sich die GiZ entschieden, da Ruanda bereits ambitioniert und Vorreiter in Afrika im Bereich der Drohnentechnologie sei, wohingegen die Elfenbeinküste „zwar auch ambitioniert, aber technologisch noch nicht so fortgeschritten“ sei, sagt Cornils.

Insgesamt ist das Projekt für drei Jahre angesetzt, derzeit sind sie im ersten Jahr und starteten ihre zweiwöchige Delegationsreise in St. Georgen bei „I Am Hydro“. Hier fand diese Woche fünf Tage lang das „Training of Trainers“ statt, damit die Teilnehmer am Ende ein dazugehöriges Curriculum erlangen. Sie selbst arbeiten bei Behörden oder Universitäten in Ruanda oder an der Elfenbeinküste, so dass sie bereits ein großes Basiswissen über die Nutzung von Drohnen haben.

Bei dem Workshop ging es um die Anwendung der Flugobjekte in der Forstwirtschaft, bei der Wilderersuche, Regularien zur Nutzung in verschiedenen Ländern, Flugsicherheit- und -rechte und den speziellen Nutzen im Schwarzwald.

In der gesamten Woche unterstützten auch Experten, erzählten, wo und wie zivile Drohnen bereits in der Forstwirtschaft in Baden-Württemberg angewendet werden, aber auch ein Experte im Bereich des Drohnenrechts berichtete über die komplexen Regularien in der EU.

Zivile Drohnen als wichtige Unterstützung der Umwelt

Thumser erklärt, dass die Drohnen ähnlich zu Satelliten seien. Sie würden als Scanner genutzt und werteten so Daten aus, die in vielen Bereichen hilfreich seien. Auswirkungen des Klimawandels, Optimierungen von Bewässerungen, Unterstützung in der Nachhaltigkeit – dies ermögliche die Nutzung von zivilen Drohnen. Auch in der Landwirtschaft können die unbemannten Flugobjekte eine große Hilfe darstellen – nämlich um etwa den Zustand der Pflanzen aufzuzeigen.

In der kommenden Woche geht es für die Projektteilnehmer dann an deutschlandweite Universitäten sowie auf Messen rund um die Themen autonome Technologien.