Immer wieder tauchen diese grauen Kästen an Laternen im Stadtgebiet Horb auf. Foto: Florian Ganswind

So mancher Passant wundert sich: Was hat es mit den grauen Kästen an den Straßenlaternen auf sich? Wir klären auf.

Sie tauchen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet auf und verschwinden dann plötzlich wieder. Immer wieder rätseln Passanten, was es mit den grauen Kästen an Laternen auf sich hat.

 

Unsere Redaktion hat bei der Stadt Horb nachgefragt.

Wie heißen die Geräte?

Die Stadt erklärt, dass es sich dabei um sogenannte Seitenradarmessgeräte (SDR oder SRMG) handelt. Diese werden überall im Kreis Freudenstadt eingesetzt, unter anderem in Horb seit 2013.

Wozu werden die Geräte eingesetzt?

Mit diesen Geräten werden neben Geschwindigkeit auch Lärmpegel und Verkehrsentwicklung gemessen.

Wie lang werden die Kästen eingesetzt?

„ In der Regel ist ein SDR für sieben Tage an einem Standort installiert, danach fließen die gewonnenen Daten zu der zentralen Bußgeldstelle, wo sie eingesetzt werden, um festzustellen, wo eine Geschwindigkeitsmessung durch z. B. einen Blitzer am sinnvollsten wären´ schreibt die Pressestelle.

Was finden die Geräte heraus?

Das vorausgehende Prüfen durch ein SDR soll zeigen, wo im Stadtgebiet es in welchem Maße zu Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt. Ein Blitzer wird also nicht wahllos aufgestellt, sondern dort, wo ein SDR bereits bei zu schnellem Fahren ausgeschlagen ist.

Wie teuer sind SDRs?

Die Anschaffung eines SDRs kostet zwischen 1700 und 2500 Euro

Warum wurden zum Beispiel in der Hohlgasse in Nordstetten gleich zwei davon installiert?

Hierzu erläutert die Stadt, dies sei nötig, weil ein einzelnes Gerät jeweils nur eine bestimmte Entfernung messen kann. Soll also die Geschwindigkeitsentwicklung über einen längeren Straßenabschnitt hinweg festgestellt werden, sind mehrere Geräte nötig. Trotzdem empfindet der Staat ihren Einsatz als wirtschaftlich, da sie einen größeren Zählumfang bei deutlich geringerem Personaleinsatz ermöglichen. Zudem sind sie über mehrere Jahre hinweg rund um die Uhr einsetzbar und können mehrere Werte gleichzeitig zuverlässig erfassen – da kann ein menschlicher Zähler nicht mithalten.

Sind die grauen Kästchen also bloß ein weiterer „Schikane-Apparate“?

Nein, sie können tatsächlich auch von Bürgern selbst beantragt werden. Das kommt vor allem in Gegenden vor, in denen viele Familien wohnen und daher viele Kinder ihren Schulweg haben. Oft fühlen sich die Anwohnenden von Rasern gestört und veranlassen die Aufstellung eines SDRs, um zu beweisen, dass die Sicherheit von Passanten tatsächlich gefährdet ist. So können Stadtgebiete, die bisher nicht beachtet wurden, die Regulierung des Verkehrs selbst in die Hand nehmen.