Wo stehen die beiden Tennis-Aushängeschilder der Doppelstadt kurz vor dem Saisonbeginn. Die Vilinger setzen auf den Nachwuchs – in Schwenningen gibt es kein Damenteam mehr.
Die neue Tennis-Saison naht in großen Schritten. Der TC BW Villingen und der TC Schwenningen stehen in den Startlöchern. Während unter Chefcoach Jürgen Müller an der Klosterhalde die Team-Planungen in den vergangenen Wochen normal liefen, erlebt der TC Schwenningen eine schwierige Zeit. Über allem steht aber, dass eventuell Weltklasse-Spieler Dominik Koepfer für seinen Heimatclub im Sommer aufschlagen wird.
TC BW Villingen
Die Herren 30 des TC Villingen peilen in der Badenliga erneut einen Spitzenplatz an und wollen hoch in die Regionalliga. Der interessierte Leser der Setzliste fiel beim Durchgehen der Namen fast vom Stuhl. An Nummer 1 ist Weltklasse-Spieler Dominik Koepfer gesetzt!
Kein PR-Gag, wie Vorstandsmitglied und Herren-30-Spieler Stefan Hauser versichert. Der ernsthafte Hintergrund: Dominik Koepfer arbeitet in Florida nach seiner auskurierten Patellasehnenverletzung an seinem Comeback. Er möchte auf jeden Fall im Frühsommer beim Bundesligisten Mannheim, wo der Furtwanger ebenfalls einen Pass hat, Spielpraxis sammeln. „Wenn Donne dann vielleicht einmal in dieser Zeit hier im Schwarzwald ist und es terminlich passt, könnte er auch bei uns weitere Spielpraxis holen“, erklärt und lacht Stefan Hauser. Die Teilnahme in Wimbledon war das eigentliche Comeback-Ziel von Dominik Koepfer, doch dies könnte für ihn zeitlich etwas eng werden.
Die Villinger Herren 30 beginnen am Sonntag, 10. Mai, in der Badenliga mit einem Heimspiel gegen den TC Sandhausen.
Die Villinger Oberliga-Herren
Klar ist, so betont Villingens Chefcoach Jürgen Müller, „dass wir bei beiden Mannschaften im Kern auf unseren Nachwuchs setzen. Die Anzahlgrenze an Importspielern ist zwar aufgehoben, aber wir halten unseren Weg für den sinnvollsten.“
Bei den Villinger Oberliga-Herren, die am 10. Mai bei den stark eingeschätzten Grenzachern beginnen, sollen die Talente Noah Liedtke, Robin Männl und Milo Leuenberger, viel Spielpraxis sammeln. In der ersten Saisonhälfte könnte Michal Matuszewski (Polen) das Blau-Weiss-Team anführen – dann soll der Argentinier Julian Cundom die Spitzenposition einnehmen. „Wir wollen in der Oberliga bei den Herren und bei den Damen jeweils eine gute Rolle spielen, aber individuell unsere Talente weiterentwickeln. Das Niveau in beiden Oberligen wird sehr hoch sein“, blickt Jürgen Müller voraus. Das Oberliga-Derby zwischen dem TC BW Villingen und dem TC BW Donaueschingen findet am 28. Juni an der Klosterhalde statt.
Die Villinger Oberliga-Damen
Die Villinger Oberliga-Damen bauen auch auf ihre Talente wie Neyla-Fee Schriever oder Anastasia Vasylenko. Außerdem wird Pia Schwarz in der zweiten Saisonhälfte verstärkt zum Einsatz kommen. Fest eingeplant sind die Einsätze der Schweizerinnen Anina Lanz, Chiara Grimm und Nina Stadler. Desweiteren haben die Villingerinnen mit Jasmin Vorih und Julia Breinlinger für den Kader der Damen 1 Verstärkung aus Schwenningen erhalten.
Auf der Setzliste stehen ganz oben bei Villingen die Chinesin Meng-Yi Chen und Doga Turkmen (Türkei). Doch hier scheinen Einsätze eher unwahrscheinlich. Überraschend ist, dass das große Talent Gina Betzner erst einmal mit dem Leistungssport Tennis aufgehört hat und in Köln nun Medizin studiert.
Die Saison für die Villingerinnen beginnt am 17. Mai mit dem Heimspiel gegen den Freiburger TC. Das Oberliga-Derby zwischen dem TC BW Donaueschingen und dem TC BW Villingen findet am 21. Juni im Schlosspark statt.
An diesem Samstag (13 Uhr) läuft die Saisoneröffnung des TC BW Villingen an der Klosterhalde. So wird beispielsweise Schnuppertraining für Erwachsene und Kinder angeboten.
Umbruchzeiten beim TC Schwenningen
Beim TC Schwenningen läuft sportlich ein großer Umbruch. Der Traditionsclub hat keine Damenmannschaft mehr. Eigentlich hatten viele Spielerinnen der Mannschaftsführerin Jasmin Vorih für eine erneute Saison in der Verbandsliga (Im vergangenen Jahr wurden die TCS-Damen Vizemeister) zugesagt, doch dann stand Vorih allein auf weiter Flur. Die bisherigen Mannschaftsspielerinnen hatten sich in der Region anderen Clubs angeschlossen. Jasmin Vorih machte aus der Not eine Tugend und wechselte – zusammen mit Julia Breinlinger und Franziska Putschbach – erst einmal zum TC BW Villingen.
Die Herren des TC Schwenningen haben personell ebenfalls Probleme, starten aber zumindest mit einem Vierer-Team in der Kreisstaffel des Tennis-Bezirks E.
Aufgrund des Abgangs von Clubtrainer Miodrag Draguljevic nach Spaichingen hatten auch einige Jugendliche beim TC Schwenningen zuletzt aufgehört, doch diese Lücken konnten mit einigen neuen Kindern gefüllt werden.
An diesem Mittwochabend wird bei der Jahreshauptversammlung des Clubs ein fast komplett neuer Vorstand gewählt. So stellt sich zum Beispiel Manuel Huber als Sportvorstand zur Wahl. Anita Ganter-Schleeh (Vorstand Finanzen) wollte eigentlich aufhören, kandidiert aber noch einmal. Ihre Tochter Patrizia bewirbt sich neue Vorstandssprecherin. Auf jeden Fall wollen die neuen Verantwortlichen beim TC Schwenningen eine unbedingt notwendige Aufbruchsstimmung erzeugen.