Taxi Batsch und Taxi Fritsch wollen langfristig mehr in Elektromobilität investieren. (Symbolbild) Foto: Pixabay/wal_172619

Nicht selten wird Taxifahrern vorgeworfen, dass sie zu teuer sind. Dabei haben ihre Preise einen Grund. Zwei Taxigewerbe aus Freudenstadt wollen sogar günstiger werden.

Das Ansehen von Taxiunternehmen innerhalb der Gesellschaft sieht nicht gerade positiv aus. Das sei ihnen bewusst, geben die Taxiunternehmen Batsch aus Schönmünzach und Fritz aus Freudenstadt im Gespräch mit unserer Redaktion zu.

 

Dabei gehört deutlich mehr zum Aufgabenbereich der Taxifahrer als „zehn Stunden am Bahnhof stehen“, wie Michael Batsch sagt. Dennoch zeichne sich eine Abneigung Taxis gegenüber in der Gesellschaft ab. Doch warum hat das Image der Taxifahrer in den vergangenen Jahren überhaupt so nachgelassen?

Wie die Preise zustande kommen

Taxifahrer müssen sich oft der Kritik stellen, ihre Preise seien zu hoch. Aus Sicht der Taxiunternehmer Batsch und Fritz ist das ungerechtfertigt. Natürlich seien die Kosten für Autobesitzer gestiegen – höhere Versicherungskosten, Allgemeinkosten für Fahrzeuge, Werkstattpreise et cetera. Aber bei Taxiunternehmen seien diese Kostenaspekte deutlich höher als bei Privatfahrzeugbesitzern, erklärt Batsch.

Auch der gestiegene Mindestlohn stelle eine große finanzielle Last für die Unternehmer dar. Batsch sagt, er habe nichts gegen den gestiegenen Mindestlohn per se, doch hohe Bereitschaftszeiten seien ein Problem. Damit meint er: „Ob ein Fahrer zehn Stunden am Bahnhof steht oder zehn Fahrten an dem Tag hat – er wird gleich bezahlt.“

Tarifpflicht drosselt Preisanstiege

Das Geld muss also wieder eingenommen werden. Beliebig die Preise anheben dürfen die Unternehmer nicht. Dafür gebe es eine Tarifpflicht, durch die sie ein faires Preis-Leistungs-Gleichgewicht einhalten müssen. Überprüft werde die Einhaltung der Tarifpflicht vom Landratsamt in Freudenstadt, ob die Preise „Otto Normalverbraucher gedacht“ seien, erklärt Dietmar Fritz.

In Freudenstadt setzen die Unternehmer vor allem auf ein ausgebautes Leistungsangebot: Der Großteil ihrer Fahrten seien vor allem Krankenfahrten, Rollstuhltransporte oder ambulante Fahrten zu Ärzten. Die Unternehmer wünschen sich daher, dass Taxis als Teil der „Grunddaseinsversorgung“ anerkannt würden. „Wir können viel mehr als das, was wir im Bilde der Gesellschaft darstellen“, so Batsch.

Seit einigen Jahren seien neue Konkurrenten für hiesige Taxigewerbe Unternehmen wie Uber, die mit günstigen Personenfahrten werben. Angst haben die Unternehmer aus Freudenstadt und aus Schönmünzach jedoch nicht: „Wir bieten mehr, was die individuelle Fahrt betrifft. Das kann uns Uber nicht nachmachen“, sagt Batsch.

Wünsche und Lösungsvorschläge

Eine große Herausforderung seien derzeit die gestiegenen Spritkosten aufgrund des Iran-Kriegs, so die Unternehmer. Batsch habe insgesamt fünf Fahrzeuge, Fritz hingegen 20 Autos, davon seien vier elektrobetrieben. Langfristig sollen sowohl bei Fritz als auch bei Batsch mehr elektrobetriebene Fahrzeuge dazukommen.

Doch die Infrastruktur in der Stadt mache dies eher schwierig, sagen sie. Wäre die Infrastruktur besser auf E-Mobilität ausgerichtet und würde es mehr Förderungen dafür geben, so die Unternehmer, könnten langfristig die Preise auch wieder senken.

Wie Batsch erklärt, gebe es nämlich zu wenig E-Ladesäulen an zu wenigen Standorten, und auch seien die E-Ladestrompreise zu hoch. Was sie sich daher wünschen: Mehr Ladesäulen an Taxiparkplätzen, mehr Förderung für weitere Schritte zur Digitalisierung, und eine Art Tankkarte, mit der sie vergünstigt Strom beziehen können.

Auch eine Erstattung der CO2-Steuer und eine Teilrückerstattung von Mineralstoffen sehen sie als Lösung an, um steigende Preise zu vermeiden und sie langfristig zu senken.