Der Ort Kordel wurde komplett vom Hochwasser der Kyll überflutet. Dorthin geht ein Teil der Spenden, die in Althengstett für die Opfer der verheerenden Naturkatastrophe gesammelt wurden. Foto: Schmitt/dpa

Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und das Leid, das vor vier Wochen über die Menschen dort hereingebrochen ist, macht viele tief betroffen. Nicht nur zahlreiche freiwillige Helfer packen im betroffenen Gebiet mit an, sondern die Hilfs- und Spendenbereitschaft auch weitab des überfluteten Gebiets ist groß. Solidaritat mit den Flutopfern zeigt auch die Althengstetter Bevölkerung.

Althengstett - An der dortigen Gemeinschaftsschule (GMS) hat man kurz nach der Naturkatastrophe beschlossen, dass jede Klasse aktiv werden soll, um den Flutopfern finanzielle Hilfe zukommen lassen zu können. "Unsere Schüler sollen Solidarität leben", sagte dazu Schulleiterin Elke Ruf im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. In jeder Klasse sei ein Sparschwein für Spenden aufgestellt worden.

Anliegen wird gerne unterstützt

Die Althengstetter Bevölkerung kann den Jungen und Mädchen bei ihrer Spendenaktion unter die Arme greifen, indem sie in den Einzelhandelsgeschäften im Ortskern rot bemalte Herzen aus Ton mit der Aufschrift "Danke" für einen selbst festgelegten Betrag kauft. Bis zum Beginn der Sommerferien kamen an der GMS durch die Herzen, das Sammeln von Pfandbehältern und Kuchenverkauf fast 900 Euro zusammen, und der Betrag soll weiter steigen.

"Die Aktion wird gut angenommen", äußerte sich Andrea Rüfle, Inhaberin des Bio-Ladenbistros "Der Grünling". Die Hälfte der 40 Herzen, die sie im Kassenbereich anbiete, sei weg. "Ich musste nicht lange überlegen, ob ich da mitmache."

Auch der Althengstetter Seniorenrat (SRA) war für die Flutoper aktiv und eröffnete ein Spendenkonto. Nachdem Helfer des Katastrophenschutzzuges "Hochwasser" des Landkreises Calw in Kordel bei Trier im Katastrophengebiet geholfen hatten, nahm der SRA Kontakt zur dortigen Gemeindeverwaltung auf. "Im Gespräch mit dem dortigen Bürgermeister wurde schnell deutlich, dass dort mit einer Geldspende am ehesten geholfen ist", berichtete der SRA-Vorsitzende Ernst Hempel. Die Aktion ist mittlerweile abgeschlossen: Rund 2000 Euro wollen die Hengstetter Senioren den arg gebeutelten Menschen in Kordel zur Verfügung stellen. Der Pegel des sonst idyllischen Flusses Kyll war vor rund einem Monat nach heftigen Niederschlägen innerhalb kürzesters Zeit von 70 Zentimeter auf acht Meter gestiegen – mit dramatischen Folgen für den Ort.

Zwiebeln für 280 Kuchengeschnitten

Was man erreichen kann, wenn man gemeinsam anpackt, haben die Ottenbronner unlängst mit ihrem Zwiebelkuchenverkauf für die Opfer der Naturkatastrophe gezeigt. Sage und schreibe 5630 Euro wurden dabei durch das Gebäck und damit verbundene Spenden eingenommen. Viele Arbeitswillige waren zum Zwiebelschälen, Schneiden und Dünsten zur Sängerhalle gekommen. Insgesamt wurden 280 Zwiebelkuchen verkauft –­ fast schon eine logistische Meisterleistung in einem Dorfbackhaus.