Schneetreiben und trotzdem gute Laune – so zeigte sich die Narren und diese Altvillingerin beim großen Villinger Umzug am Dienstag. Foto: Marc Eich

Eine halbe Stunde nach Beginn setzt Schneefall ein: Beim Fasnet-Finale in Villingen werden Häser nass – doch die Stimmung bleibt ausgelassen. Das sind die schönsten Bilder.

Klar, der Blick der Narren ging am Dienstagmittag immer wieder nach oben: Meint es der Wettergott gut zum großen Abschluss der Fasnet in Villingen? Die Sonne lockte zunächst die Zuschauer und Umzugsteilnehmer in die historische Innenstadt.

 

Buntes Narrentreiben vor dem Startschuss und gute Laune in allen Straßenzügen waren angesagt – bevor mit dem Strohverbrennen am Abend die Fasnet wieder zu Ende ging. Tausende Besucher drängten sich an der Umzugsstrecke – sowohl innerhalb des historischen Zentrums als auch entlang des Innenrings.

Und sie wurden eiskalt erwischt, als eine halbe Stunde nach Umzugsbeginn plötzlich Schneetreiben einbrach. Morbili und Co. mussten ihre Regenschirme aufspannen, um die wertvollen Häser zu schützen. Doch Trübsal blasen wollte hier natürlich trotzdem niemand.

Malzer wurden von den giezigen Narros gefordert, Brezeln flogen umher und die Wueschte verteilten ihre Sträußle. Ein solches bekam übrigens auch Franziska Brantner. Die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen hatte auf Einladung der Landtagsabgeordneten Martina Braun von der Ehrentribüne aus das bunte Treiben verfolgt und so einen Einblick in die Villinger Fasnet erhalten.

Butzesel will Wurst klauen

Sie durfte dann beobachten, wie ein Butzesel frecherweise versuchte, sich in der Niederen Straße aus dem Umzug zu schummeln. Sein Ziel: natürlich die (einzig verbliebene) Metzgerei in der Innenstadt. Schön hätte es der Butzesel sicherlich gefunden, eine weitere Wurst an seine langen Ohren zu hängen. Doch die Trieber hielten ihn in Schach – und so musste er sich unverrichteter Dinge wieder in die Umzugsschar einreihen.

Gewohnt bissig zeigte sich außerdem die Katzenmusik bei ihren Motivwagen. Dort ist symbolisch die Fasnet zu Grabe getragen worden. Schuld daran sind erhöhte Auflagen und steigende Kosten. Auch der Wagen der Ziegelbuben zielte auf diese Befürchtungen ab. „Hilfe! Unsere geliebte Fasnet leidet. Wie lange dürfen wir noch Fasnet machen?“, stand dort – umgeben von Paragraphenzeichen, die die überbordende Bürokratie symbolisieren sollten.

Jürgen Roth wird aufs Korn genommen

Und natürlich ist ebenso Oberbürgermeister Jürgen Roth von den Katzen aufs Korn genommen worden. Der wie immer herrlich gestaltete Wagen der 8 Zylinder zeigte das Stadtoberhaupt im Superman-Kostüm zwischen vergoldeter Bertholdsbrücke und Rössle-Schloss. In Trumpscher Manier hieß es: „Make VS great again.“ Bei so großflächiger Werbung kann sich der OB ja fast die Plakate vor der kommenden Wahl sparen.

Trotz des wechselhaften Wetters harrten die Zuschauer zweieinhalb Stunden aus, um sich die gesamte Vielfalt der Fasnet zu Gemüte zu führen: die spendablen Glonkis, die grüne Schar der Hexen, die Schabernack trieb und Rauchfontänen zündete, die herrlichen Figuren aus Schwenningen sowie das neue Häs der Heringsdörfler.

Alsbald war das Wetter angesichts des ausgelassenen Treibens fast schon vergessen. Anschließend zog man zum Abschluss der Fasnet nochmals durch die Stadt. Und wenig später hieß es dann auch in Villingen wieder: „S’goht degege!“