Achim Kitiratschky (von links), Frank Geisler, Petra Schloß und Adalbert Müller betreiben den temporären Plattenladen „Platten Quelle“. Foto: Ralf Deckert

In Freiburg gibt es zurzeit einen „Rock-up-Store“ in einem Taucherladen. Dort bieten sechs Freunde Schallplatten aus ihrer umfangreichen Plattensammlung zum Verkauf an.

Was ein „Pop-up-Store“ ist, weiß mittlerweile fast jeder: ein Laden, der nur für kurze Zeit irgendwo auftaucht. Aber ein „Rock-up-Store“? Den gab es bisher nicht. Die „Platten Quelle“ in Freiburg-Brühl ändert das derzeit. Sie ist ein Secondhand-Plattenladen, und das Motto der Macher lautet: „Old Music from Old People“, es gibt also „alte Musik von alten Leuten“ zu entdecken. Inhaber Adalbert „Adi“ Müller, der vor seiner Zeit als Kaufmann Taucharchäologe war, und seine mittlerweile sechs Mitstreiter eint die Leidenschaft für Punkmusik. Im Hinterzimme seines Tauchladens bieten sie nun bis zum 24. Januar 2026 Teile ihrer Plattensammlungen zum Verkauf an.

 

Idee vom „Laden im Laden“ existierte schon länger

Eigentlich ist die „Platten Quelle“ gar kein richtiger Laden, sondern das Büro von Müllers Geschäft „Taucher Quelle“, das kurz nach dem Jahreswechsel schließen wird. Alt genug sei er inzwischen, ein neuer Mietvertrag komme für ihn nicht mehr infrage, sagt Müller. Und so kam Bewegung in die bereits existierende Idee vom „Laden im Laden“, in dem vorne noch Taucherbrillen und Sportklamotten über den Tresen gehen, während man sich im Hinterzimmer durch Rock´n´Roll-Raritäten und Punk hören kann.

Und manch andere Stilistik: „Ich komme in erster Linie vom Schlager“, erzählt Petra Schloß, die ein Jahr vor der Rente steht und Erzieherin ist. „Die Fünfziger, Sechziger und Siebziger sind mein Ding. Und der Punk.“

Freunde verbindet liebe zur Punk-Musik

Der ist das verbindende Element der Freunde. Aber nicht nur, denn die Geschmäcker sind verschieden. Eine von Müllers Lieblingsplatten ist etwa das erste Album der britischen Ska-Band „The Specials“ von 1980, während Frank Geisler, bekannt aus der alternativen Gastroszene Freiburgs, sich auf den Verkauf eines Teils seiner Rock’n’Roll- und Surf-Singles spezialisiert hat. „Ein Drittel ist schon weg“, berichtet Geisler rund zwei Wochen nach dem Start der „Platten Quelle“, die sich in der Stadt blitzschnell durch Mundpropaganda und über soziale Medien herumgesprochen hat.

Geisler gilt vielleicht als der leidenschaftlichste Plattenfreak der Runde: „Ich würde sagen, ich höre auch heute noch vier bis fünf Stunden Schallplatten am Tag“, schätzt der ältere Herr mit der Lederkutte und dem Anstecker von Surf-Legende Link Wray am Revers.

Zwischen 4000 und 6000 Platten werden angeboten

Zum Gespräch mit unserer Redaktion erscheint auch Achim Kitiratschky, der Blues-Spezialist der Gruppe, der früher beim nichtkommerziellen Sender Radio Dreyeckland (RDL) in Freiburg eine Nachtsendung mit Bluesplatten moderiert hat. „Die Platten dafür habe ich damals günstig erstehen können, als die CD auf den Markt kam“, erzählt er.

Zwischen 4000 und 6000 Schallplatten werden derzeit angeboten. Foto: Ralf Deckert

Wer die „Platten Quelle“ besucht, stößt auf viele Raritäten. Einige davon werden im deutlich dreistelligen Bereich gehandelt. Aber es gibt auch Platten für 50 Cent oder einen Euro, wie Müller betont: „Wir versuchen, die Scheiben knapp unter ihrem durchschnittlichen Verkaufspreis anzubieten.“

Zwischen 4000 und 6000 Platten sind derzeit im Angebot. Doch niemand der Freunde will seine Sammlung auflösen, betont Geisler: Rund 10 000 Singles habe er noch daheim in seiner Einzimmerwohnung. Und die sollen dort auch bleiben. Auch Müller mag die kleinen Platten mit nur einem Lied pro Seite: „So um die 6000 dürften es bei mir zu Hause auch noch sein.“

Es gehe im Laden eher darum, Dubletten oder Stücke zu verkaufen, die man nicht mehr brauche. Platzgründe spielten ebenfalls eine Rolle, ergänzt Petra Schloß. Nach dem Ende der „Platten Quelle“ wollen die Freunde weiterhin online Schallplatten verkaufen.

Die Öffnungszeiten der „Platten Quelle“

Die „Platten Quelle“
  im Laden „Taucher Quelle“ am Komturplatz 2 in Freiburg ist bis zum 24. Januar 2026 donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet.