Verdi ruft die Beschäftigen der Universität Freiburg am Mittwoch zum Streik auf. Foto: Patrick Seeger/dpa

Wegen eines Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi könnte der Alltag an der Universität Freiburg am Mittwoch durcheinandergeraten. Beschäftigte sind zum Streik aufgerufen.

Für Studenten an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg könnte der Mittwoch ein etwas anderer Uni-Tag werden. Denn wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, sind die Beschäftigten der Universität Freiburg am Mittwoch, dem 28. Januar, zum Warnstreik aufgerufen.

 

Der Streik ist eine Maßnahme der Gewerkschaft in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder. Demnach wollen Beschäftigte der Hochschulen, Studierendenwerke und Forschungseinrichtungen am Mittwoch bei einem bundesweiten Branchenstreiktag den Druck erhöhen – auch in Freiburg.

An der Albert-Ludwigs-Universität soll laut Verdi gestreikt werden, zudem ist ab 12 Uhr zu einer Demonstration durch die Freiburger Innenstadt aufgerufen. Gestartet wird vor dem Freiburger Gewerkschaftshaus.

Derzeit gibt es noch keine Einigung zwischen den Verhandlungspartnern

„Gerade in Zeiten großer technologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen braucht es eine starke Wissenschaft – dazu gehören gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung“, wird Gabriele Strnad, Gewerkschaftssekretärin von Verdi im Bezirk Südbaden Schwarzwald, in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert.

Derzeit läuft die Tarifrunde, bislang gibt es jedoch keine Einigung zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und der Gewerkschaft. „Die Arbeitgeber der Länder verweigern sich bislang ernsthaften Verhandlungen. Während die Beschäftigten tagtäglich dafür sorgen, dass Lehre, Forschung und Verwaltung an den Hochschulen funktionieren, legt die TdL nicht einmal ein Angebot vor“, kritisiert Michael Herbstritt, Bezirksgeschäftsführer von Verdi Südbaden Schwarzwald.

Das fordert die Gewerkschaft Verdi

Laut Verdi habe die TdL in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar „kein verbindliches Angebot vorgelegt“. Insgesamt fordert Verdi eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will die Gewerkschaft erreichen, dass der Tarifvertrag auch für studentische Hilfskräfte gilt.

Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter der Uni Freiburg zum Streik aufgerufen. Foto: Tom Weller/dpa

„Ob studentische Beschäftigte, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beschäftigte in Technik und Verwaltung oder in den Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen – alle am Campus sind für gute Lehre und Forschung wichtig“, betont Gabriele Strnad in der Mitteilung.

Auch andere Uni-Standorte in Baden-Württemberg betroffen

Welche konkreten Auswirkungen der Streik in Freiburg haben wird, ist derzeit noch unklar. „Bei bisherigen vergleichbaren Streiks ist zu vereinzelten Ausfällen von Lehr-Veranstaltungen gekommen sowie zu vereinzelten, kurzzeitigen Einschränkungen in weiteren Bereichen der Universität. Dies ist auch beim Streik am Mittwoch möglich“, teilte ein Sprecher der Universität mit.

Nach Kenntnis der Uni, die eigenen Angaben zufolge insgesamt 8400 Beschäftigte (ohne Universitätsklinikum) hat, rechnet Verdi mit 200 Streik-Teilnehmenden. Die Mensen sind vom Streik dagegen nicht betroffen und öffnen wie gewohnt, hieß es am Montag auf Nachfrage vom zuständigen Studierendenwerk Freiburg.

Neben Freiburg sind am Mittwoch in Baden-Württemberg auch Beschäftigte der Hochschulen in Tübingen, Heilbronn, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Ulm, Stuttgart und Hohenheim zum Streik aufgerufen. Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt.

In Emmendingen wird das ZfP bestreikt

Bereits am Montag wird das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Emmendingen von Verdi bestreikt. Aufgrund des Warnstreiks gilt laut Verdi im ZfP an diesem Tag eine „restriktive Aufnahmepolitik“, um die „Notbesetzung auf den Stationen zu entlasten und eine sichere Patientenversorgung zu gewährleisten“.