Bizerba in Balingen: Das Unternehmen steht vor einem Umbruch. Foto: Eyckeler

Das Balinger Unternehmen Bizerba ist am Montag aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ausgetreten. Tarifverhandlungen waren nach Unternehmensangaben zuvor gescheitert.

Von Herausforderungen des Wirtschafts- und Marktumfelds spricht Bizerba, betont, „gescheiterte Tarifverhandlungen erfordern alternative Maßnahmen“.

 

Eine Entscheidung in diesem Zusammenhang verkündete das Balinger Unternehmen am Montag – es ist aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ausgetreten.

Südwestmetall wiederum betont: „Die Tarifpolitik ist unser Kerngeschäft.“ Ziel sei es, gemeinsam mit der IG Metall Baden-Württemberg „zukunftsfähige Arbeitsbedingungen für die Metall- und Elektroindustrie im Land“ zu gestalten. Wie also geht es weiter?

Bizerba verkündet Stellenstreichungen im Januar 2024

Bereits Anfang 2024 hatte Bizerba, das es kürzlich auf die Liste der Weltmarktführer schaffte, angekündigt, zehn Prozent der Stellen zu streichen. „Die Maßnahmen zielten darauf ab, das Unternehmen strukturell auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten und die Resilienz in einem sich wandelnden Umfeld zu erhöhen“, heißt es dazu von Unternehmensseite.

Durch die international angespannte Wirtschaftslage und weiter rückläufige Absatzprognosen habe Bizerba im Juli 2024 Verhandlungen über einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall aufgenommen.

„Ziel war es, gemeinsam Maßnahmen zur langfristigen finanziellen Stabilität und Beschäftigungssicherung zu erarbeiten“, heißt es. Bizerba hatte nach eigenen Angaben zuletzt unter anderem angeboten: Beschäftigungssicherung „über die gesamte Vertragslaufzeit und eine jährliche Rückzahlungsverpflichtung der Arbeitnehmerverzichte, sollte sich die konjunkturelle Situation erholen und das jährlich geplante Gruppenergebnis übertroffen werden“.

Bizerba: Erhalt vieler Arbeitsplätze hat oberste Priorität

Demgegenüber hatte Bizerba von den Mitarbeitern Verzichte an Sonderzahlungen – etwa in Sachen Weihnachtsgeld – gefordert sowie eine Verschiebung künftiger Tarifsteigerungen während der Laufzeit des Ergänzungstarifvertrages, so das Unternehmen weiter.

Weil die Mehrheit der IG-Metall-Mitglieder dem Vorschlag nicht zugestimmt habe, wurden die Gespräche Bizerba zufolge beendet. „Obwohl wir das Scheitern der Verhandlungen bedauern, bleibt die Zukunftssicherung des Unternehmens und damit der Erhalt vieler Arbeitsplätze oberste Priorität“, erklärte Andreas W. Kraut per Mitteilung. „Daher müssen wir aus ökonomischen Gründen nun alternative Maßnahmen prüfen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken.“

Genauer wurde das Unternehmen am Montag nicht. Welche alternativen Maßnahmen geprüft werden: noch unklar.

Bizerba: direkter betrieblicher Dialog

Klar ist: Die Entscheidung für einen Austritt Bizerbas aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ist gefallen. „Vor dem Hintergrund der zunehmend komplexen Abschlüsse und Abläufe im Tarifbereich sowie der aktuellen internationalen wirtschaftlichen Lage hat sich Bizerba entschieden, die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband Südwestmetall zu beenden.“

Außerdem heißt es: „Die derzeitigen Tarifforderungen erscheinen unter den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwer umsetzbar und bergen Risiken für die Beschäftigungssicherheit.“ Bizerba sehe „diesen Schritt als geeignete Maßnahme, um künftig flexibler auf Marktentwicklungen reagieren und einen direkten betrieblichen Dialog führen zu können“.

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