Sieben Prozent mehr beim Gehalt: die verbeamteten Techniker der JVA Rottenburg demonstrieren für einen guten Tarif-Abschluss. Foto: Michael Hahn

ls Beamte dürfen die Techniker in den Gefängnis-Werkstätten nicht streiken. Trotzdem demonstrierten sie am Montag für die Tarif-Forderungen der Gewerkschaften.

Und zwar für die Tarif-Forderungen der Gewerkschaften.Die Aktion am Montagmittag war nach fünf Minuten schon wieder vorbei. Um 11.58 Uhr öffnete sich das große Schiebetor der Rottenburger Justizvollzugsanstalt, und mehr als 50 Beschäftigte kamen heraus, viele in den hellblauen Streikwesten der Gewerkschaft BTB (Teil des Deutschen Beamtenbunds). Mit ihren Fahnen forderten sie: „plus 7 Prozent“. Das ist die Gewerkschaftsforderung in den aktuellen Tarifverhandlungen. Kurzer Foto-Termin auf dem Parkplatz, und schon ging es wieder zurück in die JVA.

 

Wobei: „Streikwesten“ ist schon mal falsch. Denn Beamte dürfen ja gar nicht streiken. Deshalb hatte der Berufsbereich „Techniker im Strafvollzug“ seine Mitglieder zu einer symbolischen Aktion in der Mittagspause aufgerufen, übrigens „das erste Mal seit mehr als 15 Jahren“, wie der Landesvorsitzende (und Rottenburger Ortsgruppenvorsitzende) Jan Kaltenmark dieser Zeitung sagte. Ob es am Montag ähnliche Aktionen auch an anderen Gefängnissen im Land gab, wisse er allerdings nicht.

Beamte übernehmen den Tarif-Abschluss

„Wir wollen uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, die andere für uns bei Warnstreiks erzielen“, sagte Kaltenmark über die vielen anderen Bereiche des öffentlichen Dienstes. Die Gehaltserhöhungen der Tarifbeschäftigten werden üblicherweise „1 zu 1“ für die Beamten übernommen.

„Plus sieben Prozent“ fordern die Beamten der Gefängniswerkstätten vor der Rottenburger JVA. Foto: Michael Hahn

Umso mehr freue er sich, dass am Montag nicht nur praktisch alle Beamten aus den JVA-Werkstätten mitmachten, sondern auch viele andere Kollegen und Kolleginnen. Die eigentlichen Strafvollzugsbeamten wiederum sind anderweitig organisiert. Seine Ausbildung hat Kaltenmark bei Daimler gemacht. Damals war er Mitglied der IG Metall: „Die können dort mehr Druck machen.“ Dagegen könne man ein Gefängnis eben nicht stilllegen.

Die Arbeit muss angemessen honoriert werden

Die Belange des Werkdiensts werden laut Kaltenmark in der öffentlichen Wahrnehmung oft ebenso übersehen wie bei den Tarif-Verhandlungen. Deswegen habe man eine eigene Sparte innerhalb des BTB organisiert.

Und schnell wieder zurück! Denn um 12.30 Uhr müssen die Beamten in ihren Werkstätten wieder die JVA-Gefangenen übernehmen. Foto: Michael Hahn

„Die Gefangenen sind sieben Stunden am Tag bei uns. Für sie sind wir Papa, Mama, Psychologe und Sozialarbeiterin.“ Diese Arbeit (inklusive 41-Stunden-Woche) müsse auch angemessen honoriert werden.