Das Leben, auch in der letzten Phase, lebenswert machen. Das Pflegeheim Markgräflerland in Weil am Rhein bietet Mitmachangebote.
„Unsere Bewohner stehen im Fokus“, sagt Einrichtungsleiterin Natalie Stenzel. Gemeinsam mit der Veranstaltungsmanagerin Ine Bösch und der Teamleiterin Betreuung Diana Knoll trägt Stenzel dazu bei, dass es „den Menschen im Pflegeheim gut geht, dass sie gerne dort leben“.
Der Ansatz, den Bewohnern soll mehr geboten werden, als Pflege und Ernährung. Und, die Erfolge zeigen sich. „Wir bekommen oft das Feedback von Angehörigen, die sagen, seit die Mutter oder der Vater hier lebe, seien sie richtig aufgeblüht.“ Das Angebot kann sich sehen lassen. Gottesdienste, Gymnastik, Bingo Spiel, die Auftritte von Vereinen und Chören und ganz viel Musik stehen auf dem Veranstaltungsprogramm.
Musik gibt es an jedem Donnerstag. Zuletzt im Rahmen eines Tanztee, bei dem Nancy Stahl mit ihrem Tanzpartner die Zuschauer tanzend auf eine Reise mitnahm. 115 Gäste, darunter auch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Hauptamtsleiterin Annette Huber, genossen diesen Nachmittag voller Musik und Tanz.
Ansteckendes Temperament
„Musik und Bewegung berühren und bewegen Menschen jeden Alters“, stellte Stöcker fest. Das Temperament von Nancy Stahl sei geradezu ansteckend und der Einsatz der Mitarbeiter und der Ehrenamtlichen sei bewundernswert, fand Diana Stöcker.
Sturzprophylaxe
Gut besucht ist beispielsweise die wöchentliche Sturzprophylaxe, es gibt Museums- und Konzertbesuche, Biografiearbeit sowie Schulung in der IPad-Nutzung oder Gedächtnisspiele und vieles mehr. Damit das alles gelingt, arbeitet Diana Knoll mit einem 20-köpfigen Betreuungsteam zusammen. Ine Bösch koordiniert 36 Ehrenamtliche.
Team für Kreatives
Die beiden Frauen arbeiten zusammen und bilden ein Team, das sich kooperativ, kreativ und stets positiv auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner einstellt. Dabei wird darauf geachtet, Ressourcen beispielsweise im Nähstübchen zu fördern und zu erhalten. Dort wird Wäsche für andere Bewohner geflickt, es wird genäht, gestrickt, gehäkelt und es werden Knöpfe angenäht. Daneben gibt es ein Tässchen Tee.
Musik gehört dazu
Das Nähstübchen findet großen Anklang. Aber auch das Kochen und Backen ist sehr beliebt. Selbst in der Abteilung für Demenz, gehört Backen und Kochen zu gern gemachten Tätigkeiten. Jürgen Hässler, früher Veranstaltungsmanager, bringt in diese Abteilung regelmäßig Musik. Während bei dem Menschen mit Demenz eher klassische Musik beliebt ist, lieben es die Bewohner der MS Abteilung eher rockig, erklärte Knoll.
Ob Eis oder Pommes essen mit Hildegard Pfahler, Feste rund um die Jahreszeiten oder die Vorlesestunden der Grundschüler aus der Karl-Tschamber-Schule, das alles bringt Leben ins Haus und mache das Leben für die Bewohner lebenswert. Wichtig sei es, wenn ein Mensch neu ins Pflegeheim komme, seine Interessen herauszufinden, so dass er seinen Platz im Haus erfüllen kann. So entstehen auch soziale Kontakte unter den Bewohnern.
Kontakte auch außerhalb des Heims
Aber auch schöne Kontakte zu den Menschen außerhalb des Heims finden statt. An den verschiedenen Veranstaltungen nehmen nicht nur Angehörige, sondern auch sonstige Besucher teil. Gerngesehen sind die Besuchshunde, die regelmäßig zum Streicheln lassen kommen. Da zwischenzeitlich immer mehr Männer im Pflegeheim leben, wurde die Idee eines Männerstammtisches geboren. Themen, die vor allem Männer interessieren, stehen hier im Vordergrund. Gemeinsam ein Fußballspiel anschauen, Würfeln, Karten spielen, eine Weinprobe, eben männertypische Dinge, werden beim Männerstammtisch angeboten.
Lebendiger Lebensalltag
„Wir legen besonderen Wert auf ein vielfältiges Betreuungs- und Aktivitätsangebot für unsere Bewohner“, sagt Einrichtungsleiterin Natalie Stenzel. Die Pflege der Gemeinschaft, des Miteinander, individuelle Förderung und die aktive Einbindung von Ehrenamtlichen zur Gestaltung eines lebendigen Lebensalltags trage dazu bei.
Auszeichnung für Ehrenamt
Erfreulich sei, dass die Ehrenamtlichen des Pflegeheim Markgräflerland ganz aktuell für eine Würdigung zum Tag des Bürgerengagements 2025 des Landkreises Lörrach ausgewählt wurden, berichtete Ine Bösch. Ohne deren Einsatz wäre vieles nicht zu leisten. Übrigens, die älteste ehrenamtliche Helferin, Waltraud Strohmeier, sei selbst über 90 Jahre alt.
Für die nächsten Wochen ist der Auftritt des Harmonie-Orchester Schopfheim, ein weihnachtliches Singen mit dem Frauenchor, Auftritte der Musikschule und mehr geplant.