Die Akteure der siebten großen Show von „Julia’s Dance Center“ gemeinsam auf der Bühne Foto: Julia’s Dance Center

Bei zwei großen Tanzaufführungen im Theater im Kurhaus wurden die vier Jahreszeiten von Tanzpädagogin Julia Haas und ihrem Nachwuchs faszinierend zum Leben erweckt.

Anmutiger, moderner und auch prachtvoller, als dies Julia Haas mit ihren Schülerinnen und Schülern tat, kann man die vier Jahreszeiten tänzerisch kaum zum Leben erwecken. Das Motto der inzwischen siebten großen Bühnenshow von „Julia’s Dance Center“ und die individuelle Umsetzung des Themas trafen bei den Zuschauern ins Schwarze. So sehr, dass neben tosendem Applaus und Zwischenapplaus nach besonders herausfordernden Tanzpassagen vereinzelt auch Tränen der Rührung in den Zuschauerrängen flossen.

 

Der Tanz in Kombination mit der begleitenden Musik, die zum Wechsel der Jahreszeiten gelesene Lyrik und die farblich und inhaltlich passenden Bildprojektionen im Hintergrund erzeugten eine Stimmung, die die Herzen der Zuschauer berührte. Beide Aufführungen, unterbrochen durch eine Pause, vergingen wie im Flug.

Dem Anspruch, für jeden Geschmack das Passende zu präsentieren und die Schönheit des Tanzes in seiner ganzen Bandbreite zu zeigen, wurden die Akteure auf der Bühne absolut gerecht.

Auch die Jüngsten begeisterten – hier als Häschen. Foto: Monika Schwarz

Neben zahlreichen Tänzen aus Originalballetten wie dem berühmten „Blumenwalzer“ aus dem Nussknacker oder dem „Grande valse brillante“ aus Les Sylphides, den die „Frühlingselfen“ gleich zu Beginn mit tänzerischer Leichtigkeit und Grazie präsentierten, hatte Haas eine große Zahl an Tänzen auch selbst choreografiert und dabei unterschiedlichsten Tanzstilen Raum gegeben.

Der zeitgenössische Tanz, Commercial, Jazz und auch Hip-Hop bekamen zur Musik von unter anderem Taylor Swift oder auch Jennifer Lopez ebenso ihren Raum. Elegante Pirouetten und anmutige Arabesken wurden im Tanz durch die Jahreszeiten durch verschiedene Stilelemente des modernen Tanzes wunderbar ergänzt. Damit wurde gezeigt, wie unterschiedlich Tanzstile sein können, auch wenn sie sich dem gleichen Motto widmen.

Synchronität beeindruckt

Beeindruckend war die große Synchronität, mit der sich die Akteure auf der Bühne beim Gruppentanz, aber auch in Trios und Duetten präsentierten. Ohne intensive Vorbereitung und teilweise jahrelange tänzerische Erfahrung gelingt das nicht. Was möglich ist, wenn man sich viele Jahre dem Tanz widmet, zeigten beispielsweise Julia Haas, aber auch Eliana Mühlberger bei solistischen Darbietungen, die mit stürmischem Applaus bedacht wurden.

Auch die Allerjüngsten bereiten viel Freude

Viel Freude machte es aber auch, den allerkleinsten Tänzerinnen zuzusehen. Diese bekamen vor allem im „Frühling – als „Vögelchen“ oder „Häschen“ – ihren Raum. Passend zum „Sommer“ hatte Haas auch landestypische Tänze aus den Balletten „La Esmeralda“ und „Don Quichotte“ sowie den „Ungarischen Tanz Nr. 5“ und die „Tarantella Napoletana“ in das Programm integriert, bei denen die getanzte, südländische Lebensfreude auf das Publikum überschwappte. Die landestypischen Kostüme waren eine Augenweide.

Auch die Kostüme waren eine Augenweide. Foto: Monika Schwarz

Jede Jahreszeit wurde durch unterschiedliche Tanzstile repräsentiert. Nicht fehlen durften dabei natürlich auch Klassiker wie der „Schneeflockenwalzer“ aus dem Ballett „Nussknacker“ oder ein erfrischend getanzter Streifzug durch das Musical „Moulin Rouge“.

Überrascht von den tänzerischen Darbietungen wurde am ersten Abend aber nicht nur das Publikum, sondern auch Julia Haas selbst. Ihre Schülerinnen hatten mit Rosella Morrone-Mühlberger heimlich eine Choreografie einstudiert, von der Haas überhaupt nichts gewusst hatte. Die Freude und Rührung darüber war riesengroß.