Auf der Tanzfläche herrschte stets viel Betrieb. Foto: Endrik Baublies

Mit dem Chrysanthemen-Ball hat sich die Stadt eine neue Veranstaltung ausgedacht. Am Samstagabend stand die Mehrzweckhalle ganz im Zeichen von Discofox, Cha-Cha-Cha und Co. Bis nach Mitternacht legten die Gäste eine flotte Sohle aufs Parkett. Unsere Redaktion war dabei.

„Lassen Sie uns tanzen, singen, lachen, essen, die Seele baumeln und den Alltag hinter uns lassen“ – der Wunsch von OB Markus Ibert ging am Samstagabend in Erfüllung. Bei der Premiere des Chrysanthemenballs, den die Stadt zum 25. Geburtstag der Blumenschau ins Leben gerufen hatte, herrschte bis zum Schluss gute Laune. Die 200 Gäste genossen das Drei-Gänge-Menü und füllten durchgängig die Tanzfläche.

 

Das Ambiente: 25 blumenreich geschmückte Tische mit je acht Plätzen hatte die Stadt in der Mehrzweckhalle aufgestellt. In deren Mitte: die Bühne mit der Casino-Band Baden-Baden und natürlich die Tanzfläche. Zwei Wochen vor Beginn der Blumenschau gab es bereits einige Chrysanthemen zu bewundern. Echte Pflanzen schmückten die Bühne, per Scheinwerfer wurden Blüten in verschiedenen Farben an die Wände geworfen. Das sorgte nicht nur für eine thematisch passende Atmosphäre, sondern auch für Disko-Stimmung.

Die Idee: OB Ibert verriet in seiner Eröffnungsrede, dass die Idee zum Chrysanthemen-Ball bereits während der Pandemie entstanden war. „Wir wollen die Chrysanthema weiterentwickeln“, betonte er. Mit dem Ball habe man „eine Lücke in der Stadt“ geschlossen. Denn die Möglichkeiten, klassisch tanzen zu gehen, würden in der Region rarer. So freute sich der Rathauschef darüber, dass die Karten für den Ball so schnell vergriffen waren.

Die Unterstützer: Möglich gemacht wurde der Ball auch durch die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung. Deren Vorsitzender, Alt-OB Wolfgang G. Müller, erklärte, dass die Stiftung das Gemeinwohl fördern sowie die „Identität und das Zusammengehörigkeitsgefühl“ stärken wolle. Zwischen „Alt-Lahrern und „Neu-Lahrern“, wenn auch kulturell verschieden, dürften keine Trennwände entstehen. „So eine Veranstaltung hat gefehlt“, bilanzierte Müller. Mit von der Partie waren auch Ralf und Yvette Schütz von der Tanzschule Yvette in Lahr. Die beiden erfahrenen Tanzlehrer, bei denen viele der anwesenden Paare schon Unterricht genommen haben, eröffneten den Abend mit einer kurzen Auffrischung im Discofox.

Das Essen: Noch während Ibert und Müller ihre Reden hielten, wurde die Vorspeise serviert. Kredenzt wurde das Menü vom Restaurant Fegers Grüner Baum. Die Rahmsuppe mit Kresseknödel machte Lust auf mehr, auch das Schutterlindenberger Reh als Ragout mit handgerührten Preiselbeeren und Quarkknöpfle mundete ausgezeichnet. Zum Schokoladenmousse und Orangensorbet als Nachtisch gab es überbackene Chrysanthemen – ebenfalls lecker, genau wie die passend abgestimmten Weine vom Weingut Wöhrle.

Die Tänze: Schon zwischen den Gängen wagten sich die ersten Gäste auf die Tanzfläche. OB Markus Ibert und seine Frau Marion gingen als gutes Beispiel voran. Auch die amtierende Chrysanthemenkönigin, Marion II., und ihre Nachfolgerin, Birgit I., drehten ihre Runden. So manches Paar zeigte mit rasanten Drehungen beim Wiener Walzer, was es drauf hatte. Andere ließen es beim langsamen Walzer oder bei der Rumba ruhiger angehen. Besonders voll wurde es, wenn die Musiker einen Discofox oder Cha-Cha-Cha zum Besten gaben. In den Pausen der Band kam die Musik vom Band, Ralf und Yvette Schütz spielten DJ. Die Lahrer sangen und tanzten, wer eine Pause brauchte – oder sich bei Tanzarten wie dem Quickstep unsicher war –, setzte sich kurz an den Tisch, wo vergnügt geplaudert wurde. Zumindest, bis es wieder aufs Parkett ging.

Die Show-Einlagen: Zu den Höhepunkten des Abends zählten Vorführungen der Tanzschule Yvette, die in dieser Woche ihren 20. Geburtstag feierte. Wettkampftänzerin Luna Schütz, die älteste Tochter der Inhaber, erhielt für die Samba mit ihrem Tanzpartner viel Applaus. Auch in der Rumba und beim Cha-Cha-Cha zeigten sie Figuren, die die Gäste zum Staunen brachten. Schließlich duften auch Ralf und Yvette Schütz selbst ihr Können zeigen. Auf schwindelerregende Drehungen beim Wiener Walzer folgte eine gefühlvolle Rumba – inklusive Hebefigur. Dafür ernteten die beiden Szenenapplaus.

Das Fazit

OB Markus Ibert zeigte sich kurz nach Mitternacht im Gespräch mit unserer Redaktion sehr zufrieden mit der Premiere: „Die Menschen haben Spaß gehabt“, freute er sich. Auch er selbst habe es genossen, mal wieder zu tanzen. Geburtstagskind Ralf Schütz, der als Überraschung eine Torte erhielt, lobte die Tanzkünste, die die Lahrer an diesem Abend unter Beweis stellten. Er betonte, dass es von solchen Veranstaltungen leider zu wenige gebe.