Pünktlich zur Burgweihnacht in Zavelstein gibt es auch ein neues Design für die Vermarktung des Teinachtals. Das alte „war einfach nicht digitaltauglich“, heißt es.
Bei strahlendem Sonnenschein kamen Bürgermeister Markus Wendel, Vanessa Lotz-Kijak, Leitung der Teinachtal-Touristik, und Marketingleiterin Eva Magenreuter nach Zavelstein, um das neue Design und Logo für das Teinachtal erstmals vorzustellen.
Die Präsentation fand bewusst kurz vor der Burgweihnacht an dem Ort statt, an dem das neue Erscheinungsbild am Wochenende offiziell präsentiert wird. „Die Atmosphäre hier oben bekommt man sonst nirgendwo“, betonte Wendel mit Blick über die Landschaft der Burgruine und das Städtle, wo die Mitarbeiter des Bauhofs bereits mit vereinten Kräften am Aufbau des Weihnachtsmarkts arbeiten.
Für die drei Kommunen Bad Teinach-Zavelstein, Neubulach und Neuweiler ist das ein bedeutender Moment, ein Schritt zu einem modernen, einheitlichen Auftritt, der die Identität des gesamten Tals stärken soll.
Definitiv in die Jahre gekommen
Marketingchefin Eva Magenreuter erklärt die Beweggründe offen: „Unser altes Design war definitiv in die Jahre gekommen. Es war einfach nicht digitaltauglich. Die geschwungenen Linien wirkten altbacken, die Farbwelt war vielschichtig in grün, blau, schwarz und daher schwer einsetzbar.“ Besonders im digitalen Raum habe man damit kaum flexibel arbeiten können.
Auch auf Plakaten und in der Veranstaltungswerbung zeigte sich das Problem: „Jedes Plakat sah anders aus, von der Fackelwanderung über die Burgweihnacht bis zum Konzert im KONI. Neubulach und Neuweiler nicht ausgeschlossen.“ Mit dem neuen Corporate Design gebe es nun eine klare Linie, die dennoch genügend kreativen Spielraum biete.
„Es gibt einen Design-Guide mit klaren Richtlinien, aber viele Freiheiten innerhalb eines festen Rahmens.“ Ziel sei ein klarer Wiedererkennungswert und der sei mit den neuen, frischen Farben bereits gelungen.
Neue Farben
„Wir haben uns ganz bewusst von den typischen Schwarzwald-Farben mit Blau- und Grüntönen getrennt“, erklärt Vanessa Lotz-Kijak. „Viele Gemeinden im Schwarzwald sehen farblich gleich aus. Deshalb wollten wir etwas Mutiges.“
So stehen heute kräftiges Orange als Leitfarbe sowie Lila, Jade und Tannengrün für die neue Identität. Das Lila ist eine Hommage an den berühmten Zavelsteiner Krokus, der jeden Frühling ganz Zavelstein färbt.
Drei Symbole – ein Tal
Im Zentrum des Logos stehen drei Symbole: Die Tanne, die für Heimat, Wald und Identität steht; der Tropfen, der sowohl die Teinach als verbindendes Element als auch die Mineralquellen des Tals repräsentiert; und das Herz, das die Herzlichkeit, die Gastfreundschaft und die Liebe zur Region symbolisiert.
„Eine Bildmarke hatten wir vorher nicht“, betont Lotz-Kijak. „Die alte Welle war zwar markant, aber wir hatten kein Bild, das sich universell verwenden ließ. Jetzt haben wir einen Dreiklang, nicht allein wegen der drei Gemeinden, sondern weil wir die Kernelemente des Teinachtals sichtbar machen wollten.“
Das Ergebnis passe „wie eine runde Sache“ zusammen und bilde die Brücke zum Wortlaut Teinach-Tal.
Ein Projekt, das fast ein Jahr gereift ist
Fast ein ganzes Jahr lang dauerte der Entwicklungsprozess, begleitet durch die Agentur Gruppe Drei mit Sitz in Villingen.
Bei der Burgweihnacht wird das neue Teinachtal-Design mit Glühweintassen, Glücksrad, Weihnachtsschmuck und Geschenkpapier erstmals erlebbar.
Tourismus im Teinachtal
Mit insgesamt knapp über 12 000 Einwohnern (3200 in Bad Teinach-Zavelstein, 5800 in Neubulach und 3200 in Neuweiler) zählt das Teinachtal beeindruckende knapp 155 000 Übernachtungen pro Jahr.
„Wir haben die zehnfache Menge an Übernachtungen, was wir an Einwohnern haben“, erklärt Lotz-Kijak. Diese Kennzahl der Tourismusintensität ist außergewöhnlich hoch, denn der Tourismus hat sich stark gewandelt.
Bürgermeister Wendel beschreibt diesen Wandel eindrucksvoll: Früher reisten viele Gäste mit einem Rezept zur Kur ins Teinachtal. Doch mit den großen Gesundheitsreformen brach der klassische Kurtourismus spürbar ein. Gleichzeitig ging ein erheblicher Teil der privaten Zimmeranbieter altersbedingt zurück, ohne dass die jüngere Generation die Betriebe weiterführte.
„Wir hatten einen starken Bettenschwund“, so Wendel. „Aber wir hatten das Glück, Unternehmer:Innen zu haben, die in die Zukunft investiert haben. Deshalb haben sich die Übernachtungszahlen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt.“
Heute zieht das Teinachtal eine spürbar jüngere Gästeklientel an. „Nicht ultra jung“, wie Wendel anmerkt, „aber deutlich jünger als früher.“ Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt knapp drei Tage. „Und diese Gäste begleiten uns voraussichtlich noch viele Jahre“, ergänzt Lotz-Kijak.