Im Rahmen der Hangsicherung wurde auch ein spezielles Gerüst angebracht, um den Zugang zum Mehrfamilienhaus zu ermöglichen. Foto: Schnekenburger

Im Schweizermühlegässle laufen die Arbeiten schon, Anfang Juli geht’s in der Färbergasse und am Färberplatz mit dem Großprojekt Talplatzsanierung weiter. Parallel hat die Stadtverwaltung, was die Kosten angeht, schlechte Nachrichten.

Für die Maßnahmen im Schweizermühlegässle fallen rund 300 000 Euro mehr an als geplant. Dabei handelt es sich um Nachträge zu den Sicherungs- und Rückbauarbeiten. Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Zwei weitere Nachträge, deren Höhe noch nicht näher definiert ist, stehen noch aus.

 

Rund sechs Millionen Euro wurden im Februar 2023 als Kosten für die ersten Bauabschnitte „Schweizermühlegässle“ und „Talplatz“ in 2024 und 2025 genannt.

Auf verlässliche Zahlen gewartet

Die nun bekannt gewordenen überplanmäßigen Ausgaben durch die Nachträge sollen im Haushalt 2025 nachveranschlagt werden, erklärte die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Technik und Umwelt.

Wolfgang Hauser (CDU) wollte wissen, weshalb man erst jetzt informiert werde, wenn man schon seit Februar von den Nachträgen wisse. Bürgermeister Matthias Winter erklärte, man habe das Gremium erst dann informieren wollen, wenn verlässliche Zahlen vorliegen. Das sei jetzt der Fall.

Im Juli 2022 waren die Sicherungs- und Rückbauarbeiten Schweizermühlegässle an die Firma Bombardi vergeben worden. Im Januar 2024 hatte das Gremium den ersten Nachtrag (113 000 Euro) auf dem Tisch. Dabei ging es um die Sicherung des Hanggeländes am Brauereiareal.

Erdaushub-Entsorgung teurer

Die weiteren fünf Nachträge, die nun behandelt wurden, betrafen unter anderem die Anbindung und den Höhenverlauf der Straße, die nach der Insolvenz des Investors umgeplant beziehungsweise optimiert werden mussten.

Außerdem wurde im Projektverlauf festgestellt, dass ein städtisches Schachtbauwerk der ehemaligen Turbinenanlage im Zuge der Hangsicherung erneuert werden muss. Und zudem habe sich 2023 die Richtlinie für die Entsorgung für Erdaushub geändert, so dass das anfallende Material neu bewertet und zu höheren Kosten entsorgt werden musste, so die Erklärung der Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage.

Zwei weitere Nachträge kommen noch

Die zwei weiteren ausstehenden Nachträge, deren Höhe man noch nicht näher beziffern könne, betreffen die Kosten für den Bauablauf und für die Gerüstkonstruktion, die nötig ist, damit die Bewohner des Mehrfamilienhauses oberhalb des Hangs dieses weiterhin erreichen können, nachdem die einstige Treppe abgerissen wurde.

Der Spielraum im Haushalt 2025 werde nun immer kleiner, erklärte Rainer Weber, Verwaltungsleiter im Bereich Finanzen bei der Stadt. Denn 2025 seien bereits erhebliche Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von neun Millionen Euro eingeplant.

Der Ausschuss gab in der Vorberatung nun ein einstimmiges Votum für die Genehmigung der Nachträge und die Veranschlagung der überplanmäßigen Kosten im Haushalt 2025.