Der Gemeinderat spricht sich mehrheitlich für eine grüne Terrasse statt für drei Stellplätze aus. Foto: Capatti Staubach Architekten

1248 Mal wurde der Livestream zum überarbeiteten Entwurf der Talplatzgestaltung angeschaut. Das teilte Bürgermeister Hermann Acker in der Gemeinderatssitzung mit. Eine Neuheit im Entwurf waren unter anderem die 30 eingeplanten Stellplätze – zehn mehr als im ursprünglichen Entwurf. Über die Vorschläge in der neuen Version musste nun der Gemeinderat befinden, nachdem die Bürger über die Online-Umfrage im November und die Chatfunktion beim Livestream am 16. April angehört worden waren.

Oberndorf - Schnell angenommen war der Vorschlag der Capatti Staubach Architekten, den Bestandsbaum auf dem Klostervorplatz zu erhalten. Auch bezüglich des Vorschlags, sechs Stellplätze an der Talstraße vor der Bäckerei beziehungsweise der Metzgerei zu schaffen, war man sich überwiegend einig. Damit müssten Kunden nicht extra in den Talplatz einfahren, was diesen von zusätzlichem Verkehr entlaste, meinte Dieter Rinker (FWV).

Eine Gegenstimme gab es von Sven Pfanzelt (Linke). Er stimmte auch als Einziger dagegen, fünf Stellplätze vor dem Modehaus/Trendhouse zu schaffen. Ruth Hunds (SPD) meinte, man habe mit der Schaffung der zusätzlichen Plätze vor allem die Anwohner im Blick.

Narrenzunft soll lieber ohne den Talplatz planen

Einstimmig fiel das Votum für die Schaffung von vier Stellplätzen in der Färbergasse aus. Umstrittener war die Frage, ob vor dem "Jägerhof" eine "grüne Terrasse" oder drei Stellplätze geschaffen werden sollen. Die CDU- und die SPD-Fraktion sprachen sich für die grüne Terrasse aus. Die Stellplätze würden ohnehin nicht so gut angenommen werden, prognostizierte Hunds.

Dieter Rinker (FWV) sprach sich für die Stellplätze aus. Mit der Terrasse würde sich eine Durchmischung der Zonen Verkehr und Aufenthalt ergeben, so seine Befürchtung. Bei der Abstimmung votierten zwölf Stadträte für die grüne Terrasse, sieben stimmten dagegen, einer enthielt sich.

Mehrere Überlegungen gibt es bezüglich der Inszenierung des Sulzbaches. So könnte dieser näher an den Talplatz herangeführt und in ein Wasserbecken münden. Mit seinem Wasser könnte auch das Wasserspiel auf dem Talplatz gespeist werden. Bürgermeister Acker riet davon ab. In der Oberstadt habe man die Erfahrung eines enormen Unterhaltungsaufwandes gemacht.

Lesen Sie auch: Mehr Stellplätze im aktuellen Entwurf

Rinker merkte an, dass in diesem Bereich Verkehr und Fußgänger, die sich auf dem Talplatz aufhalten, nah beieinander lägen. Er befürchte eine Gefahr für spielende Kinder an dieser Stelle. Die Schleppkurven seien geprüft worden, erwiderte Architekt Matthias Staubach. Es sei genug Platz eingeplant.

Ruth Hunds fand die Idee, den Sulzbach weiter zu öffnen, gut, über die Variante müsse man sich aber noch Gedanken machen, meinte sie. Bei drei Gegenstimmen einigte man sich darauf, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinanderzusetzen und eine generelle Öffnung des Bachs zu befürworten.

Als Nächstes werde nun der Vorentwurf fertiggestellt, ehe es an die Kostenschätzung und -berechnung gehe. Eventuell werde man im April 2022 mit dem ersten Bauabschnitt starten können, stellte Staubach in Aussicht. Bis dahin sei aber noch einiges zu tun.

Denkbar sei, zuerst den Abschnitt Schweizermühlegässle und Färbergasse anzugehen. Für den ersten Abschnitt benötige man vermutlich sechs bis acht Monate Zeit. Zunächst müsse die Netze BW das alte Umspannwerk samt Gebäude entfernen und das neue anschließen. Die Planung für den Gebäudeabriss samt Hangsicherung werde gerade angefertigt, erklärte Michael Lübke, Verwaltungsleiter Planen und Bauen.

Günter Danner (SPD) erinnerte an den Narrentag im Januar 2023 in Oberndorf und fragte, ob man bis dahin mit der Umgestaltung fertig sein werde. Bürgermeister Acker meinte, an Stelle der Zunft würde er ohne den Talplatz planen. Wie schnell man vorankommen werde, sei einfach noch zu ungewiss.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: