Fährt die Talgangbahn wieder oder nicht? So oder so kommen auf die Stadt Albstadt Kosten zu. Foto: TriconAG/Zweckverband

Die Talgangbahn bleibt Diskussionsthema – auch im Technischen und Umweltausschuss. Thilo Frizenschaf sorgt sich angesichts der Kosten. Doch die hätte Albstadt auch ohne Reaktivierung.

Bund, Land und Kreis zahlen die Instandsetzung der Infrastruktur, das Land zudem den Bahnbetrieb im Stundentakt – bleiben da noch irgendwelche Kosten für die Stadt Albstadt zur Reaktivierung der Talgangbahn übrig?

 

Durchaus: Zum einen wird es mit dem Stundentakt nicht getan sein, wenn die Talgangbahn ein attraktives Verkehrsmittel sein soll, und eine Zusage des Landes, sich auch an den Kosten des angepeilten Halbstundentakts zu beteiligen, gibt es derzeit noch nicht – auch wenn, wie Oberbürgermeister Roland Tralmer in der jüngsten Sitzung des Technischen und Umweltausschusses berichtete, entsprechende Verhandlungen zwischen dem Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb und dem Stuttgarter Verkehrsministerium im Gange sein sollen.

2027 beginnen die Millionenausgaben

Zum anderen aber ist es mit der Instandsetzung der Bahnstrecke ja nicht getan; der Körper hat ja nicht nur ein Rückgrat, sondern auch Glieder. Busanschlussverkehr, Park- &-Ride, Sammeltaxis, E-Bike-Stationen – was immer kommt, es muss finanziert werden, und so wollte WSA-Stadtrat Thilo Frizenschaf von der Stadt wissen, wo er die entsprechenden Beträge denn in der mittelfristigen Finanzplanung finde.

Wenn die Bahn tatsächlich 2030 rollen solle, müsse ja vorher etwas passieren, so Frizenschaf. Doch habe er bis 2027 lediglich 25 000 Euro pro Jahr in der mittelfristigen Finanzplanung gefunden; das könne ja wohl nicht alles sein. Nein, versicherte Baubürgermeister Udo Hollauer; das sei auch nicht alles – für 2027 seien Investitionen in Höhe von 3,7 Millionen Euro vorgesehen, für 2018 weitere vier Millionen.

Nicht, dass das Frizenschaf beruhigt hätte. Im Gegenteil, er ist bekennender Bahnskeptiker und machte kein Hehl aus seinen Befürchtungen, dass die Stadt sich hier mit einem Projekt, dass den Aufwand nicht lohne, finanziell hoffnungslos übernehmen könnte.

Wäre auch die Elektrifizierung der Zollernbahn gefährdet?

Die Gegenargumente ließen nicht auf sich warten: Uli Metzer (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass ein Verzicht auf die Talgangbahn am Ende auch die Planungen für die Elektrifizierung der Zollernbahn diesseits von Tübingen gefährden könnte, an der Albstadt höchstes Interesse habe. Und Lambert Maute (CDU) verwies darauf, dass im Falle, dass das Projekt abgeblasen werde, die Bahnstrecke an die Stadt Albstadt zurückginge – und mit ihr alle Verpflichtungen zu ihrer Instandhaltung und Sicherung. So oder so stünden Investitionen in Höhe von zehn Millionen Euro an – aber im einen Fall habe man am Ende eine funktionstüchtige Bahnstrecke. Und im anderen? Gar nichts.

„Was, wenn wir uns das nicht leisten können?“

Angesichts der klammen Albstädter Finanzen mochte Frizenschaf das so nicht stehen lassen – er beharrte weiter auf seiner Frage: „Was, wenn wir uns das nicht leisten können?“ Worauf Oberbürgermeister Roland Tralmer erwiderte, es habe, so lange keine belastbaren Zahlen vorlägen, keinen Sinn, darüber zu spekulieren, was man sich leisten könne und was nicht. Klar sei nur: „Ich werde nichts unterschreiben, worüber Sie nicht vorher beraten und Beschluss gefasst haben. Ich darf es ja gar nicht.“