Panagiotis Ouzounidis, Projektleiter von der SWEG Schienenwege GmbH, und Tobias Bernecker (links neben ihm im Hintergrund) referierten zur Reaktivierung der Talgangbahn. Foto: Karina Eyrich

Über die Reaktivierung der Talgangbahnbahn haben Tobias Bernecker vom Zweckverband Regionalstadtbahn und Panagiotis Ouzounidis von der SWEG Schienenwege die Stadträte informiert.

Dass Oberbürgermeister Roland Tralmer in einer Pressekonferenz erklärt hatte, dass die Reaktivierung der Talgangbahn zeitgleich mit der Elektrifizierung der Regionalstadtbahn zwischen Tübingen und Ebingen – also zwei Jahre später als geplant – kommen soll, hat Stadtrat Uli Metzger (Freie Wähler) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats heftig kritisiert.

 

Dort hatten Tobias Bernecker, Geschäftsführer des Zweckverbands Regionalstadtbahn, und Panagiotis Ouzounidis, Projektleiter von der SWEG Schienenwege GmbH, darüber informiert, wie der aktuelle Stand ist – und Fragen beantwortet – auch die von Metzger, darunter die Frage nach der Größenordnung der Einsparungen. Die lasse sich noch nicht beziffern, so Bernecker, denn das hänge von der Erneuerung des Bahnhofs Ebingen ab, der noch nicht ausgeplant sei. Dort keine elektrifizierte Talgangbahn an eine noch nicht elektrifizierte Zollernbahn anbinden zu müssen, spare aber in jedem Fall Geld. Zudem fielen Planungs- und Baukosten für den Übergangshaltepunkt weg.

Dass Baukosten für die Reaktivierung der Talgangbahn in diesen zwei Jahren steigen werden, räumte Bernecker ein, betonte aber, dass bei Elektrifizierung der Zollernalb mit 4000 Fahrgästen an der Stadtgrenze zwischen Albstadt und Balingen zu rechnen sei, darunter 1300 aus dem Talgang. Würde die Zollernbahn erst zwei Jahre nach Reaktivierung der Talgangbahn gebaut, wären es nur 150 – die zeitgleiche Lösung bringe also mehr Fahrgäste.

Uli Metzger wirft der Stadt vor, sie stoße einen Ratsbeschluss um

Was wiederum die Chancen auf Förderung eines Halbstundentakts erhöhe, betonte Tralmer. Bisher habe das Land ja nur Mittel zur Finanzierung des Stundentakts zugesagt, aber bei guter Resonanz mehr in Aussicht gestellt.

Uli Metzgers Kritik, Tralmer habe mit der Verlautbarung der Vertagung den Gemeinderatsbeschluss zur Reaktivierung der Talgangbahn missachtet, in dem diese „Stufe eins“ nicht vor, sondern zeitgleich mit der Elektrifizierung der Zollernbahn kommen solle, wies Tralmer zurück. Zum einen habe er die Stadträte per E-Mail vor der Presse informiert, zum zweiten sei der Beschluss nicht außer Kraft: Um dessen Wortlaut zu erfüllen, reiche es, die Talgangbahn einen Tag vorher fahren zu lassen. Und zudem sei das eigentliche politische Problem, nun Druck zu machen, damit die Elektrifizierung der Strecke Tübingen-Ebingen so schnell wie möglich komme.

Warum freischneiden, wenn doch wieder alles zuwächst?

Matthias Strähler von der CDU fragte nach dem Sinn von Freischneidungsaktionen am Gleis – ob das nicht verfrüht sei, wenn alles bis zum Bau der Talgangbahn wieder zuwachse. Auch jetzt den Status von Bauwerken zu erheben, die bis 2032 weiterem Verfall unterlägen, hielt er „für nicht sinnvoll“.

„Wir möchten nicht kurz vor knapp anfangen und dann ins Rennen geraten, betonte Panagiotis Ouzounidis mit Blick auf die laufenden Vorbereitungen, um schnell zu einem Planfeststellungsverfahren zu kommen. Dass für die Vermessung der Trasse das Freischneiden derselben notwendig sei, hatte Strähler eingeräumt – nur im Hinblick auf die Umgebung derselben leuchtete es ihm nicht ein.