Petra Lorch aus Truchtelfingen fragt nach, ob sich die Stadt Albstadt die Talgangbahn überhaupt leisten kann. Sie befindet andere Dinge für wichtiger.
Lange haben wir nichts mehr gehört von der Talgangbahn. Man hatte Anlass zur Hoffnung, dass das Projekt in Vergessenheit geraten sei. Nun fragt man sich im Gemeinderat, ob Albstadt sich diese Bahn überhaupt leisten kann.
Gestehungs-, Unterhalts- und Betriebskosten, Stundentakt oder Halbstundentakt – alles nahezu unbeantwortbare Fragen. Weitere, offensichtlich nicht gestellte Frage: Was sagen Anwohner der Trasse zu einer Baustelle, die sie über lange Zeit und in großem Umfang vor ihren Häusern haben werden?
Macht man sich Gedanken darüber, dass sich, egal ob im Stunden- oder Halbstundentakt, die Schranken schließen und welche Auswirkung das auf Verkehr und Anwohner hat?
Für den Bau soll Natur geopfert werden
Albstadt will umwelt-/klimafreundlich sein, nimmt aber für den Bau der Bahn in Kauf, Natur zu opfern, die für Umwelt und Lebensqualität eine große Rolle spielen. Albstadt will attraktiv sein und Touristen anlocken, aber: Es gibt jede Menge sanierungsbedürftige Straßen; Grünflächen , etwa Bepflanzungen zwischen Parkplätzen, werden monatelang nicht gepflegt.
Das Stadtbild in Tailfingen und Ebingen wird immer weniger attraktiv: Es wird hingenommen, dass Bürger Müllsäcke an der Straße lagern, ausrangierte Gegenstände an die Straße stellen, mit dem Vermerk „zum Mitnehmen/Verschenken“. Die ehemals gepflegte Laden- und Gastrolandschaft scheint sich im Untergang zu befinden, es gibt leerstehende und verlotterte Einrichtungen. Abfall auf Wiesen und Wegen ist selbstverständlich geworden.
Die Kosten sind nicht kalkulierbar
Albstadt will Sport-/Rad-Stadt sein und ist nicht in der Lage, einen durchgehenden Radweg anzulegen. Von vielen als solche bezeichneten Strecken wird man plötzlich auf die Straße geworfen, weil der „Radweg“ unterbrochen ist. Es gibt viele Probleme, die kostengünstiger gelöst werden könnten. Aber nein, Albstadt interessiert sich vor allem für dieses unsägliche Projekt, dessen Kosten nicht kalkulierbar sind.
Petra LorchAlbstadt-TruchtelfingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.