Die Debatte um die Reaktivierung der Talgangbahn nimmt erneut Fahrt auf.
Weihnachten ist das Fest der Geschenke – und das größte Geschenk, das Albstadt seit langem erhalten hat, ist das Angebot von Bund und Land, die Kosten der Reaktivierung der Talgangbahn zu 95 Prozent zu übernehmen.
Ist es klug, ein solches Geschenk an unsere junge, klimabewusste Generation auszuschlagen? In einer landesweiten Potenzialanalyse zur Reaktivierung von stillgelegten Bahnlinien wurde der Talgangbahn ein hohes Fahrgastpotenzial bescheinigt – wenn die Bahn 2030 in Betrieb geht, bekommen drei große Stadtteile mit insgesamt 20 000 Einwohnern eine schnelle, bequeme, klimafreundliche und direkte Bahnverbindung nach Tübingen, mit konstant vorfahrtsberechtigter grüner Welle und ohne nervige Kreisverkehre, Ampeln und Umleitungen.
Viele andere Städte werden Albstadt beneiden
Die Stadt Albstadt trägt Infrastrukturkosten nur für den Bau der Zufahrten und der P&R-Plätze an den Haltepunkten; außerdem ist sie an den Betriebskosten des erforderlichen Halbstundentakts beteiligt.
Die Bahn ersetzt den Bus im Tal; dessen Betriebskosten werden eingespart. Die Busse zu den höher gelegenen Wohngebieten verkehren weiter, aber mit dem nächstgelegenen Bahnhof als Ziel und mit Anschluss an den Zug.
Fazit: Wir sollten das große Geschenk annehmen und unseren vergleichsweise bescheidenen, auf mehrere Jahre verteilten Anteil als Preis eines Jahrhundertprojekts einplanen, das die Attraktivität Albstadts steigert und um das uns viele andere Städte beneiden werden.
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