Historisches Bild vom Ebinger Bahnhof: "So", versichert Landrat Günther-Martin Pauli, "wird es dort nie wieder aussehen." Foto: DB Engineering&Consulting

Wo die Talgangbahn dereinst in Ebingen halten wird, ist offen, welche Bahnübergänge und Brücken saniert oder neu gebaut werden müssen, ebenfalls. Fest steht nur eines: Sie wird kommen – wahrscheinlich noch vor dem Ausbau der Zollernalb-Bahn; im Idealfall könnte sie 2030 bereits fahren.

Albstadt - Das ist der Tenor des Berichts, den Michael Laug von der Firma DB Engineering&Consulting am Montag im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik erstattete.

Von steigenden Kosten war misslicherweise auch die Rede – in Albstadt mit seinen Hanglagen, so Laug, sei halt "alles nicht so einfach". Er stellte mehrere Varianten für einen zukünftigen Kreuzungsbahnhof beim Gymnasium, mit parallelen Außenbahnsteigen, mit versetzten Bahnsteigen samt Überführung, mit gleichzeitiger Einfahrt, und er präsentierte eine Knotenstudie zum Bahnhof Ebingen samt Stufenkonzept. Die Variante mit dem Knoten im Bereich des jetzigen Brauhauses hätte die Vorteile, dass die Züge schneller einfahren und besser abgestellt werden könnten. Es gäbe dafür zwei Varianten, eine mit und eine ohne Querung der Poststraße; Laug favorisiert erstere, weil die Züge aus dem Talgang dann direkt auf Gleis eins oder zwei einfahren könnten.

"Es sind noch alle da"

Zwölf Bahnübergänge für Fahrzeuge werden im Ebinger Stadtgebiet untersucht, zwölf weitere im Talgang, zudem zahlreiche Fußgänger- und Fahrrad-Querungsmöglichkeiten. Ob die Genehmigung der vielen Übergänge sichergestellt sei oder alles neu gebaut werden müsse, erkundigte sich Erik Wille (AfD). Die Übergänge, erklärte Laug, seien "vorübergehend stillgelegt, aber alle noch da". Martin Frohme (SPD) formulierte den Wunsch, die Taktung der Züge möge funktionieren. "Damit man nicht ankommt und den anderen Zug davonfahren sieht".

20,8 Millionen Kostenanstieg

Die Entwicklung der Kosten ließ manch einen schlucken: Waren sie 2014 noch mit 56,7 Millionen Euro veranschlagt worden, beträgt die – für die standardisierte Bewertung relevante – Schätzung derzeit 74,1 Millionen Euro. "Wir gehen von einer Steigerung von 12,4 Prozent aus", erläuterte Laug. Einschließlich der Planung würde die Schienenverbindung in den Talgang dann 124,6 Millionen Euro kosten – eine Steigerung von 20,8 Millionen. 90 Prozent der Kosten tragen Bund und Land; der Anteil der Stadt Albstadt betrüge aber immer noch 15,6 Millionen Euro. Weitere 12,2 Millionen sollen aus dem Kreishaushalt finanziert werden.

"Lärm und Gestank sind passé"

Landrat Günther-Martin Pauli erklärte dazu, es gelte Einwände und Ängste abzubauen. Sowohl die Technik als auch die Betriebsform der neuen Talgangbahn würden modern sein; Lärm und Gestank der Lokomotiven von anno dazumal seien passé.