Ungewöhnlicher Anblick: Der Freudenstädter und der Baiersbronner Gemeinderat tagten zusammen. Foto: Beyer

Die Gartenschau hat finanziell deutlich besser abgeschnitten als ursprünglich geplant. Entsprechende Zahlen wurden nun öffentlich gemacht.

Gute Nachrichten hatte Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen bei der gemeinsamen Sitzung des Baiersbronner und Freudenstädter Gemeinderats am Montagabend zu verkünden. Denn mehrere Monate nach dem offiziellen Ende der Gartenschau konnte sie die finanzielle Bilanz des Großprojekts vorstellen.

 

Dabei wurde deutlich: Am Ende steht die Gartenschau finanziell sogar besser da als geplant. „Wir hatten mehr Einnahmen und weniger Ausgaben“, erklärte Möhrlen. Mit anderen Worten: Es ist sogar noch Geld übrig.

Davon profitieren nun die Kommunen. Denn die gemeinnützige Gesellschaft, die für die Gartenschau gegründet worden war, musste die bereits eingeplante letzte Finanzierungstranche nicht mehr abrufen. Mittel in Höhe von 392 000 Euro bleiben damit bei den Gemeindehaushalten.

Kosten fallen weg

So fallen für Baiersbronn und Freudenstadt jeweils bereits eingeplante Kosten von 196 000 Euro weg – Gelder, die nun für andere Zwecke ausgegeben werden können. Für die finanziell angeschlagenen Gemeinden dürften das gute Nachrichten sein.

Zumal es auch anders hätte kommen. Wäre die Gartenschau teurer geworden als geplant, wären auf die beiden Kommunen noch zusätzliche Kosten zugekommen. „Da hätte jetzt auch ein Minus von zwei Millionen Euro stehen können“, meinte Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf.

Gelder könnten noch mehrere Jahre reichen

Stattdessen kommt es nun noch besser: Denn selbst nach der ausgebliebenen Finanzierungstranche sind noch weitere 444 000 Euro übrig, die an die beiden Kommunen ausgezahlt würden, sollte die Gesellschaft aufgelöst werden.

Doch das ist derzeit nicht geplant. Die 444 000 Euro verbleiben daher bei der gemeinnützigen Gesellschaft. Sie soll auch künftig dafür sorgen, dass das Gelände der ehemaligen Gartenschau attraktiv bleibt – unter anderem auch mit mehreren Veranstaltungen.

Die meisten Aufgaben sollen dabei von Ehrenamtlichen übernommen werden. Deren Arbeit zu koordinieren soll die primäre Aufgabe der Gartenschau-Gesellschaft sein. Entsprechend lange könnten die Gelder halten. „Mit der Liquidität werden wir fünf bis sechs Jahre auskommen“, schätzte Ruf.

„Wir wussten, wir müssen da wirtschaftlicher durch“

Doch wie ist es überhaupt gelungen, dass am Ende so viel Geld übrig geblieben ist? Wie Möhrlen in der Sitzung aufzeigte, lässt sich das tatsächlich auf mehrere Faktoren zurückführen. Ein Punkt: „Wir hatten höhere Gastronomen- und Sponsorenumsätze“, erklärte Möhrlen.

Auch habe es Einsparungen beim Grundausbau gegeben. „Wir wussten, wir müssen da wirtschaftlicher durch“, so Möhrlen. So seien zum Beispiel alle Möbel auf dem Gelände gesponsert gewesen.

Stehende Ovationen

Ambivalent war hingegen die Auswirkungen des teils regnerischen Wetters. Einerseits wurden die Besucherzahlen dadurch etwas gedrückt. So zeigte sich Möhrlen sicher, dass es gelungen wäre, bei den Besucherzahlen die 500 000-Marke zu knacken, wenn es nicht an zwei Wochenenden fast ununterbrochen geregnet hätte. Andererseits sparte die Gartenschau durch den Regen aber auch Geld. So mussten die Blumen seltener gegossen werden. Der Pflegeaufwand sei dadurch niedriger gewesen, erklärte Möhrlen.

Doch bei all den guten Nachrichten hatte der Abend auch etwas schmerzliches. Denn für die Geschäftsführerin hieß es nun Abschied nehmen. „Ich werde dem Projekt nicht mehr weiter zur Verfügung stehen können“, erklärte Möhrlen. Ihr Aufgaben übernehmen künftig die Tourismusdirektorinnen von Freudenstadt und Baiersbronn – Carolin Schölzl und Christina Palma Diaz. Möhrlen wurde von den Gemeinderäten mit stehenden Ovationen verabschiedet.