Fabian Singer und der TSV Trillfingen gehen nach der Saison getrennte Wege. Der 34-Jährige spricht über seine schönsten Momente, die Erfolge auf und neben dem Platz und seine Pläne.
Nach der laufenden Saison endet die Zusammenarbeit zwischen dem Fußball-Bezirksligisten TSV Trillfingen und Spielertrainer Fabian Singer einvernehmlich. Im Interview blickt der 34-Jährige auf seine prägendsten Momente als Coach zurück, zieht Bilanz über die Entwicklung seiner Mannschaft und gibt Einblicke in seine nächsten Schritte. Singer, zentraler offensiver Mittelfeldspieler aus Trillfingen, blickt auf eine erfolgreiche Spielerkarriere zurück. Neben seinem Heimatverein TSV Trillfingen stand er auch beim SV Rangendingen auf dem Platz – mit beiden Teams gelang ihm jeweils der Aufstieg in die Landesliga – sowie bei der SpVgg Mössingen. Auch als Trainer sammelte er früh Verantwortung: Stationen führten ihn von der TSG Balingen (U14) über die SG Empfingen (Co-Spielertrainer mit Aufstieg in die Landesliga) bis zur Rolle des Spielertrainers bei der TSG Wittershausen und zuletzt beim TSV Trillfingen.
Nach der Saison endet Ihre Zeit beim TSV Trillfingen – wie schwer ist Ihnen dieser Schritt gefallen, gerade mit Blick auf die enge Bindung zu Team und Umfeld?
Fabian Singer: Der Entschluss, den TSV Trillfingen zu verlassen, ist mir tatsächlich nicht schwergefallen. Ich habe diese Entscheidung bewusst schon früh getroffen – auch, weil die gemeinsame Zeit sehr erfolgreich war. Wir konnten zweimal den Hallen-Eyachpokal gewinnen und zudem den lange ersehnten Eyachpokal auf dem Feld holen, der dem Verein zuletzt 2018 gelungen war. Dieser Titel war für mich ein großes Ziel und hat auch aus familiärer Sicht eine besondere Bedeutung. Mit dem Klassenerhalt in der neu fusionierten Bezirksliga mit verschärftem Abstieg war die vergangene Saison sowohl sportlich als auch strukturell ein voller Erfolg für Mannschaft und Verein. Perspektivisch sind die Möglichkeiten jedoch begrenzt, die Ziele wiederholen sich. Deshalb bin ich bereit, mich noch einmal einer neuen Herausforderung zu stellen.
Sie haben in Trillfingen die Doppelrolle Spieler/Trainer ausgefüllt – was war die größte Herausforderung?
Die Rolle des Spielertrainers ist in jeder Hinsicht anspruchsvoll. Einerseits bist du Mitspieler in der Kabine, andererseits musst du kurz darauf Entscheidungen treffen und vermitteln. Für mich steht die Mannschaft immer im Mittelpunkt, gleichzeitig muss ich meine eigene Leistung auf dem Platz bringen. Ich habe schon früh gerne Verantwortung übernommen, Mitspieler gecoacht und vor allem jüngere Spieler unterstützt. Diese Doppelrolle macht mir enorm viel Spaß und ich fühle mich dabei sehr wohl.
Wenn Sie auf Ihre Zeit beim TSV Trillfingen zurückblicken: Welche Momente bleiben Ihnen besonders in Erinnerung?
Natürlich sind es vor allem die Titel und sportlichen Erfolge, die in Erinnerung bleiben. Genauso prägend waren aber auch die gemeinsamen Momente abseits des Platzes, wie Ausflüge, Kabinenfeste und das starke Miteinander innerhalb der Mannschaft.
Mit welchem Ziel und Gefühl möchten Sie sich am Saisonende verabschieden?
Mein klares Ziel ist der Klassenerhalt, denn der TSV Trillfingen gehört in die Bezirksliga. Dafür werde ich bis zum Schluss alles geben, sowohl auf als auch neben dem Platz. Auch mit meinen bisherigen sieben Toren und neun Vorlagen möchte ich meinen Beitrag leisten.
Wie konkret sind Ihre Planungen für den nächsten Karriereschritt?
Die letzten Wochen waren spannend, es gab viele interessante Anfragen. Ich befinde mich in fortgeschrittenen Gesprächen, eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.
Sehen Sie sich künftig weiterhin in einer Spielertrainerrolle oder eher an der Seitenlinie?
Aktuell sehe ich mich weiterhin als Spielertrainer. Es macht mir nach wie vor großen Spaß, ich fühle mich auf dem Platz wohl und möchte meine Leistung einbringen, solange es geht. Später, wenn die Kickstiefel mal am Nagel hängen, kann ich mir gut vorstellen, eine ambitionierte Mannschaft als reiner Trainer an der Seitenlinie zu betreuen.
Gibt es sportliche Ziele oder Ligen, die Sie besonders reizen?
Aktuell steht für mich die Liga nicht im Vordergrund. Wichtig ist mir, eine motivierte und lernwillige Mannschaft zu trainieren. Später könnte ich mir sehr gut vorstellen, auch einen Landesligisten zu betreuen.
Welche Werte sind Ihnen als Trainer besonders wichtig?
Als Trainer musst du eine natürliche Vorbildfunktion übernehmen, indem du Respekt und Fairness vorlebst, klar und ehrlich kommunizierst, fachliche Kompetenz zeigst, Verlässlichkeit ausstrahlst, Leidenschaft vermittelst und auch in schwierigen Phasen Mentalität und Haltung beweist.
In welchen Bereichen möchten Sie sich künftig noch als Coach weiterentwickeln?
Natürlich gibt es immer Bereiche, in denen man sich weiterentwickeln kann. Ich würde mich als „Taktik-Fuchs“ bezeichnen, aber Fußball ist heute so schnelllebig, dass man ständig dazulernt. Kommunikation ist ebenfalls entscheidend: Bei einem Kader von 20 Spielern kann man es nicht allen recht machen. Ich versuche, mit viel Empathie auf die unterschiedlichen Charaktere einzugehen, Entscheidungen zu erklären und Spielzeiten über die gezeigte Leistung zu rechtfertigen.
Haben Sie Vorbilder oder Trainer, an deren Karriere Sie sich orientieren?
Konkrete Vorbilder habe ich nicht, aber ich schaue mir sehr gerne die Arbeit von Xabi Alonso (damals noch in Leverkusen) und Sebastian Hoeneß in Stuttgart an. Als VfB-Fan verfolge ich jedes Spiel und analysiere viel vom aktuellen Fußball unter Hoeneß. Besonders gefällt mir die taktische Variabilität, sowohl im Ballbesitz als auch in der Defensive. Vor ein paar Jahren hätte ich das als VfB-Fan noch nicht so sagen können.
Was dürfen die Trillfinger Fans in den verbleibenden Spielen noch von dir erwarten?
Ich werde bis zum letzten Tag alles für meinen Heimatverein geben. Es wird mit Sicherheit noch das ein oder andere (Freistoß-) Tor im Trillfinger Trikot von mir geben, da bin ich mir sicher.