Michael Föst hat die IG-Metall-Mitglieder abstimmen lassen. Foto: Räffle

Die Mitarbeiter sollen auf Urlaubs- und Trafogeld verzichten. Die IG Metall ist verhandlungsbereit.

In der Betriebsversammlung am Dienstagnachmittag hatte die Geschäftsführung von Mayer & Cie. den vierten Posten des Maßnahmenkatalogs, mit dem sie die Liquidität zu sichern hofft, zur Diskussion gestellt, denn der betrifft die Beschäftigten – neben der Kurzarbeit – unmittelbar: Sie sollen auf das sogenannte Trafogeld verzichten, eine Zusatzzahlung, die Ende Februar fällig wird, vor allem aber auf das Urlaubsgeld. Zählt man beide Beträge zusammen, dann kommt man laut Auskunft von Michael Föst, dem ersten Bevollmächtigten der IG Metall Albstadt, beinahe auf ein Monatsgehalt: Das Urlaubsgeld beträgt 70 Prozent, das Trafogeld 27,6 Prozent; macht zusammen 97,6 Prozent.

 

Eine so gravierende Abweichung vom Tarifvertrag bedarf der Zustimmung der Tarifpartner und in diesem Fall primär der Arbeitnehmerseite, also der Industriegewerkschaft (IG) Metall. Die ließ im Anschluss an die Betriebsversammlung ihre Mitglieder darüber abstimmen, wie sie sich zu dem Ansinnen der Geschäftsführung verhalten solle, und nahm aus dieser Abstimmung den Auftrag mit, zu verhandeln.

Öffenlich machen will er die Optionen noch nicht

Worüber? Zwischen vorbehaltloser Zustimmung und kompromissloser Ablehnung gibt es naturgemäß noch diverse andere Optionen, aber über die möchte sich Föst vorerst nicht öffentlich auslassen. Er will in den kommenden Tagen die Zahlen studieren, danach Rücksprache mit seiner Stuttgarter Bezirksleitung nehmen, anschließend mit den Funktionären und Betriebsräten vor Ort konferieren – und schließlich das Gespräch mit Mayer & Cie. selbst suchen. Vorrangiges Ziel: die Erhaltung der Arbeitsplätze.

Nur noch bis zum 14. März in Albstadt

Einen groben Zeitrahmen für dieses Programm gibt es auch: Im Zuge der Arbeitsteilung in der IG Metall Albstadt kümmert sich etatmäßig Michael Föst um Mayer & Cie., und er hält nichts davon, die Pferde zu wechseln. Allerdings wird er am 14. März nicht mehr für das Amt des ersten Bevollmächtigten kandidieren, sondern im Rahmen der beginnenden Altersteilzeit einen neuen Posten in der Frankfurter IGM-Zentralverwaltung übernehmen. Und das bedeutet: Innerhalb der nächsten fünf Wochen müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden.