Groß ist die Freude in Täbingen über die Eröffnung der „neuen“ Halle und den Zusammenhalt im Dorf. Zur Einweihung gab es eine große Sause – mit Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut.
Nur von einer Sanierung zu sprechen, wäre weit übertrieben. Wer die Bilder, die Ortsvorsteher Daniel Jäschke und Birgit Pfeiler vom Ingenieurbüro Bewer am Freitagabend zeigten, gesehen hat, erkennt unschwer, dass vom früheren Sport- und Kulturzentrum – außer der Bodenplatte und ein paar Wänden – nicht mehr viel übrig geblieben ist.
Es wurde immerhin ein erkleckliches Sümmchen, knapp 5,9 Millionen Euro, investiert, das aber sicher dafür sorgt, dass auch die Kinder und Enkel der heutigen Täbinger noch viel Freude an ihrem Dorfmittelpunkt haben. Die Halle sieht nicht nur modern aus, sondern ist vor allem, was die Technik, die Energieeffizienz und den Brandschutz angeht, jetzt auf dem aktuellsten Stand. Doppelt so groß ist die Küche, und dank der Erweiterung verfügt der Sportverein nunmehr über großzügig zugeschnittene Umkleideräume.
Die Zeit der Provisorien ist vorbei
Pläne für die Großbaustelle gab es schon lange. Bürgermeister Thomas Miller erinnerte während des Festaktes, dass man schon 2013 den Bestand der im Jahr 1969 gebauten Halle untersucht habe. Das Zeugnis fiel alles andere als gut aus. Weil die Pandemie das Vorhaben zusätzlich bremste, gingen viele Jahre ins Land, bis endlich 2022 mit Geld von Bund und von Land und aus dem Sportstättenbauprogramm in Höhe von 1,7 Millionen Euro der erste Spatenstich erfolgte. Während der Bauzeit kam das Dorfleben zwar nicht zum Erliegen, trotzdem zeigte sich Miller froh, dass die Zeit der provisorischen Lösungen nun endlich vorbei sei. Jetzt gelte es, die Halle mit ganz viel Leben zu erfüllen.
Das wird spätestens im Januar der Fall sein, wenn die Liachthexen zu einem großen Fasnetsball einladen. Ob es bis dahin als zweite Narrenfigur den „Tagwin“ gibt? Wer weiß. „Tagwin“ war jedenfalls, so steht’s zumindest in der Chronik, der Ureinwohner Täbingens, und ihm zu Ehren feiern und sporteln die Heuberger künftig auch, denn das Gebäude in der Allmendstraße heißt ab sofort Tagwin-Halle.
Ministerin findet den Namen passend
Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut findet den Namen passend, denn er bedeute „Lichtfreund“, und lichtdurchflutet sei das Gebäude nun allemal. Doch auch ihr war die lange Plan- und Bauzeit nicht entgangen, sie vergleich das Millionenwerk gar mit der Elbphilharmonie in Hamburg und dem Flughafen in Berlin, beides Projekte, die wegen Verzögerungen – allerdings bundesweit – für Schlagzeilen sorgten. Dass nun, im Täbinger Fall, alle Vereine das Festwochenende mitgestalteten, wertete sie als „starkes Statement“ für die intakte Dorfgemeinschaft, so ein Zusammenhalt gebe Halt und Stärke in bewegten Zeiten.
„Es ist vollbracht“, mit diesen drastischen Worten fasste der Ortsvorsteher das Ende der Baustelle zusammen. Daniel Jäschke ist noch ganz frisch im Amt, doch auch er weiß schon ganz gut, was die Täbinger ausmacht. Sein Wunsch lautete daher, dass die Halle Jung und Alt und auch die Vereine weiterhin verbinde. Man feiere nicht nur einen „modernen Treffpunkt“, sondern auch die gemeinsame Zukunft einer „wunderschönen Teilgemeinde“, die klein, dafür aber umso gemütlicher sei.
Das sagen die Täbinger zur neuen Halle
Und was sagen die kleinen Täbinger zur Halle? Die Kindergartenkinder erzählten am Ende der Feierstunde nicht nur die Geschichte vom Regenbogenfisch, sondern auch, dass sie sich aufs Turnen und das Herumtoben mit Würfeln freuen. Und einem Jungen war ganz wichtig: „Jetzt können wir wieder Fußball spielen.“
Die „Purzelzwerge“, so heißt die Kita im Dorf, zeigten sich auch gestern. Der ganze Flecken war eingebunden, um den vielen Neugierigen Herr zu werden. Musikalische Unterstützung kam aus Rosenfeld: die Stadtkapelle umrahmte den Frühschoppen und das Mittagessen. Voraus ging dem Tag der offenen Tür ein ökumenischer Gottesdienst, dem der Kirchen- und der Posaunenchor eine besonders festliche Note gaben.