Tipps fürs Sparen Wie man gute Angebote für Tages- und Festgeldkonten findet
Auf Tagesgeld- und Festgeldkonten kann man sicher sein Geld parken. Aber reichen die Zinsen derzeit, um die Inflation auszugleichen? Wir bieten den Wegweiser.
Noch vor einem Jahr konnte man auf Tages- und Festgeldkonten Zinsen in Höhe von vier Prozent erzielen. Seitdem sind die Zinsen gefallen. Wer will, kann aber noch immer sein Geld flexibel und sicher für bis zu zwei, drei Prozent auf Tagesgeldkonten parken – oder sie sich auf einem Festgeldkonto längerfristig sichern. Doch wo gibt es die besten Angebote? Und was sollte man beachten?
Wie viel Zinsen werden derzeit für Tages- und Festgeld geboten?
Inzwischen ist es schwierig, mit der kurzzeitigen Anlage die Inflation von rund zwei Prozent auszugleichen, ob bei Tages- oder Festgeld. Auch weil man noch die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent abziehen muss. Zwei Prozent Zins sind für Bestandskunden das Höchste der Gefühle. In der Regel liegt der Zinssatz für Bestandskunden aber weit darunter – das ist de facto ein Verlustgeschäft.
Der Einstieg lohnt sich, wenn man als Neukunde sein Geld anlegt – bis zu drei Prozent Zinsen sind derzeit möglich. Das gilt aber meist nur für wenige Monate, manchmal ist auch die Eröffnung eines Girokontos Voraussetzung.
Im Schnitt bieten Banken derzeit knapp 1,2 Prozent Zinsen an, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox unter 800 Banken und Sparkassen ergibt.
Wie haben sich die Zinsen zuletzt entwickelt?
Die Zinsen für Tages- und Festgeldkonten sind ein Auf und Ab. Was wiederum an der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt, die mit ihrem Leitzins den Weg vorgibt. Zwischen 2012 und 2022 gab es de facto null Zinsen fürs Geld. Wegen der gleichzeitig vergleichsweise hohen Inflation waren die Anlagen de facto eine Geldvernichtungsmaschine. Seit Herbst 2022 stieg der maßgebliche EZB-Einlagezins Stück für Stück, bis er im Sommer vergangenen Jahres mit vier Prozent seinen Höchststand erreichte. Seitdem geht es schrittweise wieder bergab. Derzeit liegt der Einlagezins bei zwei Prozent. Ein gutes Zeichen ist, dass er im Juli nicht mehr sank. Es könnte also sein, dass der Einlagezins seinen Tiefstand erreicht hat – am Ende bleibt das aber Spekulation.
Was ist der Unterschied zwischen Tages- und Festgeld?
Generell sind Tages- und Festgeld Anlagen, die im Depot bei eher geringen Zinsen viel Sicherheit bieten. Die Rendite taugt derzeit maximal als Inflationsausgleich als zur Geldvermehrung, dafür gibt es keine Kursrisiken wie bei Aktien- oder Rentenfonds und es fallen keine Kosten an. Bis 100 000 Euro pro Bank und Kunde sind durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert, bei Gemeinschaftskonten von Ehepaaren 200 000 Euro.
Auch wenn es derzeit auf Tages- und Festgeld ähnlich hohe Zinsen gibt: Tagesgeld lässt sich jederzeit nutzen, während das Festgeld auf eine feste Laufzeit angelegt wird, die in der Regel ein bis drei Jahre beträgt, und erst dann ausgezahlt wird.
Wo finde ich die besten Zinsen?
Weil die traditionellen Banken vor Ort meist nur mickrige Zinsen anbieten, führt die Suche nach höheren Renditen ins Internet. Online weisen etliche Vergleichs- und Vermittlungsplattformen die Top-Zinsen aus. „Der Markt ist gerade bei Tagesgeld umkämpft – es gäbe nicht vergleichsweise hohe Zinsen, wenn es für die Banken nicht so profitabel wäre, neue Kunden zu gewinnen“, sagt Nadine Graf, Geldanlage-Expertin beim Geldratgeber Finanztip, der selbst Zinsvergleiche anbietet.
Die Vergleichsportale, zu denen etwa auch Check24, Tagesgeldvergleich.net oder Weltsparen zählen, bieten eine gute Orientierung, aber keinen Anspruch auf Zuverlässigkeit oder Vollständigkeit. „Diese Portale sind werbefinanziert – hier sollte man sich bewusst sein, dass der Geschäftszweck die Vermittlung ist. Man weiß nicht, ob die Provision Einfluss auf die Darstellung hat“, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Nur die Stiftung Warentest biete einen unabhängigen Zinsvergleich an, der auch online zu finden ist. Dieser ist allerdings kostenpflichtig.
Die richtige Auswahl Die Stiftung Warentest hat Kriterien definiert, mit denen sich auch bei den Zinsvergleichen die seriösen Anbieter herausfiltern lassen. Generell empfiehlt die Stiftung, bei der Auswahl darauf zu achten, dass der Anbieter unter die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100 000 Euro fällt. Die Banken sollten ihren Sitz in der EU, dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder Großbritannien haben, sofern die Herkunftsländer von den großen Ratingagenturen Topbewertungen erhalten haben. Bei mehrjährigem Festgeld sollte der Zins zumindest jährlich fließen. „Wichtig ist, bei der Suche besonnen zu agieren“, heißt es bei der Stiftung Warentest. „Ob man 1,8 oder 2,1 Prozent Zinsen erhält, macht letztlich nicht viel aus.“
Welche Fallstricke gibt es beim Tagesgeld?
Gerade beim Tagesgeld locken Banken mit Aktionszinsen, die nur für Neukunden gelten und meist auf drei bis sechs Monate befristet sind. Danach gilt der reguläre Zinssatz, der oft weit darunter liegt. „Das Kalkül der Banken ist, dass die Kunden das Ende des Aktionszeitraums übersehen oder aus Bequemlichkeit ihr Konto halten“, sagt Nauhauser von der Verbraucherzentrale. Man sollte sich also überlegen, wie lange man sein Geld als Tagesgeld parken möchte, und auch auf die großen Unterschiede bei den regulären Zinssätzen achten. Wer nach Ablauf der Aktionszinsen zur nächsten Bank wechseln will, sollte für das Zins-Hopping genügend Zeit einplanen.
Welche Fallstricke gibt es beim Festgeld?
Manche Banken verlängern die Festgeld-Anlage automatisch, wenn die Kunden nicht fristgerecht kündigen – der folgende Zinssatz ist dann deutlich niedriger. Bei mehrjährigen Festgeld-Anlagen sollte die Bank die Zinsen jährlich anrechnen und nicht erst zum Vertragsende. So profitieren Sparer auch von Zinseszinsen und können den Ertrag auf den Steuerfreibetrag aufteilen. Das Festgeldkonto vor Vertragsablauf zu kündigen ist nur in Notsituationen – etwa bei einer Privat-Insolvenz – oder aus Kulanz möglich. Dann gibt es in der Regel keine Zinsen, dafür aber meist Straf- und Stornogebühren.
Wie eröffne ich ein Konto?
Da vor allem Neukundenrabatte attraktiv sind, führt der Weg zu höheren Zinsen meist zu einer neuen Bank. Es gilt, den Kontoantrag auszufüllen, auszudrucken und zu unterschreiben. Dann geht es in die Postfiliale, um sich mittels Postident zu legitimieren. Online sind diese Schritte einfacher und schneller zu erledigen. So lässt sich die Legitimation auch über einen Videoanruf erledigen, bei dem man den Personalausweis in die Kamera halten muss. Das Geld für das Tages- und Festgeld wird meist über ein Verrechnungskonto ein- und ausgezahlt.
Wie man betrügerische Vergleichsportale erkennt
Betrugsversuche
Die Stiftung Warentest warnt vor Betrugsversuchen auf Online-Zinsportalen. Es gebe derzeit etliche unseriöse Zinsportale. Vorsichtig ist vor allem geboten, wenn die Zinsen weitaus besser als marktüblich seien. Eine Orientierung dafür bietet der Zinssatz der Einlagefazilität der EZB. Diesen Zins bekommen Banken, wenn sie sich bei der EZB Geld leihen.
Checkliste
Um sich zu versichern, dass man über ein Portal tatsächlich Geld bei einer seriösen Bank anlegt, hilft es, die Bank selbst zu kontaktieren und sich die Kooperation bestätigen zu lassen, rät die Stiftung Warentest. Man könne auch im Impressum die genannte Anschrift und das Vermittlungsportal selbst googeln. Die Finanzaufsicht listet unter bafin.de/unternehmensdatenbank alle Firmen auf, die Anlageprodukte anbieten dürfen. Dort wird auch vor Betrugsversuchen gewarnt.