Sie laden am 27. Januar zu einem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus ein (von links): Gunther Schwarz, Hans-Beat Motel und Hans-Peter Obergfell. Foto: Stephan Hübner

Gunther Schwarz und Hans-Beat Motel laden zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ ein. Am 27. Januar ab 18 Uhr werden geschichtliche Aspekte beleuchtet.

In der Gruppe mit dem Titel „NS-Opfer Königsfeld“ ist Schwarz zufolge Margot Imber „die absolute Speerspitze, da sie sich im Archiv Königsfeld auskennt“. Lange dabei war Linda Hak, die aus zeitlichen Gründen ausschied.

 

Motto des Tages ist ein Spruch des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer: „Ihr seid nicht verantwortlich an dem, was geschah. Aber dass es nie wieder geschieht. Dafür schon.“ Er hoffe, dass sich die Geschichte tatsächlich nicht wiederhole, da man heute das Wissen habe, so Gunther Schwarz.

Eingestimmt werden die Gäste mit Musik von Birgit Weißer-Dannert, Birgit Maier, Johannes Michel sowie Schwarz und Motel. Dieter Mauch, Peter Obergfell und Volker Hornscheidt sind für die Technik verantwortlich und produzierten Plakate. Neu als Sprecher dabei ist mit Chris Boldt „eine weibliche Stimme“.

Infos zu Gedenkorten in Baden-Württemberg

Informationen geben wird es zu Gedenkorten in Baden-Württemberg. Schwarz möchte dann den Zeitraum von der Kapitulation 1945 bis 1996 beleuchten, als Roman Herzog den Gedenktag proklamierte. Die Bevölkerung habe die Ereignisse lange aus der Perspektive des erlittenen, aber nicht des zugefügten Verlusts gesehen. „Der Aspekt der Befreiung kam lange nicht vor.“ Auch lief die Entnazifizierung nur mäßig. „Viele wollten verdrängen und vergessen.“ Das änderte sich erst ab den 1960er-Jahren.

Damalige Situation in Königsfeld

Hans-Beat Motel wird auf die damalige Situation in Königsfeld eingehen. Ihm zufolge glaubte man lange, der Ort wäre unberührt gewesen. „Aber das Alltagsleben war genauso durchseucht und verblendet wie überall, selbst in der Kirche.“

In Berichten von Pfarrern könne man sehen, wie infiziert die Gemeinde gewesen sei. Auffällig nannte er, dass das Archiv der Brüdergemeine in allen Bereichen sehr gut sei, man Dinge über die Zeit der Nazi-Herrschaft aber sehr suchen müsse. „Bei den entscheidenden Punkten war nichts.“

Um so bedeutsamer sei deshalb eine Sammlung von Fotos aus Privatbesitz, die an dem Abend präsentiert werden sollen. Für weiteres Material wären Motel und Schwarz dankbar.

Ein weiterer Punkt werden Szenen aus einer Rede der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer von 2022 sein. Dazu kommt ein Kurzbericht über eine mit der St. Georgener Gruppe „Das Dritte Reich und wir“ organisierten Fahrt nach Grafeneck, laut Schwarz Blaupause für die die Vergasung behinderter Menschen. Schließlich sollen die Namen bekannter Opfer aus Königsfeld verlesen werden.