Ein Porsche 962, der schon beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans mitgefahren ist, war ein Blickfang für viele Besucher des Tags der offenen Tür auf dem Schöpflin-Quelle-Areal in Brombach. Foto: Thomas Loisl Mink

Wie bei einem kleinen Stadtfest boten Vereine, Firmen und Institutionen ein vielfältiges Programm.

Hermann Kugelmann freut sich. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel los ist“, sagt er. Trotz des Regens seien schon um 10 Uhr die Besucher gekommen, berichtet der Verwalter des der Firma Vacuform gehörenden ehemaligen Schöpflin-Quelle-Areals.

 

Auf dem weitläufigen Gelände haben sich einige Firmen angesiedelt und mehrere Vereine ihr Domizil gefunden. Seit Anfang des vergangenen Jahres betreiben die Malteser hier eine rund um die Uhr besetzte Rettungswache. Auf dem Gelände sind sie mit ihren Rettungshunden und Besuchshunden vertreten. Susanne Andres mit ihren Hunden Frodo und Joe und Irene Rössig mit ihrem Rocky, der bei diesem Wetter ein Mäntelchen mit Aufnähern von Rockbands trägt, besuchen Bewohner von Pflegeheimen. „Die Hunde sind Gesprächsöffner, und die Menschen freuen sich, wenn wir kommen“, erzählen die beiden. Viele Bewohner hatten früher selbst Tiere. Die Besuche geben beiden etwas, den Besuchten wie auch den Besucherinnen, und auch die Hunde freuen sich, berichten die beiden.

Britta Gümpel ist mit einem jungen, noch in Ausbildung befindlichen Rettungshund da. Die 14 Rettungshunde der Malteser werden eingesetzt, um vermisste Personen zu suchen. Vergangenes Jahr wurden sie 35 Mal alarmiert, oft sind die Personen aber schneller wieder gefunden. Echte Einsätze gibt es im Schnitt einmal im Monat, alles ehrenamtlich versteht sich.

Bühneli ist in früherer Werkstatt eingezogen

Neu eingezogen ist das Theater Bühneli, das in dem Gebäude untergekommen ist, wo früher die Ausbildungswerkstatt von Raymond war. Das Bühneli musste aus seinem bisherigen Domizil im ehemaligen Suchard-Komplex ausziehen. Am neuen Standort ist der Bühnenraum professionell eingerichtet, die dazu gehörenden Gastro-Räume sind liebevoll ausgestattet.

Foto: Thomas Loisl Mink

Ebenfalls vom Suchard-Gebäude sind die Modell-Eisenbahner des MEC Lörrach ins Schöpflin/Quelle-Areal gezogen. „Seit 1. Juli sind wir hier, der Umzug hat wunderbar funktioniert“, sagt der erste Vorsitzende Christian Snizek. Die einen riesigen Raum ausfüllende Modell-Eisenbahn-Anlage umzuziehen war einfacher als es scheinen mag. Sie ist aus Modulen von einem bis 1,25 Metern Länge aufgebaut, die auseinander geschraubt werden können. Die Häuschen darauf blieben stehen, die Module wurden in Behälter verpackt und mit dem Lastwagen des Vaters eines Mitglieds und ein paar Autoanhängern zogen die Mitglieder die Anlage um. Fertig wieder aufgebaut ist sie allerdings noch nicht. „Wir hoffen, dass bis nächstes Jahr im Frühjahr zum nächsten Tag der offenen Tür alles fertig ist und wir dann auch mit wieder unseren sieben Meter langen Zügen fahren können“, sagt Christian Snizek.

An anderer Stelle gibt es ebenfalls eine riesige Modell-Eisenbahn-Anlage zu bestaunen, diese in Spur 1, einem deutlich größeren Maßstab. Auf dem Gelände waren auch eine Menge Oldtimer zu bestaunen. Vom Jaguar E-Type über eine BMW-Isetta mit Wohnwagen bis zur Ente war alles da. Für Aufsehen sorgte eine ganze Reihe Trabis. Einer davon ist als „Löschzwerg“ umgebaut und fuhr mit Blaulicht ein.

Porsche-Rennwagen sorgt für Erstaunen

Ein besonderes Fahrzeug gab es bei der Firma Ogyprint zu sehen: Einen Porsche 962, ein Le Mans-Rennwagen in orange. Das Fahrzeug kostet etwa eineinhalb Millionen Euro, sagt Firmeninhaber Oliver Gysin. Es gehört einem Kunden aus der Schweiz, der mehrer solcher Rennwagen besitzt und damit auch selbst Rennen fährt. Gysin beklebt das Fahrzeug. Er hat mehrere Kunden aus der Zentralschweiz und aus diesem Milieu, wo sich seine Brombacher Firma herumgesprochen hat. Aber in der Halle steht auch ein straßentauglicher SUV, der komplett mit Folie beklebt wurde als Lackschutz. Als Hobby konzentriert sich Oliver Gysin jedoch auf Zweiräder. Eine ganze Reihe hochbetagter Motorräder hat er ausgestellt. Gemeinsam mit seiner Frau nimmt er damit an Rennen und Fahrten teil, und zwar in Kleidern nach historischem Vorbild, die seine Frau näht. Sie hat damit schon bei einem Wettbewerb in Frankreich unter rund 1300 Teilnehmern den ersten Platz erreicht, erzählt Gysin.

Auch der Vespa Club widmet sich betagten Zweirädern, naturgemäß wird hier vor allem italienisch gesprochen. Die Zimmerei Vogt stellt sich und ihre Werkstatt vor, ebenso Radsport Adrenalin. Hundeschule und Kosmetik findet man auf dem Schöpflin/Quelle-Areal, und es gibt hier eine ganze Menge Künstler-Ateliers, die zu besichtigen waren. Dort konnten die Besucher Werke ganz unterschiedlicher Art und Stilistik bewundern und sich von den Künstlern ihre Arbeitsweise erklären lassen. Ein DJ sorgte für elektronische Sounds und Beats, auch er ist mit seiner Firma für Veranstaltungstechnik auf dem Areal zuhause. Und hungrig oder durstig blieb auch niemand. Beim Motorrad Club Hauingen, den Waldgaischdern und an einigen anderen Stellen gab es vielfältige kulinarische Angebote, von denen die Besucher reichlich Gebrauch machten.