"Gemeinsam sind wir stark", betonte Kurt Brei beim Auftakt zum "9. Tag der Begegnung". Unter der Regie der Aktiven Selbsthilfegruppe Miteinander (ASM) präsentierten sich rund 50 Selbsthilfegruppen, Institutionen und soziale Verbände in der Nagolder Innenstadt.
Nagold - "Ich bin total begeistert, die Resonanz ist sehr positiv", lautete das Fazit des ASM-Vorsitzenden Kurt Brei. Für ihn war es vor allem wichtig, mit dieser Veranstaltung nach der Corona-Pandemie ein Zeichen zu setzen. Dass jetzt mehr als 50 Gruppen am Start waren, zeigte ihm, "dass unser Appell auf fruchtbaren Boden gefallen ist". So hätten es die teilnehmenden Gruppen mit dem Tag der Begegnung erneut geschafft, "die Menschen zu erreichen und uns Gehör zu verschaffen", betonte Kurt Brei. Gleichzeitig lobte er sein ASM-Team, welches sich bereits im Vorfeld mit großem Engagement auf die Veranstaltung vorbereitet hatte.
Zwischen Vorstadtplatz und Burgzentrum erwartete die Besucher Vielzahl an Informationen und Hilfestellungen – aber auch das Rahmenprogramm konnte sich mit Livemusik und Tanzvorführungen sehen lassen. Einen fulminanten Auftakt bildete bei Bilderbuchwetter gleich zu Beginn der Einmarsch des Fanfarenzugs Weil der Stadt mit den Ehrengästen auf dem Vorstadtplatz.
Landrat: "Sie können sich auf den Landkreis verlassen"
Wie Landrat Helmut Riegger in seiner Eigenschaft als Schirmherr deutlich machte, stehe das Thema Inklusion bei der ASM bereits seit mehr als 30 Jahren auf der Agenda. Denn hier wurden und werden aktiv Angebote für ein normales Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten geschaffen.
Für Helmut Riegger bedeutet Inklusion, dass Menschen mit Behinderungen "selbst entscheiden können, was für sie richtig ist". Deshalb will man im Landratsamt das Thema Inklusion noch stärker vorantreiben – und der Landrat betonte: "Sie können sich auf den Landkreis verlassen." Bei dieser Gelegenheit würdigte Helmut Riegger ebenfalls das Engagement des Haiterbacher Unternehmers Gerhard Dingler als "stiller Pate" der ASM. "Es ist nicht selbstverständlich, sich fast 30 Jahre lang so zu engagieren", unterstrich der Schirmherr.
OB bescheinigt "unkompliziertes und angenehmes Miteinander"
Von einem wichtigen Tag mit umfassenden sozialen Hilfsangeboten sprach Oberbürgermeister Jürgen Großmann – und davon, dass jeder prüfen müsse, "ob und wo er helfen kann". Der ASM mit "König Kurt" an der Spitze bescheinigte er Schwung und Begeisterung für die soziale Sache – sowie ein "unkompliziertes und angenehmes Miteinander". Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, dass die ASM auf dem Teufe-Areal eine dauerhafte Heimstätte erhalten habe.
"Es sind die kleinen Dinge, die den Alltag und die Gesellschaft verändern", erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack, dass mit dem Tag der Begegnung ein "besonderes Statement gesetzt wird". Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei es wichtig, Teilhabe zu ermöglichen und Vorurteile abzubauen. Denn Menschen mit Behinderung müssten immer noch mit hohen Barrieren kämpfen – und dabei handele es sich nicht immer nur um bauliche Hürden. Gerade Selbsthilfegruppen wie die ASM würden mit ihren Angeboten zeigen, dass Ausgrenzung keinen Platz habe.
Partnerschaft zwischen Arbeitsagentur und ASM
Mit von der Partie beim Tag der Begegnung war jetzt ebenso die Agentur für Arbeit Nagold/Pforzheim. Wie deren Vize-Chefin Annette Hanfstein deutlich machte, brauche die Arbeitsagentur Partner wie die ASM, "damit Menschen mit Handicap ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben führen können". Zudem ermunterte sie Unternehmen, Menschen mit Handicap eine Chance zu geben – und so die Arbeitslosigkeit behinderter Menschen weiter zu senken.
Für den Unternehmer Gerhard Dingler, der die ASM bereits seit 1994 unter dem Motto "Wir helfen beim Helfen" vielfältig unterstützt, ist es ein Glücksfall für die Region, dass es die ASM mit ihren Angeboten gibt. Sein Dank galt allerdings auch den "vielen Helfern, die im Hintergrund tätig sind".