Isabel Krämer serviert Lachs: Es gibt ihn als Sashimi mit Gurke oder mariniert. Foto: Peter-Michael Petsch

Manchmal entpuppen sich Notlösungen als Glücksfall. So bei Dim Sum Dishes in Ludwigsburg. Eigentlich hätte in der Mathildenstraße ein Sushi-Lokal nach dem Vorbild von I love Sushi im Stuttgarter Westen eröffnen sollen.

Ludwigsburg - Manchmal entpuppen sich Notlösungen als Glücksfall. So bei Dim Sum Dishes in Ludwigsburg. Eigentlich hätte in der Mathildenstraße ein Sushi-Lokal nach dem Vorbild von I love Sushi im Stuttgarter Westen eröffnen sollen. Doch wie Betriebsleiter Sven Schneider erzählt, war kurz vor der Eröffnung der Sushi-Meister abgesprungen und kein Ersatz in Sicht.

Also machte das Team aus der Not eine Tugend und dachte sich ein neues gastronomisches Konzept aus. Und das erhielt den sprechenden Namen Dim Sum Dishes. Allerdings: Wer daraufhin eine riesige Auswahl an frittierten oder gedämpften Teigtäschchen im Bambuskorb erwartet, muss umdenken. Denn Sven Schneider und seine Crew verstehen darunter viel mehr: kleine Köstlichkeiten aus allen Teilen Asiens.

Wer sich an den Tischen mit Fach für die Speisekarte ­ niederlässt, wird zunächst freundlich ins Konzept eingeweiht: „Die Gerichte werden ähnlich wie spanische Tapas gegessen: Sie bestellen eine Auswahl, jeder am Tisch isst davon, ohne dass die klassische Speisereihenfolge Vor- und Nachspeise zu beachten wäre.“

Los geht es mit dem traditionell scharfsauer eingelegten Weißkohlgericht Kimchi, einem koreanischen Nationalgericht. ­Dazu: Wassermelone mit Chili-Limetten-Salz (jeweils 5 Euro) und Rote Bete mit kurz gebratenem Thunfisch (11,50 Euro und damit eines der teuersten Gerichte). Die Portionen sind ideal, um zu zweit davon zu essen und sich über den Gaumenkitzel auszutauschen. Das rote, kernlose Fruchtfleisch der Wassermelone sieht aus wie ­roher Thunfisch. In Kombination mit dem Salz wird es geschmacklich zum exotischen, bissfesten Genuss. So einfach, so köstlich!

Damit nicht genug der Schwärmerei. Die noch knackig gegarten Rote-Bete-Scheiben bestechen durch ein würzig-erdiges Aroma und harmonieren bestens mit den nur am Rand gebratenen Thunfischstücken. Auch die Jakobsmuscheln mit halbierten, kernlosen Trauben auf einem Kräutersalatbett (ebenfalls für 11,50 Euro) überzeugen.

Einzig das Kimchi ist sehr salzig geraten. Wer so etwas zurückmeldet, erntet kein Schulterzucken. Vielmehr könnte es sein, dass einem das Gericht erneut serviert wird – weniger salzig. Die nächste Bestellung erfolgt aus Neugier, nicht mit knurrendem Magen: gedämpfte Teigtäschchen mit ­Entenfleisch (7 Euro). Ein weiterer Genuss. Trotz der Nähe zur Filmakademie öffnet das Dim Sum Dishes erst nachmittags. Dennoch bleibt der Tag bis abends im Raum. Das liegt am hellen Interieur und am akustischen Hall. Kulinarisch aber gibt es viel zu entdecken: Teller für Teller.

Küche: Gaumenkitzel aus Korea, Japan, Thailand und China

Atmosphäre: Puristisch, hell und leider auch etwas hellhöri

Preis-Leistungs-Verhältnis: Kreativität gibt es nun mal nicht umsonst

Adresse: Dim Sum Dishes, Mathildenstraße 15, 71638 Ludwigsburg, Telefon 0 71 41 / 2 39 23 17. Internet: http://dimsumdishes.de. Nicht barrierefrei, Stufen am Eingang. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 17 bis 22 Uhr, Freitag 17 bis 23 Uhr, Samstag 15 bis 23 Uhr, Sonntag 15 bis 22 Uhr. Montag ist Ruhetag.

Extras: Einige Sitzplätze im Freien. Das Team bietet auch Catering für Feste und Partys an.

Anfahrt: Mit der S-Bahn zum Bahnhof Ludwigsburg und weiter zu Fuß. Parkmöglich­keiten an der Bärenwiese beim Forum am Schlossplatz oder – außer Sonntag – im ­nahen Parkhaus Akademiehofgarage.