Die Einrichtung im Spalatum ist puristisch-kühl in Weiß, Creme und Pink gehalten. Foto: Leif Piechowski

Wir müssen ein wenig suchen. Vorbei am dm-Markt, an Rewe, dem Park-Inn-Hotel samt Restaurant, um zwei Ecken – da ist es, das Spalatum. Etwas versteckt im hinteren Bereich­ des Südtors, des ansonsten fast schon gespenstisch leeren Betonklotzes am Marienplatz.

Stuttgart - Wir müssen ein wenig suchen. Vorbei am dm-Markt, an Rewe, dem Park-Inn-Hotel samt Restaurant, um zwei Ecken – da ist es, das Spalatum. Etwas versteckt im hinteren Bereich­ des Südtors, des ansonsten fast schon gespenstisch leeren Betonklotzes am Marienplatz. Vor zwei Monaten hat Nico Vurbic hier sein Lokal eröffnet: „Nach mehr als zehn Jahren als Serviceleiter im Restaurant Amici­ war es Zeit, mich selbstständig zu machen“, sagt er. Das lichtdurchflutete Eckrestaurant im Stuttgarter Süden habe sich dafür angeboten. Den Namen­ habe er auch längst parat gehabt: ein Wortspiel aus Spalatum, dem altertümlichen Namen seiner kroatischen Heimatstadt Split, und Palatum, lateinisch für Gaumen, weil er selbigen verwöhnen wolle.

Wird Vurbic diesem Anspruch gerecht? Ums gleich zu verraten: Ja, denn er hat sich mit Rainer Behling einen erfahrenen, versierten Küchenchef­ geholt, der unter anderem in der Backnanger Alten Vogtei kochte, dem Restaurant von Fußballstar Mario Gomez. Die Karte ist mediterran ausgerichtet, angenehm übersichtlich gehalten und trotzdem vielseitig. Wir entscheiden uns vorneweg für Fiore di Zucca (11,20 Euro), Zucchiniblüten samt Fruchtansatz, die hier mit einer feinen Lachsfarce gefüllt sind und mit Wildkräutersalat sowie gegrillter Wassermelone serviert werden. Eine überraschende, frische Kombination. Die mit Kräutern aromatisierte Spargelsuppe (6,10 Euro) hätte cremiger ausfallen können. Neben Spargelstückchen schwimmen zwei schöne, große Garnelen darin, die auf den Punkt gebraten sind.

Nach kurzer Pause bringt Vurbic die Hauptgänge an den Tisch: schmackhafte Tajarin, millimeterdünn geschnittene Eiernudeln, mit Trüffelspänen (17,80 Euro) sowie – von der Mittagskarte – saftiges Lachsfilet mit Pflücksalat und fruchtigem Orangen-Dressing (8,70 Euro). Angetan sind wir auch vom Service. Vurbic bedient unaufdringlich, aufmerksam, kompetent. Mittlerweile leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Preislich bewegt sich das Spalatum allerdings ebenfalls im gehobenen Bereich. Schön, dass es einen Mittagstisch mit Gerichten­ zwischen vier und zehn Euro gibt.

Da das Spalatum auch Café und Bar sein will, wird ab 8 Uhr Frühstück serviert, und am Wochenende ist bis 3 Uhr geöffnet. Ein besonderer Service: Jeden ersten und dritten Donnerstag ist „open kitchen“, sprich die Küche kann bei einem Glas Prosecco aufs Haus besichtigt werden.

Wenn es mal wieder Sommer wird, locken zudem die Plätze unter den Arkaden und die große Außenterrasse unter schattigen Bäumen. Die Suche hat sich gelohnt.

Adresse und Info

Küche: Mediterran und saisonal

Atmosphäre: Etwas unterkühlt

Service: Aufmerksam und kompetent

Preis-Leistungs-Verhältnis: Am oberen Limit

Adresse: Spalatum – Restaurant, Bar, Café und Lounge, Heusteigstraße 114, 70180 Stuttgart, Telefon 51 87 23 52, www.spalatum.de

Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags sowie sonntags von 8 bis 0 Uhr, freitags und samstags von 8 bis 3 Uhr.

Extras: Jeden ersten Sonntag Pianomusik. Jeden ersten und dritten Donnerstag von 19 bis 21.30 Uhr offene Küche: Die Gäste können sich dort bei Häppchen und einem Glas Prosecco­ umschauen. Barrierefrei.

Anfahrt: Mit der U 1 und 14 bis Haltestelle Marienplatz. Mit dem 43er-Bus bis Lehenstraße. Autofahrer können in der Tiefgarage im Gebäudekomplex Südtor parken.