Im Dezember ist der Hechinger Tafelladen umgezogen. Wir waren vor Ort: Der Andrang ist groß und die Anzahl der Kunden steigt.
An einem Nachmittag vor dem Hechinger Tafelladen: Unter dem Vordach warten gut 25 Kunden, darunter sind viele Personen mittleren Alters, einige Senioren und vereinzelt Erwachsene mit kleinen Kindern. Es zwar kalt, aber Einlass erhält immer nur eine gewisse Anzahl von Personen.
Tatsächlich ist der neue Standort des Tafelladens etwas kleiner als der bisherige am Schlossplatz. Die Räume unterhalb des Oldtimermuseums Hechingens bieten dagegen andere Vorteile, zum Beispiel ein Vordach und mehr Platz um die Tafel herum, berichtet Isabell Buck-Vasiliadis beim Termin vor Ort. Der neue Laden ist heller und freundlicher im Vergleich zum ehemaligen am Schlossplatz in der Oberstadt.
Immer mehr Kunden kommen
Während sie vom neuen Standort erzählt, bittet einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter eine weitere Gruppe in den Laden hinein. Die Hechinger Tafel verzeichnet generell eine Zunahme von Kunden, erzählt Buck-Vasiliadis. Aktuell gibt es etwa 370 ausgestellte Tafelausweise.
Interessenten erhalten diesen nur unter gewissen Bedingungen. Buck-Vasiliadis prüft dabei sämtliche Einnahmen. Unterm Strich geht es um die Summe, die den Kunden zum Ausgeben zur Verfügung steht. Die Marktleiterin orientiert sich dabei an den Pfändungsfreigrenzen.
Für eine alleinstehende Person liegt diese Grenze bei derzeit rund 1560 Euro pro Monat. Wer mehr Einnahmen hat, erhält keine Berechtigungskarte für den Tafelladen.
35 Ehrenamtliche
Wer die Kunden sind? Etwa die Hälfte sind Ukrainer, ein Drittel Deutsche und die übrigen gehören zu anderen Nationalitäten.
Buck-Vasiliadis bestätigt den augenscheinlichen Eindruck: Viele Personen, die bei der Tafel einkaufen, sind zwischen 40 und 60 Jahren. Tatsächlich kann man dort für wenig Geld viel einkaufen: Einen Blumenstrauß gibt es für zehn Cent, einen Salatkopf für 20 Cent und ein Joghurt kostet ebenfalls zehn Cent. Eine Einzelperson gebe im Tafelladen meist ungefähr vier bis sechs Euro aus, Familien auch mal zehn oder elf Euro.
Angewiesen ist der Tafelladen auf Spenden, die von Privatpersonen und Firmen kommen. Die Lebensmittelspenden sind jedoch von verschiedenster Qualität. Buck-Vasiliadis: „Einiges, was wir bekommen, können wir leider nicht gebrauchen.“
Die Mitarbeiter des Tafelladens kontrollieren die Lebensmittel stichprobenartig und wenn nötig sortieren sie aus. Der Tafelladen hat derzeit 35 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich um Aufgaben wie Fahrdienst, Ausgabe im Laden, Sortieren und Kasse kümmern.
Spenden sind willkommen
Buck-Vasiliadis weist darauf hin, dass ehrenamtliche Helfer nach wie vor willkommen sind. Alle drei Teams – Fahrer, Vorbereitung, Abgabe – suchten laufend Verstärkung. Die Personallage hatte sich jüngst, auch wegen der Berichterstattung in der Presse, spürbar verbessert. Auch Geldspenden seien für den Betrieb des Tafelladens in Trägerschaft des Caritasverbands für das Dekanat Zollern weiterhin unerlässlich: Die Kosten für Müll, Strom, Gas, Wasser, Fahrzeuge und vieles mehr können durch die Beiträge der Kunden nicht gedeckt werden. Nicht zuletzt werden auch Lebensmittelspenden benötigt. Weitere Infos gibt es bei Marktleiterin Isabell Buck-Vasiliadis und direkt im Laden.