In der Dunkelheit schlagen sie zu: Im Kreis Rottweil gab es in den vergangenen Wochen mehrere Einbrüche. Wo Schwachstellen liegen, und was die Polizei rät.
Wenn die Tage kürzer werden und die Dunkelheit früher einsetzt, werden Einbrecher besonders aktiv. Im Kreis Rottweil wurde seit Ende Oktober bereits in mehrere Gebäude eingestiegen. Die Polizei reagiert im Rahmen ihrer Möglichkeiten, appelliert aber auch an die Hausbewohner selbst.
Die jüngsten Fälle liegen erst wenige Tage zurück: Einbrecher verschafften sich in Wellendingen Zugang zu einem Gebäude und durchsuchten sämtliche Räume. In Seedorf und Waldmössingen waren Büroräume zweier Firmen das Ziel von Einbrechern.
In Sulz waren es Mitte November das Jugendzentrum und ein Ladengeschäft. Und bereits Anfang November kam es zu einem Einbruch in eine Rottweiler Schule und zu gleich drei Einbrüchen in Bösingen.
Wie viele Einbrüche es in diesem Jahr schon gab, dazu kann das Polizeipräsidium Konstanz, in dessen Zuständigkeit auch der Kreis Rottweil fällt, nichts sagen. 2024 seien es insgesamt 41 Einbrüche gewesen, im Vorjahr 43.
Aufklärung schwierig
Ernüchternd ist die Aufklärungsquote: Diese lag 2024 bei 22 Prozent. „2024 konnten insgesamt zwei Tatverdächtige ermittelt werden. Beide kamen nicht aus der Region“, teilt uns Polizeisprecher Patrick Zöller auf Nachfrage mit.
In der Regel erfolgten Einbrüche während der Abwesenheit der Hausbewohner. „In den allermeisten Fällen werden Fenster oder Türen aufgehebelt, da diese oft nicht ausreichend gesichert sind. Aber auch das Einschlagen von Fensterscheiben wird als eine der Methoden von Tätern genutzt“, teilt der Sprecher zum Vorgehen der Täter mit.
Verstärkte Polizeipräsenz in Wohngebieten
Zwar würden in der dunklen Jahreszeit verstärkt Kontrollen erfolgen – insbesondere werde die Streifenpräsenz in Wohngebieten bei Dunkelheit zu Abend- und Nachtstunden erhöht – und Präventionsmaßnahmen durchgeführt, die wichtigsten Maßnahmen beträfen aber in erster Linie die Hausbewohner.
Gemeint sind damit laut Polizeisprecher sichere Fenster und Türen. Denn je schwerer es ist, in ein Gebäude zu gelangen, desto mehr Zeit wird benötigt, und desto wahrscheinlicher ist es, dass Einbrecher den Versuch abbrechen.
Lichtquellen und Überwachungskameras
„Aber auch Lichtquellen und Bewegungsmelder sind tolle Möglichkeiten, um mögliche Einbrecher abzuschrecken. Ein gut beleuchtetes Grundstück lässt wenig Raum für unbemerkte Handlungen“, erklärt er.
Die Polizei rät zudem, keine dunklen Ecken oder Versteckmöglichkeiten auf dem Grundstück zu bieten: „Schneiden Sie Büsche und Sträucher zurück, um eine gute Sicht auf Ihr Haus und die Umgebung zu haben.“
Auch Alarmanlagen – zumindest entsprechende Hinweisschilder – oder Videoüberwachungen könnten abschreckend wirken. Letzteres kann der Polizei auch bei der Ermittlung von Tätern unterstützen.
Verdächtiges melden
Wer für längere Zeit verreist, sollte sicherstellen, dass das Haus nicht unbewohnt aussieht. „Lassen Sie Ihre Zeitungen und Briefe abholen“, heißt es dazu von der Polizei.
Und generell: „Die Nachbarschaftshilfe kann ebenfalls eine große Rolle spielen. Das gegenseitige Achten auf das Grundstück des Nachbarn und das Melden von Verdächtigem kann einen Beitrag zur Prävention leisten“, meint Patrick Zöller.
Bei verdächtigen Personen oder Aktivitäten in der Umgebung sollte ohne zu zögern die 110 gewählt werden.