Beide Flossen sind wieder im Wasser: Die Schwanendame konnte ihren Fuß wohl selbst aus der Angelschnur befreien. Foto: Hartmut Polet

Viele Tierfreunde sorgen sich um einen der Schwäne auf dem Tälesee in Empfingen. Das Tier hatte sich in eine Angelschnur verfangen. Am Samstag lief ein erneuter Rettungsversuch wieder nicht wie gewünscht. Dennoch gibt es gute Nachrichten.

Hartmut Polet ist dieser Tage im Dauereinsatz. Ein Schwanen-Pärchen hat sich den Tälesee in Empfingen als Domizil ausgesucht. Seitdem er bemerkt hatte, dass die Schwanendame einen ihrer Füße über dem Wasser hält, versucht der Mann vom Nabu Oberndorf, dem Tier zu helfen.

Was war passiert? Anscheinend hatte sich die Schwanendame in eine Angelschnur verfangen, sodass Schwimm-Bewegungen und auch die Fortbewegung am Land mit dem Fuß nicht möglich sind.

Doch die Einfangversuche am Mittwoch und Freitag waren trotz Hilfe der Feuerwehr, des Bauhofs und des Veterinäramts Freudenstadt sowie von Naturschutzwart Ludwig Schrägle aus dem Nachbarlandkreis Rottweil gescheitert.

Zu viel Unruhe rund um den Tälesee

Erklärung: Es herrschte wohl einfach zu viel Unruhe rund um den Tälesee. Und auch wenn Polet es mehrmals schaffte, dass die Schwäne zu ihm kamen, konnten die Tiere nicht eingefangen werden und flogen jedes Mal aufgeregt davon. Und das, obwohl Polet die Lieblingsspeise der Schwäne dabei hatte: Kartoffelscheiben.

Großes Helferteam unterstützt Polet

Am Samstag folgte der nächste Rettungsversuch – mit einem Helferteam unter Leitung vom Greifvogel-Experte Achim Klumpp aus Baiersbronn, Naturschutzwart Schrägle, Schwanenpflegerin Christina Ullrich und dem Fischereiverein Empfingen unter Leitung von Frank Kugel. Auch jetzt kamen die Schwäne wieder zu Polet geschwommen. Beobachter haben den Naturschützer deshalb schon den Beinamen „Schwanenflüsterer“ gegeben.

Der Schwan flog jedoch davon, als eine Fangeinrichtung ins Wasser ausgeworfen wurde. „Leider wurden die Schwäne wohl durch zwei Fremde wieder aufgescheucht“, berichtet er im Gespräch mit unserer Redaktion. „Ich hatte extra drei Fangnetze vorbereitet, wobei ich mit meiner Methode 2022 einen Jungstorch erfolgreich einfanbgen konnte. Dieser war aber noch nicht flugfähig.“

Nun fehlten nur wenige Zentimeter. Geknickt und weiterhin besorgt musste Polet den nächsten Einfangversuch daraufhin abbrechen.

Am Sonntag ist die Erleichterung groß

Am Sonntag schaute er aber natürlich schon wieder am Tälesee vorbei. Doch diesmal war etwas anders: Der Fuß war nicht mehr über der Wasseroberfläche. „ Die Schwanendame schwimmt wieder mit beiden Flossen“, ist Polet erleichtert. Anscheinend konnte das Tier den Fuß selbst befreien. Die Angelschnur hänge aber weiterhin im Gefieder. „Jetzt hoffen wir, dass am Tälesee gebrütet wird. Dann kann man das Tier an Land von der Angelschnur befreien.“

Polet bittet Hundehalter, den Uferbereich zu meiden

Polet bittet: „Hundehalter sollten den Uferbereich am Tälesee meiden und die Hunde an der Leine führen, was selbstverständlich sein sollte.“ Der Tierhelfer ist begeistert, dass ihm in den vergangenen Tagen so viele Menschen halfen: „Danke an alle Helfer die dreimal an den Tälesee ausgerückt sind. Vor allem auch die Feuerwehr Empfingen und der Bauhof.“