Tobias Weinmann hat viel erreicht. Heute trainiert er vor allem Kinder und Jugendliche. Foto: TSV Calw

Tobias Weinmann fungiert beim TSV Calw als Trainer, aktiver Sportler und mehrfacher Titelträger im Bereich Taekwondo.

Taekwondo steht für Dynamik, Präzision und Disziplin – und genau das lebt die Abteilung des TSV Calw Woche für Woche in der Halle, erklärt der Verein in einer Pressemitteilung.

 

Einer, der diese Sportart seit fast zwei Jahrzehnten prägt, ist Tobias Weinmann. Als Trainer, aktiver Sportler und mehrfacher Titelträger verbindet er Erfahrung mit Leidenschaft und gibt diese vor allem an Kinder und Jugendliche weiter.

„Meine Mutter hat mich damals einfach angemeldet“

Tobias Weinmann begann im Alter von sieben Jahren mit Taekwondo – eher durch Zufall als aus eigenem Antrieb. „Meine Mutter hat mich damals einfach angemeldet“, erzählt er.

Gemeinsam mit seinem Cousin, seinem besten Schulfreund und etwas später auch seinem Bruder startete die Gruppe in den Sport. Während viele seiner Weggefährten im Laufe der Jahre aufhörten, blieb Weinmann dabei und trägt heute, 19 Jahre später, bereits den 4. Dan.

Eine außergewöhnliche Leistung, wenn man bedenkt, dass zwischen den Dan-Graden mehrere Jahre Wartezeit, Vorbereitung sowie Disziplin und Durchhaltevermögen liegen. „Ich habe einfach immer weitergemacht, sobald es möglich war“, sagt Weinmann.

Was Weinmann am Taekwondo besonders fasziniert, ist die Kombination aus Technik, Körperkontrolle und mentaler Stärke. „Es erfordert viel Disziplin, aber genau das macht den Reiz aus“, erklärt er.

Neben dem klassischen Vollkontaktkampf spielt auch das sogenannte Formenlaufen (Poomsae) eine große Rolle. Hier kommt es auf Präzision, Ausdruck und Technik an.

Seine sportlichen Erfolge in beiden Bereichen können sich sehen lassen: Weinmann ist mehrfacher Baden-Württembergischer Meister und Jugend-Landesmeister. In seiner Sammlung stehen weit mehr als 20 Pokale.

Heute tritt er etwas kürzer

Sein größter Erfolg ist der zweite Platz beim Internationalen Children Championship, der im Glaspalast Sindelfingen ausgetragen wird.

Heute tritt Weinmann im Wettkampfgeschehen etwas kürzer. „Ich mache vielleicht noch ein oder zwei Turniere im Jahr“, sagt er. Statt eigener sportlicher Erfolge steht inzwischen vor allem eines im Mittelpunkt: die Arbeit als Trainer und die gezielte Förderung des Nachwuchses.

Seit rund fünf Jahren ist er offiziell als Trainer aktiv und betreut vor allem Kinder und Jugendliche. Seine Trainer-B-Lizenz im Bereich Taekwondo Leistungssport erarbeitete er sich im vergangenen Jahr in mehreren Lehrgängen. Unterstützung erhält er dabei weiterhin von seinem langjährigen Trainer Wolfgang Rentschler, der auch im Ruhestand dem Sport treu geblieben ist und sogar wieder im Leistungssport aktiv ist.

Es geht auch um Werte wie Respekt, Durchhaltevermögen und Teamgeist

Tatsächlich begann Weinmanns Weg in die Trainerrolle deutlich früher. „Ich habe Wolfgang bereits mit 16 Jahren im Training unterstützt und konnte so Schritt für Schritt in die Rolle hineinwachsen“, sagt er.

Dabei geht es ihm nicht nur um Technik, sondern auch um Werte wie Respekt, Durchhaltevermögen und Teamgeist. Unterstützung bekommt er inzwischen auch aus der eigenen Familie: Seine Mutter hilft regelmäßig im Training mit und kümmert sich um die Betreuung der Kinder. „Das ist eine große Hilfe“, sagt Weinmann.

Montags stehen gleich drei Einheiten auf dem Plan, von den Kleinsten im Alter von fünf bis zehn Jahren bis hin zu den Fortgeschrittenen und seinem eigenen Training. Freitags folgt ein offenes Training, bei dem individuell gearbeitet wird, sei es für Wettkämpfe oder Gürtelprüfungen.

Diese Arbeit zeigt bereits Erfolge: Ein 17-jähriger Athlet hat den Schwarzgurt erreicht, mehrere weitere Jugendliche tragen den roten Gürtel.

Neben dem Sport arbeitet Weinmann bei der Stadtverwaltung Calw in der Kämmerei und kümmert sich unter anderem um Fördermittel und steuerliche Themen.

Fester Bestandteil seines Lebens

Den Ausgleich findet er im Training, auch wenn der Sport nicht immer nur Höhen bereithält. Mehrere Verletzungen, darunter gleich drei Mittelfußbrüche innerhalb eines Jahres, zwangen ihn zuletzt immer wieder zu Pausen. „Das war schon frustrierend“, gibt er zu. Seit Anfang des Jahres steht er wieder regelmäßig auf der Matte.

Für Weinmann ist Taekwondo mehr als körperliche Betätigung. Es ist fester Bestandteil seines Lebens, der ihn seit der Kindheit begleitet und geprägt hat. „Man lernt nie aus“, sagt er.

Genau dieses Prinzip gibt er heute an die nächste Generation weiter.