Zum Ausklang des Schuljahres und aus Anlass des 40-jährigen Bestehens des Akkordeon-Orchesters gab es im Kulturleben von Schramberg-Waldmössingen einen großartigen Glanzpunkt.
Die Grundschule und das Akkordeonorchester Waldmössingen hatten sich zusammengetan, um gemeinsam ein tolles Musical aufzuführen, das gleichermaßen für Kinder wie für Erwachsene geeignet war. Sie wählten das Musical „Tabaluga oder die Reise zur Vernunft“ von Peter Maffay aus, mit dem der Sänger seine Tabaluga-Reihe beschloss.
Namhafte Liedermacher wie Rolf Zuckowski hatten an Text und Melodie der Solo- und Chorpartien mitgearbeitet. Kein Wunder, dass bei den zwei Aufführungen die Kastellhalle fast gestürmt wurde und kein Platz mehr leer blieb.
Dutzende von Menschen hatten zusammengewirkt, um dieses Gemeinschaftswerk in professioneller Qualität zu realisieren: das Teenieorchester mit Unterstützung aus dem Hauptorchester unter der Leitung von Mario Nortmann, der auch viele Arrangements schrieb, von der Grundschule die Gruppen der Sterne (1. Klasse), der Kaulquappen (2. Klasse) , der Ameisen und Delfine (3. und 4. Klasse), deren Choreografie Carolin Pfeifer einstudiert hatte und der Chor (3. und 4. Klasse).
Wechselnde Taktarten
Mario Nortmann hatte Chor und Orchester fest im Griff. Die Melodien liefen flott vom Stapel und waren sehr eingängig, wobei die Taktarten immer wieder wechselten bis hin zum fröhlichen Walzer.
Mit dem Auftritt der Himmelsriesen war auch die mittlere Garde der Narenzunft Waldmössingen unter Leitung von Franziska Wetter und Melanie Ginter in das Geschehen eingebunden.
Hauptrolle getrennt
Ein genialer Einfall der Regie (Thomas Hug) war die Trennung der Hauptrolle in wechselnde Darstellerinnen (Pia Klosmann, Luisa Keller, Leonie Blessing, Emma Haas) und Sprecher (Sophie Haag, Isabel Kieninger). So konnte nach dem Verschwinden von Tabaluga unter der Bühne der kleine Drache auf seiner Reise schon im nächsten Moment oben auf der Galerie erscheinen.
Voluminöse Stimmen
Drachenvater Tyrion kam nicht persönlich auf die Bühne, sondern war durch die Stimme von Andreas Pedretti präsent Für herausragende Qualität sorgten die Gesangssolisten Leila Witz und Andreas Pedretti, die sich mit voluminöser Stimmgebung und rhythmischem Feeling wunderbar an die Akkordeon-Begleitung anpassten.
Mit toller Mundakrobatik und rasantem Tempo sang die Solistin Tabulagas zweites Lied „Als junger Drache will Sachen machen“.
Tolle Kostüme
Als Erzählerin sorgte Jessica Erath souverän für den Rahmen. Sie war es auch, die nach dem Spiel alle Darsteller und Personen – so auch Frosch (Joleen Uberig) und Storch (Simon Springer) vorstellte. Bewundernswert waren die vielen Kostüme der einzelnen Gruppen, die unter Regie von Kristina Birk, Sabine Schrenk und Dominique Eberhardt angefertigt wurden.
Vor allem Feuersalamander Pyromella Chiara (Carolin Finke) und besonders die Schildkröte Nessaja (Michaela Haag) strahlten heraus. Das Tabaluga-Kostüm war mehrfach gefertigt worden. Geschickte Hände (Silvia und Klaus Armbruster) hatten einen Baum und eine Palme gebaut die rasch über die Bühne gezogen werden konnten.
Digitales Bühnenbild
Das Bühnenbild mit Videovisualisierung kam vom Beamer. So konnte der Flug des kleinen Drachens durch die himmlischen Weiten glaubwürdig dargestellt werden. Die Technik lag in den Händen von Christian und Marian Hug.
Wahre Größe entscheidet
Macht und Gewalt können zwar einschüchtern, doch vom Riesen Grykolos lernt Tabaluga, dass wahre Größe nichts mit physischer Stärke zu tun hat, sondern mit Empathie und Mut. Zum Zentrum der Einsicht gelangt der Drache durch Schildkröte Nessaja, die zeigt, dass Erwachsensein nicht das Ende der Träume bedeutet.
Die Tabaluga-Geschichte der inneren Reifung wird sicher noch nachwirken und die Melodien werden lange in Erinnerung bleiben.