Für die Filmreihe „Terra X“ drehte ein Filmteam m Besucherbergwerk. Die räumliche Enge vor Ort zwang die Crew einige Male zum Improvisieren.
Für gut eine bis eineinhalb Minuten wird das Haslacher Silberbergwerk „Segen Gottes“ in einer neuen „Terra-X“-Produktion des ZDF im Sommer 2026 zu sehen sein. Zum Drehtermin am frühen Samstagmorgen „fuhren“ das vierköpfige Filmteam unter Führung von Obersteiger Leo Obert nach dem Fototermin mit dem Haslacher Bürgermeister Armin Hansmann für gut eineinhalb Stunden in das Bergwerk ein.
Filmemacher Jürgen Stumpfhaus erzählt die Geschichte des Abenteurers August Gissler, der von 1889 bis 1908 auf der Suche nach einem Piratenschatz auf der heute zu Costa Rica gehörende Kokos-Insel mehrere lange Grubengänge gegraben hatte, letztlich dem Schatz aber vergeblich nachjagte. Im fertigen Film wird Schauspieler Holger Scheidgen die vermeintliche Schatzhöhle am Strand betreten und sich dann im Dunkeln nur im Licht einer Petroleumlampe im Haslacher Bergwerk „Segen Gottes“ mit der Spitzhacke den Weg freizuhauen, zwischen den beiden Drehorten in der Karibik und in Haslach liegen mehr als 7000 Kilometer Luftlinie.
Filmemacher Stumpfhaus hatte gleich zwei Kameraleute zum Dreh in Haslach mitgebracht, Holger Neuhäuser hat schon in vielen Ländern der Welt für Terra X-Reportagen gefilmt, der Dreh in Haslach bringt den Profi mit einem Gardemaß von 1,95 Meter in den engen Grubengängen jedoch schon bald an körperliche Grenzen. Gemeinsam mit seinem Südtiroler Kollegen Felix Comploi setzen die beiden die mühselige Plackerei des einsamen Schatzjägers in Szene. Die Lichtverhältnisse und die räumliche Enge zwingen die Film-Crew einige Male zum Improvisieren. „Ich kann das Oberlicht nicht so einfach ausschalten, da müssen wir jetzt fünf Minuten warten bis es wieder erlischt“, entgegnet Obersteiger Obert ein ums andere Mal. Die Wartezeit erlaubt es immerhin, dass Darsteller Scheidgen seine gebückte Position einnehmen kann und die Kameramänner ihren Fokus so ausrichten können, dass trotz der langen Brennweite hinein in die nur spärlich beleuchtete Felskammer Nahaufnahmen vom verhärmten Antlitz des Abenteurers möglich sind. „Für das perfekte ‚Close-Up‘ werden wir am Computer noch ein wenig zaubern müssen“, gesteht Neuhäuser ein.
Mehrfach schleppt sich Scheidgen mit der geschulterten Haue auf die Kameraleute zu, im dritten Anlauf ist die Szene im Kasten. In einem anderen Gang des Bergwerks stört eine Notbeleuchtung. Die kann und darf Obert nicht ausschalten. Kurzerhand wird die Lampe mit der Schildmütze des Filmemachers abgehängt. Damit doch etwas Licht die Szene erhellt, muss Scheidgen eine lux-starke Lichtquelle mit seinem rechten Arm hinter seinem Rücken halten. Für den Zuschauer macht er sich aber mit der Petroleum-Laterne in der linken Hand spärlich Licht.
Dafür, dass Scheidgen in dem kerzengeraden Grubengang „um die Ecke“ kommt, sorgt ein Kniff in der Kameraführung. Für die letzten Takes auf den oberen Ebenen des Bergwerks müssen Crew und Ausrüstung den 18 Meter hohen Förderschacht hinaufsteigen, 71 steile Stufen und die engen Richtungsänderungen auf der Stahltreppe wollen mit voluminösem Kamera-Rucksack und technischem Zubehör in den Händen erst einmal bewältigt werden. Dann sind die letzten Einstellungen im Kasten, im Januar fliegt die Crew für sieben Drehtage in die Karibik, dann erfolgt die lange Phase der Post-Produktion, die Erstausstrahlung der Folge ist für den 22. Juli 2026 vorgesehen.
Produktionskosten
Über die Produktionskosten der 45-minütigen Reportage mit sieben Drehtagen in der Karibik wollte sich Stumpfhaus nicht äußern. Auf dem attraktiven Sendeplatz am frühen Sonntagabend erreiche „Terra-X“ einen mit 17 Prozent respektablen Marktanteil und da die Reportagen ohne Dialoge auskomme, könnten die Folgen auch gut auf dem internationalen TV-Markt weiterverkauft werden. Die Szenen aus dem Haslacher Silberbergwerk werden damit auch über Deutschland hinaus für Furore sorgen.