Heba und Abdul Rahim Khalaf sind die Morgenland-Gastronomen. Sie freuen sich schon auf die Neu-Eröffnung Ende Januar am unteren Marktplatz in Horb. Foto: Jürgen Lück

Gastronom Abdul Rahim Khalaf und seine Frau Heba ziehen mit ihrem syrischen Restaurant an den unteren Marktplatz in Horb. Die Buß war zu klein. Khalaf: „Bald kann ich richtig loslegen – der Pizzaofen ist schon bestellt.“

Im Fenster und an der Fassade steht noch Doormann. Innen sind schon alle Friseurstühle und Spiegel weg. Am Balken in der Mitte lehnen Heba und Abdul Rahim Khalaf und freuen sich: Die „Morgenland“-Wirte haben endlich die Umbau-Genehmigung.

 

Khalaf: „Ich bin froh, dass wir jetzt diese Genehmigung haben. Als wir gehört haben, dass Friseur Doormann auszieht, haben wir mit den Verhandlungen begonnen.“

Eva Michielin. Sie hat den Aufbau des syrischen Restaurants Morgenland mit den syrischen Flüchtlingen in der alten Horber Kult-Kneipe „Buß“ begleitet.

Sie sagt: „Das Gebäude hat zwischenzeitlich den Besitzer gewechselt. Das Morgenland hätte bleiben können. Allerdings haben sich die Räumlichkeiten als zu klein erwiesen. Besonders die Küche. Durch das Catering für Firmen und Institutionen bis Stuttgart und Tübingen liefen da teilweise bis zu 300 Essen am Tag durch – das war bei dem kleinen Platz kaum zu bewältigen. Teilweise mussten Reservierungsanfragen abgesagt werden, weil die Küchenkapazität zu klein war. “

Das neue Morgenland ist in zwei Gebäuden

Deshalb die Verhandlungen mit dem Besitzer des „Doormann-Hauses“ am unteren Marktplatz und dem Gebäude daneben. Michielin: „Hier war wohl die Nähgruppe des Ritterspielvereins drin. Diesen Raum haben wir gebraucht, um endlich eine große Küche bauen zu können.“ Mit beiden Besitzern wurde ein Pachtvertrag gemacht – und ein Durchbruch gemacht, damit die Essen von der Küche hinten in den Gastraum vorne kommen.

Die neue Küche des Morgenlands ist in dem Raum, in dem früher die Nähgruppe der Ritterspiele die Gewandungen hergestellt hatte. Foto: Jürgen Lück

Michielin stöhnt: „Leider sieht es hier im künftigen Gastraum noch schrecklich aus. Wir mussten den Fußboden aufreißen, um die Wasserleitungen zu den Waschplätzen des Friseurs abzuklemmen.“

Doch für den Fotografen wirkt der Raum hell, hoch, großzügig. Michielin: „Links kommt eine lange Bar, rechts Richtung Altheimer Straße sind lange Bänke geplant. Insgesamt wird es hier 50 Sitzplätze geben. Dazu werden wir Außengastronomie machen – wir können bis zum Brunnen bestuhlen.“ Für die Gäste gibt es hier auch Bier und Wein zu genießen.

In einer Nische hat sie schon Stoffe und Holzproben für die Inneneinrichtung stehen: „Wir wollen schon den Charakter des Morgenlands in der Buß mitnehmen.“

Eva Michielin zeigt Stoff- und Bodenproben, die das neue Morgenland prägen sollen. Foto: Jürgen Lück

Und noch einen Vorteil hat der Umzug an den unteren Marktplatz.

Gastronom Khalaf: „Uns haben viele Leute gar nicht so leicht gefunden da oben am Kloster. Hier unten sind wir nicht zu übersehen.“

Er freut sich schon aufs neue Morgenland, lächelt: „Ich habe schon einen Pizzaofen bestellt. Die syrische Küche wurde sowohl von den Franzosen wie auch den Italienern beeinflusst. Da gibt es also Pizza-Elemente. Und zur traditionellen orientalischen Mezze gehört ein passendes Brot.“

Ende Januar soll es dann mit der neuen syrischen Gastronomie im Morgenland losgehen. Michielin: „Wer den Umbau unterstützen möchte, der kann sich Gutscheine kaufen. Die gibt es bis Weihnachten im Schmuck am Aischbach bei Lucia Steimle, beim Friseur Doormann oder im Morgenland.“