Die 17-jährige Schwenningerin gewann bei der Schwimm-EM in Belgrad mit dem deutschen Nationalteam die Acrobatic Routine. Martens spricht über den Erfolg. Bemerkenswert offen redet sie auch über die Herausforderung, ihren Sport mit der Schule unter einen Hut zu bringen.
Es sind Minuten, in denen die Spannung in Belgrad kaum auszuhalten ist. Die deutsche Mannschaft hatte vorgelegt. Griechenland versuchte nachzulegen, lag am Ende aber einen knappen Punkt hinter dem DSV-Team. Als letzte Mannschaft war Italien am Start, landete aber „nur“ auf dem dritten Rang, deutlich hinter den beiden Topteams.
Mittendrin war Daria Martens vom SSC Schwenningen. Wie reagierte die 17-Jährige auf den Goldcoup? „Ich konnte es nicht glauben. Ich war ein bisschen geschockt.“ Logisch, in der Favoritenrolle war die deutsche Mannschaft keineswegs gewesen. „Wenn alles klappt, kann es mit Gold funktionieren“, war Martens aber wohl bereits vor dem Wettkampf selbstbewusst.
Die Kür der deutschen Mannschaft trug den Namen „Greeting from the icecold hand“, unterlegt mit der Musik „Monster party“. „Macht euch bereit für Spinnen, Zombies, Hexen und Wehrwölfe“, kündigte die britische Kommentatorin Andrea Holland den deutschen Auftritt an.
Die Kür und der Trainingsalltag
Was dann zu sehen war, war zugegebenermaßen nicht ganz so gruselig wie „Spinnen, Zombies, Hexen und Wehrwölfe“. Das achtköpfige deutsche Mixed-Team bestehend aus Klara Bleyer, Amelie Blumenthal Haz, Maria Denisov, Solène Guisard, Daria Martens, Susana Rovner, Frithjof Seidel und Daria Tonn zeigte sieben Hebefiguren und zahlreiche künstlerische Elemente, die die Kampfrichter nachweislich begeisterten.
„Ich war sehr glücklich als bekanntgegeben wurde, dass wir diese Kür schwimmen“, unterstreicht Martens, dass sie die Kür „sehr mag.“ Mit enormer Synchronität und imposanten Hebungen setzte das deutsche Team das gute Gefühl im Wettkampf um. Die Goldmedaille war die logische Folge dieses beeindruckenden Auftritts.
Ohne hohes Trainingspensum wäre ein solcher Erfolg natürlich nicht möglich gewesen. Martens trainiert vier bis fünf Mal in der Woche. „Manchmal gehe ich zusätzlich selbst ins Fitnessstudio. Ich habe Trainingspläne von der Nationalmannschaft“, so Martens.
Neben diesem Trainingsalltag beim SSC Schwenningen trifft sich das Nationalteam pro Monat für eine Woche. „Das ist deutlich weniger als andere Nationalmannschaften“, so Martens. „Wir trainieren dort aber sehr viel.“
Die Faszination des Synchronschwimmens
In ihrem Sport komme es neben sportlichen Teil (unter anderem Luft anhalten und Kraft) auch auf künstlerische Elemente an. Bei den Kampfrichtern einen positiven Eindruck zu hinterlassen sei außerdem absolute Teamarbeit. „Die Kombination des Ganzen ist das Herausfordernde“, erklärt die Europameisterin.
Zum Saisonabschluss war Martens am vergangenen Wochenende bei den deutschen Altersklassenmeisterschaften in Riesa zu Gast. Sowohl im Solo als auch im Acrobatical Team mit dem SSC Schwenningen wurde die 17-Jährige vierte. „Es lief leider nicht ganz so gut. Ich habe ein paar Fehler gemacht“, so Martens Resümee.
Endlich Erholung
Mit dieser kleinen Enttäuschung beendete Martens ihre erfolgreiche Saison. Im Oktober geht es mit der Sichtung für die Nationalmannschaft weiter. Eine gute Möglichkeit sich etwas mehr der Schule zu widmen: „Es ist schon manchmal stressig und schwierig. Wenn man zwei Wochen fehlt, muss man viel nacharbeiten“, bedankt sich Martens ausdrücklich bei ihren Lehrern für die Unterstützung.
Ihr Ausblick auf die Zukunft: „Das Abitur nähert sich. Ich komme in die Oberstufe und muss wahrscheinlich noch mehr für die Schule machen. Ich muss mir noch überlegen, wie ich das schaffen will. Jetzt muss ich mich aber erst einmal erholen.“