Abseilen will gelernt sein: In einem Steinbruch-Gelände konnten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen das Abseilen zuerst aus geringer, dann aus größerer Höhe erproben. Foto: Wiegand

Dreckiges Wasser filtern, Feuer machen, sich mit dem Kompass orientieren – ein echtes Erlebnis liegt hinter den Teilnehmern eines Survival-Kurses.

Den Abschluss des Outdoorjahres der Jugendgruppe des Schwarzwaldvereins Haiterbach bildete eine Tagestour. So starteten 13 Jugendliche und zwei Betreuer früh morgens. Von Gündringen ging es über Iselshausen, dort den Ziegelberg hinauf Richtung Wolfsberg.

Um die Gruppe besonderes zu motivieren unternahm sie, nach etwa der Hälfte der Strecke einen Boxenstopp. Es gab heißen Tee, frisches Laugengebäck und selbst gebackenen Kuchen, geliefert von der Ehefrau von Patrick Reichert, der diese Tour organisiert hatte.

Die Wanderstrecke führte weiter vorbei am großen Steinbruch dem Eisberg entgegen. Noch ein Stück durch den Wald, um dann am Eingang des Nagolder Hochseilgartens von Luke Kotny, dem Besitzer des Hochseilgartens, willkommen geheißen zu werden.

Die Jugendgruppe am Eingang zum Hochseilgarten Eisberg Foto: Wiegand

Nach einer kurzen Verschnaufpause, ging es auch schon los, mit dem vorbereiteten Programm. Zum Vertiefen des im Juni erlernten Wissens und dem Erwerb von neuem Wissen im Outdoorbereich, war Luke Kotny bestens auf die Gruppe vorbereitet. Nach kurzer Wissensauffrischung startete die Gruppe anhand von vorgegebenen Koordinaten zu einem Orientierungsmarsch mit Kompass.

Querfeldein ins Waldgebiet

Durch Zählen der eigenen Schrittzahl, Einsatz des Kompasses und Erkennen von markanten Punkten, führte der Weg zunächst über eine weitläufige Wiese in Richtung eines Birkenwäldchens. Dort hatten die Jugendlichen die Aufgabe, Birkenrinde zu sammeln, da diese sehr ölhaltig und somit ausgezeichneter Anzünder für ein selbst entfachtes Feuer ist.

Querfeldein ging es weiter hinein ins Waldgebiet, Ziel war ein kleiner Steinbruch. Wer wollte, erhielt die Möglichkeit, sich im Abseilen aus einer Höhe von fünf Metern zu erproben. Diese Herausforderung war den Kindern jedoch nicht hoch genug, deshalb zog es die Gruppe zu einem weiteren Steinbruch. Schon von unten schwindelerregend hoch, in Summe 15 Meter, trauten sich einige der Kinder sich unter den wachsamen Augen der Begleiter abzuseilen. Als auch der Letzte wieder unten angekommen und sicheren Boden unter den Füßen hatte, wurde die Ausrüstung verstaut und der Rückweg zum Gelände des Hochseilgartens angetreten.

Die Jugendgruppe lernt wie man einen Drehspieß, über einem Lagerfeuer macht Foto: Wiegand

Angekommen gab es eine Einführung ins Feuer machen, hierbei wurde auch die zuvor gesammelte Birkenrinde benötigt. Ganz ohne Streichhölzer und Feuerzeug, nur mit Feuerstahl, war es nicht einfach eine kleine Flamme zu entfachen und anschließend mit geeignetem kleinen Holz zu nähren. Das Feuer wurde benötigt um das Abendessen für die Gruppe zuzubereiten, was nach einigen Versuchen auch gelang. Damit ein Hähnchen, kross gebraten wird, musste eine Konstruktion aus Baumstämmen und Blechabfällen gebaut werden. Mit dieser Konstruktion drehte sich das Hähnchen, nur durch den Aufstieg der heißen Luft selbstständig im Kreis.

Die zweite Gruppe bereitete derweil einen Eintopf mit frischem Gemüse vor. Als beide Gruppen soweit alles vorbereitet hatten und das Essen vor sich hin garte, erfuhren die Kinder, wie man dreckiges Wasser zu trinkbarem Wasser filtern kann.

Als Teller und Töpfe leer waren, packten alle an, und in kurzer Zeit war der Lagerplatz wieder aufgeräumt, die Rucksäcke gepackt und die Gruppe abmarschbereit, um am vereinbarten Treffpunkt von den Eltern abgeholt zu werden.

Für das Jahr 2023 war dies die letzte Aktion der Jugendgruppe, im neuen Jahr wird es wieder neue Events, und Wanderungen geben. Wer mindestens elf Jahre alt ist und Interesse hat bei der Jugendgruppe des Schwarzwaldvereins Haiterbach teilzunehmen, ist jederzeit willkommen.