Der Chor Seven Eleven 44 aus Steinenbronn siegte beim Chorduell in Neuhausen Foto: Michele Danze

Singen ist gesund, sorgt für Glücksgefühle und fördert die Gemeinschaft. Was bedeutend für die Sänger ist, begeistert beim Chorduell von SWR 4 und den Stuttgarter Nachrichten auch das Publikum. Beim Vorentscheid hat am Donnerstagabend Seven Eleven 44 vor den Murphy Singers gewonnen.

Stuttgart/Neuhausen - Stuttgart gilt als die heimliche Chormetropole Deutschlands. In keiner anderen Stadt gibt es so viele Gesangvereine. Viele Hobbymusiker legen hohe professionelle Maßstäbe bei sich an, wie sich in der voll besetzten Egelsee-Festhalle in Neuhausen auf den Fildern gezeigt hat. Die Jury, zu der Susanne Benda, die Musikkritikerin unserer Zeitung, zählt, war sehr angetan vom vorgetragenen Niveau und der oft speziellen Chor-Eografie. Der Radiosender SWR 4 und unsere Zeitung suchen die besten Stimmen des Landes. Die Finalisten dürfen auf einer der schönsten Bühnen des Landes auftreten – zum Auftakt des SWR-Sommerfestivals am Freitag, 17. Mai, auf dem Schlossplatz vor dem Neuen Schloss.

In Neuhausen begrüßte SWR-4-Moderator Michael Branik charmant und unterhaltsam die besten Chöre aus Stuttgart und der Region. Er hat sich an diesem Abend viele Freunde gemacht. Von Anfang an herrschte gute Laune. Es gab Ovationen im Stehen, stellenweise wurde die gesamte Halle zu einem einzigen Chor. Wer einen Eindruck von dieser einzigartigen Stimmung bekommen will: An diesem Freitag sendet SWR 4 Radio Stuttgart den Mitschnitt des Vorentscheids von 19 bis 21 Uhr.

Den Auftakt in der Egelseehalle machten die Abendsterne, so nennt sich der junge Chor aus Ludwigsburg, mit einem 70er-Jahre-Medley der Les Humphrey Singers. Das war die Kür. „Pflicht“ war der Schlager „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, den einst Jürgen Marcus gesungen und den für den Wettbewerb SWR 4 aufs Programm gesetzt hatte.

Nach dem Kennzeichen LB kam das Kenneichen WN: Aus Waiblingen stammt der Chor Pop Collection, der neben einem frei gewählten Medley mit Abba-Hits den Song „You raise me up“ von Secret Garden präsentierte. Auch die Murphy Singers aus Stuttgart – alle hatten Schlaghosen an – wollten zunächst mit einem Medley punkten. Ihre Wahl fiel auf die Bee Gees. Aber bitte mit Udo Jürgens! Es folgte der Ohrwurm „Aber bitte mit Sahne“.

Die VocaLadies, die ebenfalls aus Stuttgart kommen, sangen unter Leitung von Susanne Schempp zwar von „Waterloo“, erlebten es aber nicht. Für den Hit von Abba gab es viel Beifall. Außerdem präsentierten sie den „Brezeltango“, den Bestsellerautorin Elisabeth Kabatek, die zu VocaLadies gehört, geschrieben hat. Der Chor Seven Eleven 44 aus Steinenbronn mit Leiter Patrick Bopp (bekannt von der A-cappella-Gruppe Die Füenf) interpretierte schließlich den nicht einfach zu singenden Hit „Bohemian Rhapsody“ von Queen und brachte Schwung in die Halle mit „You Raise Me Up“ – so sehr, dass die Steinenbronner am Ende siegten. Die Fachjury und das Publikum stimmten gemeinsam ab.

Für Seven Eleven 44 und die Murphy Singers geht es nun in die Halbfinalrunden am 5. Mai in Horb beim Baden-Württemberg-Tag und am 12. Mai in Sigmaringen auf der Gartenschau. Zum Finale des Chorduells mit den vier besten Gruppen aus den zwei Halbfinal-Runden darf dann ein großes Publikum kommen. Beim SWR-Sommerfestival am Freitag, 17. Mai, treten die Chöre mit Stars wie Semino Rossi, Pe Werner, Linda Hesse und Max Mutzke auf.

Zur Pause hatte der glänzende Moderator Michael Branik das Publikum auf der Bühne mit der Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten vom kommenden Tag überrascht. Darin enthalten waren bereits Bericht und Foto vom Chorduell von Neuhausen. „Sie werden sich wundern, wie die das schaffen“, sagte er und erklärte es sogleich: „Wir sehen hier den Vorandruck – der Redakteur und der Fotograf waren schon am Nachmittag bei den Proben. Der Artikel wird noch in der Nacht aktualisiert – vergleichen Sie also morgen.“

Branik rief die Besucher auf – jeder bekam ein Exemplar unserer Zeitung –, diese für diesen Abend angefertigte Ausgabe aufzuheben: „Die wird mal so wertvoll wie eine Villa auf dem Killesberg.“

Zwar sind selbst die Schreiber der Stuttgarter Nachrichten keine Zauberer oder Propheten: Aber bereits in dem Vorandruck, der zur Pause verteilt wurde, hatten wir das Foto der späteren Sieger im Blatt.

Vor einem Jahr hatte beim Chorduell auf dem Schlossplatz übrigens die Gruppe Open Doors aus Weinsberg mit einer außerirdischen Perfomance des schwäbischen Hits „Gugug, i han an Ufo g’sehn“ von Wolle Kriwanek gewonnen. In diesem Jahr beginnt der Sommer bereits im Mai. Das SWR-Sommerfestival bringt vom 17. bis zum 20. Mai zum Pfingstwochenende Comedy, Krimi und Pop-Poesie mitten in die Stadt.

Nach dem großen Interesse an der ersten „Tatort“-Live-Premiere im vergangenen Jahr verwandelt der Sender am Samstag, 18. Mai, den Schlossplatz erneut in ein riesiges Open-Air-Kino: Gezeigt wird die Folge „Spiel auf Zeit“ mit den Stuttgarter Kommissaren Lannert und Bootz.

Der Pfingstsonntag startet mit einer SWR 2 Matinee, und am Abend schickt SWR 3 bei der „Gagtory“ die Comedy-Stars Andreas Müller und Christoph Sonntag auf die Bühne. Am Pfingstmontag gibt’s schließlich „Pop & Poesie in Concert“ mit SWR-1-Moderator Matthias Holtmann. Karten gibt es unter Telefon 0 18 03 / 92 92 11.