Nach der Premiere auf dem Schlossplatz können die Zuschauer im Internet ermitteln Foto: SWR

Umfangreicher als beim letzten Mal gestaltet der SWR sein Online-Spiel „Tatort+“. Zur nächsten Folge aus Stuttgart können Fans im Internet ihr Krimi-Gespür unter Beweis stellen. Fiktion und Realität sollen verwischen, los geht’s an diesem Samstag

Stuttgart - Zum zweiten Mal lässt der Südwestrundfunk (SWR) Hobby-Kriminologen bei einer „Tatort“-Folge im Internet ermitteln. Los geht es gut eine Woche vor der Erstausstrahlung in der ARD von „Spiel auf Zeit“ um die Stuttgarter Kommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare).

Direkt nach der Open-Air-Präsentation der Folge „Spiel auf Zeit“ beim SWR-Sommerfestival auf dem Stuttgarter Schlossplatz beginnt das Online-Spiel „Tatort+“. Eine Woche lang können User versuchen, ein Verbrechen aufzuklären.

Das erste Mal hatte der SWR das Format im Vorjahr beim Ludwigshafener „Tatort: Der Wald steht schwarz und schweiget“ getestet. In der Folge war der Mörder nicht enttarnt worden. Die Zuschauer waren stattdessen dazu aufgerufen, im Internet spielerisch das Fernsehverbrechen aufzuklären. Kritik daran kam sogar von der Darstellerin der Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal, Ulrike Folkerts, die sich fragte, wohin das führen solle.

Gespielt werden kann über Facebook, Twitter oder auf der Webseite

Dieses Mal geht es im ersten Teil des Online-Spiels laut SWR um einen Fall, dessen Lösung eng mit den Ereignissen in „Spiel auf Zeit“ verknüpft ist. In dem Film müssen Lannert und Bootz innerhalb weniger Stunden den Coup einer Bande, die mit Narkosegas und Sprengsätzen hantiert, verhindern. Anders als bei den Ludwigshafenern schließt die Folge mit der Klärung des Falls ab. Gespielt werden kann über Facebook, Twitter oder auf der Webseite von „Tatort“.

Im zweiten Teil des Browser-Spiels kann in einem neuen Erzählstrang ein weiterer Mord aufgeklärt werden, der ein anderes Licht auf das Geschehen werfe, heißt es beim Sender. Dabei gibt es interaktive Elemente, Möglichkeiten zum Austausch und gemeinsamen Spiel zwischen den Teilnehmern und erstmals ein sogenanntes Alternate Reality Game, bei dem die Grenze zwischen Fiktion und Realität verwischt. Die Hobby-Ermittler sollen live an einen Ort in Stuttgart ­gelotst werden, wo sie einen Gegenstand finden, der wichtig für die Ermittler ist.

Die Produktion hat sich der Südwestrundfunk, der als einzige in der ARD dieses Format anbietet, einen fünfstelligen Betrag Euro kosten lassen, sagt eine Sprecherin. „Im Verhältnis zu den Produktionskosten von 1,3 Millionen Euro ist das wenig.“ Als Erfolg gilt nach ihren Angaben, wenn die Marke von 100 000 Teilnehmern vom ersten Mal geknackt wird. Auch die Spieler gehen nicht leer aus: Einer soll im nächsten Stuttgart-„Tatort“ auf einem Foto auftauchen.

Der „Tatort – Spiel auf Zeit“ wird an diesem Samstag ab 20.30 Uhr auf dem Stuttgarter Schlossplatz gezeigt. Online mitspielen unter: www.daserste.de/tatort