Der Hirschgulden, eine 400 Jahre alte Münze aus dem Christophstal, wird bald wieder geprägt – als Souvenir für Besucher der Gartenschau. Dafür baut der Heimat- und Museumsverein eine Prägestation in der ehemaligen Feilenhauerei auf.
Zur Gartenschau soll der Hirschgulden nach Freudenstadt zurückkehren. Dafür werden jetzt die Vorbereitungen getroffen. Der Hirschgulden wurde 1622 und 1623 in der historischen Münze im Christophstal geprägt. Es gibt das Original heute noch in wenigen Exemplaren, Numismatiker müssen dafür viel Geld berappen.
Der Hirschgulden 2025 wird wesentlich preiswerter ausfallen. Vermutlich gerade mal zwei Euro wird er kosten. Denn der Gulden soll nicht als Sammlerstück und nicht als Zahlungsmittel neu entstehen, sondern als Souvenir, als nette Erinnerung an die Gartenschau und ihren historischen Hintergrund in Christophstal und Friedrichstal.
Die Idee dazu wurde im „Heimat- und Museumsverein (HMV) für Stadt und Kreis Freudenstadt“ und von dessen Geschäftsführer Hans-Jürgen Schnurr geboren – ein begeisterter Münzsammler und Autor von Fachberichten über Münzen. Der Verein Erwarb mit Unterstützung der Stadtverwaltung eine Prägestation, mit der Münzen – eigentlich sind es ja Medaillen – nach eigenen Vorlagen geprägt werden können.
Gezielter Hammerschlag
Die Rohlinge sind etwa so groß wie eine Euro-Münze. Sie sind aus Aluminium oder Messing. Auf dem aus Österreich importierten Prägestock können nun Kinder und Erwachsene wie anno dazumal mit einem gezielten Hammerschlag eine Nachbildung des Hirschguldens prägen. Auf der Vorderseite ist dann dem Original entsprechend ein liegender Hirsch zu sehen, auf der Rückseite das Gartenschau-Logo mit dem Tal X.
Ein Fernsehteam des Südwestfunks mit Redakteur Peter Bilger drehte mit, als dieser Tage die Prägestation in zwei bis zu 40 Kilo schweren Paketen per Post ankam, dann ins Heimatmuseum und später in die ehemalige Feilenhauerei Bührle im Christophstal geschleppt wurde. Denn wie die dortige historische Münze soll auch die ehemalige Feilenhauerei mit einigen originalen Geräten und Werkzeugen Besucher anlocken und informieren. Ein alter fest gemauerter Ständer, der früher Maschinen in der Feilenhauerei diente, wird der Prägestation als unverrückbar solider Untergrund dienen.
Aufbau wurde gefilmt
Vor dem Auge der Kamera wurde die Station nun zusammengebaut und Rainer Pfennig vom Vorstand des Heimat- und Museumsvereins wagte den ersten Prägeschlag mit dem vierpfündigen Hammer. Pfennig, auch ein begeisterter Münzsammler, wird auch während der Gartenschau der „Prägemeister“ an der Station sein.
Der kleine Fernsehfilm soll auch künftig bei Berichten über die Gartenschau in Freudenstadt und Baiersbronn immer wieder mal ins Landesprogramm eingeblendet werden, versprach Bilger. Die Prägestation aber wird erst mit der Eröffnung der Gartenschau am 23. Mai in Betrieb genommen.