Für die Mitarbeiter ist es trotz der bekannt schlechten wirtschaftlichen Lage ein Schock: SW in Schramberg kündigt jetzt in einem internen Schreiben „Personalanpassungen“ an.
Das Schreiben, das auch unserer Redaktion vorliegt, ging am Donnerstag an die Mitarbeiter der Schwäbischen Werkzeugmaschinen GmbH. Und es lässt keinen Zweifel daran, dass die Lage dringlich ist und die Personalanpassungen recht zügig erfolgen sollen.
Die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingung und insbesondere die Entwicklung in der Autoindustrie hatten sich im vergangenen Jahr zunehmend auf große Unternehmen im Raum Schramberg ausgewirkt und viele zur Einführung von Kurzarbeit gezwungen. SW in Waldmössingen hatte sich dazu in der Vergangenheit unserer Redaktion gegenüber allerdings auf Anfragen hin nicht geäußert.
Stellenabbau steht bevor
Jetzt schreibt die Geschäftsführung an die Mitarbeiter, dass ein Stellenabbau bevorsteht: „Die anhaltend schwierige wirtschaftliche Lage zwingt uns, Maßnahmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens umzusetzen. Dazu gehören auch Personalanpassungen, über die wir gemeinsam mit dem Betriebsrat sprechen, hierzu werden kurzfristig Verhandlungen aufgenommen“, heißt es. Ziel sei es, „diese Schritte so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“.
Die Geschäftsführung betont: „Uns ist bewusst, wie sensibel dieses Thema ist.“ Man werde eng mit dem Betriebsrat zusammenarbeiten, um faire und tragfähige Lösungen zu erarbeiten.
Weitere Informationen sollen die Mitarbeiter in Kürze erhalten. Unterzeichnet ist das Schreiben von den Geschäftsführern Kai Pieronczyk, Daniel Rieser und Stefan Weber.
Unsere Anfrage, wie viele Stellen wegfallen sollen, ob hier bestimmte Unternehmensbereiche schwerpunktmäßig betroffen sein werden und wie die weitere Prognose ist, bleibt am Freitag unbeantwortet. Die Pressestelle ist nicht erreichbar.
Am Firmensitz in Waldmössingen hat SW rund 800 Mitarbeiter, weltweit sind es laut Unternehmensangaben rund 1600 Mitarbeiter. SW hat Niederlassungen in mehreren Ländern in Europa, den USA und Asien.
Weltweit führend
Die Schwäbische Werkzeugmaschinen GmbH bietet Fertigungslösungen für Komponenten für Motoren, Getriebe oder Achsen, Strukturbauteile für Elektroautos oder Implantate für die Medizintechnik. SW gilt als weltweit führender Anbieter von ein- und mehrspindligen CNC-Bearbeitungszentren. 2023 hatte SW am Standort Waldmössingen in eine neue Produktionshalle investiert. „Die Zeichen stehen auf Wachstum“, hieß es noch vor zwei Jahren.