Für den SV Vollmaringen ist die WFV-Reform und die damit verbundene Neueinteilung der Ligen besonders radikal, denn er trifft in der Kreisliga A nun fast ausschließlich auf neue Gegner – und damit auch auf eine andere Kultur während der fünften Jahreszeit.
Seit 2015 konnte sich der SV Vollmaringen in der alten Fußball-Bezirksliga Nördlicher Schwarzwald halten. Vergangene Saison erwischte es ihn dann – und der Abstieg erfolgte in einem historischen Moment. Denn im Sommer wurde die WFV-Reform vollzogen, der Bezirk Böblingen/Calw aufgelöst und die Calwer Hälfte dem Bezirk Nördlicher Schwarzwald angeschlossen. In der neuen Kreisliga A Ost trifft der SV Vollmaringen nun mit nur einer Ausnahme ausschließlich auf Mannschaften des früheren Nachbarbezirks. Eine doppelte Umstellung.
Nach Abstieg offensiver
Als Tabellenzehnter ist der SV Vollmaringen aktuell von einem möglichen Wiederaufstieg meilenweit entfernt. Für Abteilungsleiter Daniel Alber ist das allerdings kein Beinbruch: „Wir müssen uns umstellen und das braucht Zeit.“ In den neun Jahren in der Bezirksliga habe man immer gegen den Abstieg und somit durchweg defensiv gespielt. Jetzt in der Kreisliga A habe man eine neue Rolle und richte sich offensiver aus. Das klappe nicht von heute auf morgen. „Man hat oft gesehen, dass die Abwehr nicht mit aufgerückt ist und dann im Mittelfeld ein Lücke war“, analysiert Alber.
Voll im Zeitplan
Das habe man nun besser in den Griff bekommen. „Vom Tabellenplatz her sind wir nicht da, wo wir stehen wollen. Beim Zeitplan liegen wir aber richtig“, zeigt Alber auf und konkretisiert: „Am Anfang der Saison haben wir Spiele verloren, die wir jetzt nicht mehr verlieren würden. Jetzt haben wir eine breite Brust und wissen, dass ein Rückstand kein Problem ist. Wir sind wir im Rhythmus. Da kam die Winterpause wirklich im falschen Moment.“ Die Winterpause wolle der SV Vollmaringen aber nutzen, um an diesen Stellschrauben weiter zu drehen. „Wenn wir so weiter machen, dann bin ich überzeugt, dass wir nicht absteigen“, ist Alber sicher.
Hochburg im Kreis Calw
Das erste Spiel nach der Winterpause ist ein Heimspiel – am 9. März gegen die Spvgg Oberschwandorf. Eine Woche davor wartet auf den SV Vollmaringen eine ganz besondere Herausforderung: die Fasnet. Denn während die in den Orten der Liga-Konkurrenz kaum ein oder gar kein Thema ist, ist Vollmaringen die Fastnetshochburg im Kreis Calw. Auch das ist eine neue Situation – denn früher im alten Bezirk Nördlicher Schwarzwald wurde auch bei den Gegner Fasnet gefeiert. Laut Alber habe es bei den Besprechungen vor der Saison mitunter sogar Irritationen gegeben, warum die Winterpause nicht eine Woche früher und damit am Fastnetswochenende beginnen könnte. „Da treffen wirklich zwei völlig verschiedene Kulturen im neuen Bezirk aufeinander“, sagt Alber.
„Kennen es nicht anders“
Dennoch: Die Fasnet sieht Alber nicht als sportlichen Nachteil. „Die zweite Mannschaft ist komplett in der Narrenzunft. Die werden das schon spüren. Aber in der ersten Mannschaft sind es nur wenige“, zeigt Alber auf und macht klar: „Das beißt sich nicht. Wir kennen es gar nicht anders. Es ging immer.“