Die Fußballer des SV Vollmaringen präsentierten beim Festakt Trikots der vergangenen 50 Jahre. Foto: Uwe Priestersbach

2026 ist für den SV Vollmaringen ein ganz besonderes Jahr , denn es können gleich drei bemerkenswerte Jubiläen gefeiert werden.

Zum Auftakt feierte der Sportverein erst mal sein 100-jähriges Bestehen mit einem kurzweiligen Jubiläumsabend. Vor 50 Jahren wurde zudem das Sportheim in Eigenleistung errichtet, und seit 40 Jahren besteht die erfolgreiche Kooperation mit der Lebenshilfe.

 

Umrahmt wurde der Festakt in der Gemeindehalle mit flotten Melodien von den Vollmaringer Musikanten und dem Männergesangverein „Cäcilia“, während sich die Moderatoren Franzi Krespach und Marco Miller ganz zeitgemäß per „Künstlicher Intelligenz“ auf ihren Einsatz bei der Jubiläumsfeier vorbereitet hatten.

Wie Vorstandssprecher Ulrich Schick in Erinnerung rief, waren die Anfänge in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts alles andere als einfach. So wurde in den Annalen festgehalten, dass sich 1926 „eine Gruppe junger Burschen zusammenschloss, um dem damals noch jungen und verteufelten Fußballsport zu huldigen“. Kein Wunder, dass Bürgermeister und Gemeinderäte für den „Fußballwahn“ keinerlei Verständnis hatten und die ersten Kicker auf einer holprigen Gemeindewiese ohne feste Tore spielen mussten.

Mit geklauten Eiern zu Auswärtsspielen

Doch auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Fußballer in Vollmaringen nicht auf Rosen gebettet: Ulrich Schick wusste aus den Erinnerungen seines Vaters zu berichten, dass der „nur ein paar genagelte Schuhe hatte, mit denen auch Fußball gespielt wurde“. Aus dem Stall entwendete Eier wurden Ende der 40er-Jahre gegen Holz eingetauscht, um vor den Auswärtsspielen den Holzvergaser des Lastwagens zum Spielertransport zu befeuern.

Andreas Felchle (links) überreichte Ulrich Schick die Ehrenurkunde des Württembergischen Landessportbundes. Foto: Uwe Priestersbach

Wie sich die Zeiten ändern: Heute mache man sich Gedanken um den demografischen Wandel, und der mit rund 800 Mitliedern größte Vollmaringer Verein unterbreitet Sportangebote für jedes Alter. Vor diesem Hintergrund betonte der Vorstandssprecher, dass der Vereinssport aber damals wie heute ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens und der Gemeinschaft im Ort sei und ganz nebenbei zu einem gesunden Lebensstil beitrage. So laute das Motto im SV Vollmaringen auch: „Sport macht Spaß“.

Von einem Jahrhundert „voller Geschichten und Menschen“, sprach der stellvertretende Ortsvorsteher Andras Graf. Außerdem würdigte er das über Jahrzehnte hinweg große ehrenamtliche Engagement und betonte: „Der Sportverein hat das Dorf mit seinen vielfältigen Aktivitäten bereichert“. Und so sei der SVV ein „echtes Aushängeschild unseres Orts“, so Graf.

Die Vollmaringer Musikanten umrahmten den Jubiläumsabend. Foto: Uwe Priestersbach

Nagolds Oberbürgermeister, Jürgen Großmann, nutzte die Jubiläumsfeier, um seinen Beitritt zum SV Vollmaringen zu erklären, denn: „Heute ist der richtige Abend dafür“. Gleichzeitig bezeichnete das Stadtoberhaupt die Attribute „gemeinsam und zusammen“ als Markenkern des Sportvereins und den Verein als „glänzendes Beispiel dafür, wie man diese Marke über Jahrzehnte hinweg gelebt hat“. Eine Besonderheit in Vollmaringen ist für den OB außerdem der Umstand, dass man dort alle Menschen im Blick habe – die Kooperation zwischen Sportverein und Lebenshilfe nannte er einen„Leuchtturm“.

Inklusion und Kulturbetrieb

Der Vorsitzende des Fußballbezirks Nordschwarzwald, Wolfgang Ottmar, lobte das stolze Jubiläum, und hob hervor: „Im Fußballsport verschmelzen Tradition und Fortschritt“. Zusammen mit Zeljko Klinec überreichte er die Ehrenplaketten von DFB und WFV. WLSB-Präsident Andreas Felchle bezeichnete Vollmaringen in seinem Grußwort als „Paradebeispiel für ein sensationell funktionierendes Gemeinwesen“. Unter Hinweis auf das Trillerberg-Theater fügte er hinzu, dass es nicht viele Vereine in Württemberg gebe, „die auch am Kulturbetrieb teilnehmen“ und hervorragend in Sachen Inklusion unterwegs seien.